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Rentenreform „Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen“ – Merkel optimistisch bei Grundrente

Dass es die Grundrente geben wird, sei unbestritten, versichert die Bundeskanzlerin. Die Unionsfraktion hatte zuletzt eine Verschiebung ins Spiel gebracht.
29.01.2020 - 21:25 Uhr Kommentieren
„Jetzt schaffen wir die letzten Meter auch noch“, betont die Bundeskanzlerin mit Bezug auf die Grundrente. Quelle: dpa
Sozialverband VdK feiert das Jubiläum des 70-jährigen Bestehens

„Jetzt schaffen wir die letzten Meter auch noch“, betont die Bundeskanzlerin mit Bezug auf die Grundrente.

(Foto: dpa)

Berlin Trotz andauernden Streits in der Koalition über die Grundrente sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Projekt nicht als gefährdet an. Angesichts der älter werdenden Gesellschaft kündigte Merkel zudem an, dass die Bundesregierung weitere Weichenstellungen zur künftigen Sicherung der Rente vornehmen werde.

„Das Thema Grundrente biegt gerade in die Schlusskurve ein“, sagte Merkel bei einem Empfang zum Jubiläum des 70-jährigen Bestehens des Sozialverbands VdK am Mittwoch in Berlin. „Sie brauchen sich keine Sorgen, glaube ich, zu machen.“ Es gebe zwar noch Diskussionsbedarf, aber dass es die Grundrente geben werde, sei unbestritten. „Jetzt schaffen wir die letzten Meter auch noch“, betonte Merkel.

Der Aufschlag für Bezieher kleiner Renten soll Anfang 2021 starten. Zuletzt war aber strittig, wer genau profitieren soll. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte vorgeschlagen, dass die Grundrente bereits ab 33 Jahren Rentenbeiträgen gezahlt werden soll. Auch die geplante Finanzierung über die auf EU-Ebene noch nicht beschlossene Steuer auf Aktienkäufe ist umstritten. Die Unionsfraktion hatte auch eine Verschiebung der Grundrente ins Gespräch gebracht.

Merkel mahnte: „Wir müssen uns natürlich vor Augen führen, dass heute auf 100 Erwerbstätige 36 Personen kommen, die über 65 Jahre alt sind, und im Jahre 2045 werden das statt 36 wahrscheinlich 53 Personen sein.“ Die Kanzlerin verwies auf die Rentenkommission der Regierung, die im März Vorschläge für die weitere Sicherung der Rente machen will.

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    Um ein Absinken des Rentenniveaus zu verhindern, ist hier eine stärkere private und betriebliche Absicherung in Gespräch, eine Einbeziehung weiterer Gruppen wie etwa Beamte und Selbstständige, weitere Steuermilliarden für die Rente, höhere Beiträge oder eine Koppelung des Rentenalters an die steigende Lebenserwartung. Merkel wollte den Ergebnissen der Kommission nicht vorgreifen. Sie sagte aber: „Die Kommission wird uns Ergebnisse präsentieren, mit denen die Arbeit der Regierung nicht aufhören wird.“

    Dazu komme, dass sich die Arbeitswelt dramatisch verändere. Deshalb sei das ortsgebundene, sozialversicherungspflichtige Erwerbsverhältnis künftig wohl nicht mehr so dominant. Dennoch gelte: „Menschen müssen im Alter eine verlässliche Rente haben, das ist unbestritten.“ VdK-Präsidentin Verena Bentele forderte eine „Rente für alle“. Die Hauptforderung des VdK bei dem Thema sei, „dass alle in unser Rentensystem einzahlen“ – auch Selbstständige, Beamte und Politiker.

    Parität in allen Bereichen

    Merkel machte sich zudem für mehr Anstrengungen für die Gleichstellung stark: „Wir haben uns vorgenommen, bis Ende dieses Jahrzehnts in allen Bereichen die Parität zu erreichen.“ Gegen die Personalnot bei der Pflege trat Merkel für bessere Arbeitsbedingungen ein. Sie begrüßte die am Vortag beschlossene Erhöhung und Ausweitung des Pflegemindestlohns. Zudem müsse mehr für mehr Inklusion von Menschen mit Behinderungen getan werden. „Wenn man sich die Ideale der UN-Behindertenkonvention anschaut (.), dann ist da noch ein Riesenthema zu bewältigen.“

    Der VdK hat mehr als zwei Millionen Mitglieder und tritt für soziale Gerechtigkeit, gute Renten, menschenwürdige Pflege und bezahlbare Gesundheit ein.

    Mehr: Vielen Erwachsenen und Kindern fehlt es an elementaren Dingen des Alltags. Wir müssen uns dringend einsetzen – der VdK tut es seit nunmehr 70 Jahren, meint Verena Bentele.

    • dpa
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