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Republica Philosoph Precht sieht in Arbeitslosigkeit größte Herausforderung der Digitalisierung

Der Philosoph Precht hält eine veränderte Arbeitswelt für die größte Herausforderung der Digitalisierung. Das Sozialsystem könnte überlastet werden, meint er.
2 Kommentare

Republica 2018: „Auch digital muss es ethische Richtlinien geben“

BerlinFür den Philosophen Richard David Precht liegt die größte Herausforderung der Digitalisierung in einer veränderten Arbeitswelt. „Die Digitalisierung wird neue Arbeitsplätze schaffen, aber sie wird auch sehr viele alte vernichten“, sagte er am Rande der Internetkonferenz Republica. Die Menschen, die in den alten Jobs tätig sind, würden zum größten Teil nicht in den neu entstehenden arbeiten können.

„Das heißt, wir kriegen einige Millionen Arbeitslose, für die keine Jobs mehr da sind, die wir in den Arbeitsmarkt nicht mehr integrieren können. Das wird unser soziales Sicherungssystem nicht mehr aushalten.“ Auch aus diesem Grund appelliert der Autor für ein bedingungslose Grundeinkommen.

„Das ist meines Erachtens die einzige Möglichkeit, die vielen Menschen die ihre Jobs verlieren abzufedern, ihnen eine soziale Sicherheit zu geben und ihnen auch nicht das Gefühl zu geben, nichts mehr wert zu sein - was ausgesprochen wichtig ist.“ Finanzierbar sei ein solches Grundeinkommen, wenn es nicht alleine über die Erwerbsarbeit finanziert würde, sondern beispielsweise zusätzlich durch Finanztransaktionssteuern.

Bei einem bedingungslosen Grundeinkommen erhalten alle Menschen Geld, ohne zur Arbeit gezwungen zu werden und ohne Nachweis einer Bedürftigkeit. Das Konzept unterscheidet sich vom „solidarischen Grundeinkommen“, das Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) vorgeschlagen hat und bei dem Leistungsempfänger gemeinnützige Arbeiten verrichten sollen.

Ob Precht, wenn er die Zeit 30 Jahre zurückdrehen könnte, lieber auf die Entwicklung des Internets verzichten würde? „Mit solchen Gedanken beschäftige ich mich nicht, denn in der Geschichte der Menschheit gibt es kein freiwilliges Zurück.“ Zudem würden für ihn die Vorteile des Netzes die Nachteile überwiegen.

Die Republica findet noch bis zum Freitag statt. Auf der Konferenz geht es um Themen wie Künstliche Intelligenz, Arbeit 4.0, Netzpolitik und Datenschutz.

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  • dpa
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2 Kommentare zu "Republica: Philosoph Precht sieht in Arbeitslosigkeit größte Herausforderung der Digitalisierung"

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  • Wie ist das eigentlich mit der Digitalisierung? Hat diese Entwicklung bereits eingesetzt, ist sie schon heute im Gange? Dann geht sie mit einer Arbeitsmarktentwicklung einher, die seit 10 Jahren Monat für Monat neue Beschäftigungsrekorde bringt.

    Oder gehen unsere "Philosophen" nach Betrachtung ihres Bauchnabels davon aus, dass die Digitalisierung erst in Zukunft kommen wird? Dann wäre sie eine bloße Vision und so wahrscheinlich wie viele andere Visionen auch. Mich mit solchen Gedankenspielereien ("was alles kommen könnte") zu beschäftigen, habe ich nicht die geringste Lust.

  • Die Digitalisierung wird keine Arbeitslosigkeit bringen, genauso wenig wie die vorherige
    Automatisierung und die vorherige Mechanisierung oder die Fliessbandproduktion oder
    die Informatisierung. Seit der Erfindung des mechanischen Webstuhls vor gut 600 Jahren
    entsteht diese Panik stets neu, aber die Beduerfnisse der Menschen steigen und damit
    auch die Notwendigkeit der Arbeit. Allein die Notwendigkeit des Pflegepersonals fuer die
    immer aelter werdenden Menschen oder der Kinderbetreuung, weil die Muetter nicht mehr
    zuhause sind, bringt hunderttausende neuer Stellen.