Finanzministerium in Berlin

Die SPD erhält dieses bedeutende Ressort.

(Foto: dpa)

Ressortaufteilung Große Koalition – So teilen sich Union und SPD die Ministerien

Die ersten Details sind bekannt: Union und SPD haben sich geeinigt, wer welches Ressort bekommen wird. Ein Überblick.
Update: 07.02.2018 - 15:32 Uhr 26 Kommentare

Innenministerium (CSU)

Das Innenministerium soll aufgewertet und CSU-Parteichef Horst Seehofer Innenminister werden. Die Zuständigkeiten für Bau und Heimat soll dem Ministerium unterstellt werden. Der bisherige Innenminister Thomas de Maizière gehört der nächsten Bundesregierung nicht mehr an. Das sagte der CDU-Politiker am Mittwoch nach Abschluss der Koalitionsgespräche von Union und SPD in Berlin. Ein Ministeramt sei immer ein „Amt auf Zeit“. Jetzt sei die Zeit gekommen, aus der Bundesregierung auszuscheiden.

Finanzministerium (SPD)

Als Verhandlungserfolg für die SPD wird in ersten Reaktionen gewertet, dass die Partei das Ressort erhalten wird. Die Partei will den bisherigen Ersten Bürgermeister von Hamburg, Olaf Scholz, in das Finanzministerium entsenden. Die Nachrichtenagentur dpa berichtet unter Berufung auf Parteikreise, dass Scholz ebenfalls Vizekanzler werden soll.

Außenministerium (SPD)

Martin Schulz wird Außenminister werden. Kurz nach der Bundestagswahl hatte Schulz kategorisch ausgeschlossen, in ein Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einzutreten. Den Parteivorsitz will Martin Schulz offenbar an Fraktionschefin Andrea Nahles abgeben.

Arbeitsministerium (SPD)

Das dritte große Ministerium für die Sozialdemokraten wird das Arbeitsministerium sein. Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Eva Högl wird als nächste Arbeitsministerin gehandelt.

Ministerium für Verkehr und Digitales (CSU)

Die CSU behält dieses Ressort, das bis zu seinem Wechsel auf die Position des CSU-Landesgruppenchefs Alexander Dobrindt geführt hatte. Nach Handelsblatt-Informationen gilt der Abgeordnete Andreas Scheuer als Kandidaten für den Posten. Scheuer war von 2009-2013 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

„Die CSU ist sehr zufrieden mit einem super Innenministerium“

CDU ist klarer Verlierer – Merkel auf dem Abstellgleis

Entwicklungshilfeministerium (CSU)

Die Zuständigkeit für das Entwicklungshilfeministerium verbleibt bei der CSU. Wie das Handelsblatt erfuhr, könnte CSU-Politikerin Dorothee Bär das Ministeramt übernehmen.

Familienministerium (SPD)

Kein Chefwechsel im Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Amtsinhaberin Katarina Barley (SPD) soll das Ministerium weiterhin führen.

Justizministerium (SPD)

Das Ministerium wird derzeit von Heiko Maas (SPD) geführt. Nach Handelsblatt-Informationen soll er auch im neuen Kabinett Justizminister sein.

Umweltministerium (SPD)

Dem Ministerium steht derzeit Barbara Hendricks vor. Nach Handelsblatt-Informationen soll die SPD-Politikerin ebenfalls im Amt bleiben.

„Dieser Vertrag ist stark von uns beeinflusst worden“

„Dieser Vertrag ist stark von uns beeinflusst worden“

Wirtschaftsministerium (CDU)

Das Ministerium wird in Zukunft vom derzeitigen kommissarischen Finanzminister und Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) geführt. Die Zuständigkeit für Energiethemen verbleibt beim Wirtschaftsressort.

Verteidigungsministerium (CDU)

Verteidigungsministerin bleibt nach wie vor Ursula von der Leyen (CDU).

Ernährungs- und Landwirtschaftsministerium (CDU)

Neue Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft soll die Vorsitzende der CDU in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, werden. Das Ministerium lag bislang in den Händen von Christian Schmidt (CSU).

Gesundheitsministerium (CDU)

Gesundheitsministerin soll Annette Widmann-Mauz (CDU) werden, bislang parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit. Amtsinhaber Hermann Gröhe wechselt ins Bildungsministerium.

Forschungs- und Bildungsministerium (CDU)

Der bisherige Gesundheitsminister Gröhe soll Nachfolger von Johanna Wanka (CDU) werden.

Bundeskanzleramt (CDU)

Der bisherige Staatsminister bei der Bundeskanzlerin, Helge Braun (CDU), wird neuer Chef im Kanzleramt.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert, sobald weitere Details vorliegen.

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26 Kommentare zu "Ressortaufteilung: Große Koalition – So teilen sich Union und SPD die Ministerien"

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  • Noch eine Ergänzung, Frau Bollmohr,

    es ist Ihnen hoffentlich nicht entgangen, dass von demokratischen Institutionen des System auch nicht davor Halt gemacht wird, Kritikern auch die wirtschaftliche Existenz zu ruinieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es der „kleine Mann“ oder gestandene Persönlichkeiten ist. Prof. Sinn hatte man z. B. damit gedroht, dem von ihm geleiteten Institut die finanziellen Grundlagen in Frage zu stellen.

  • Sorry Frau Bollmohr,

    "war beeindruckend bei der Berichterstattung,zur Euro-Krise und Griechenlandrettung öffentlichen „Diskussionen“


  • zunächst möchte ich feststellen, dass Sie mich mit Ihrer Fähigkeit zu langen Schachtelsätzen an eine fast bei mir zurückgedrängte Gewohnheit erinnern. Ich habe aber zur Kenntnis genommen, dass man damit weder ein breites Publikum, dem man ja etwas mitteilen will, erreichen kann und manchmal selbst Interessierte überfordert – wobei ich z. B. an Kommentatoren denke, die nach dem Lesen des 15. Kommentars keine Lust auf einen etwas schwieriger zu lesenden Kommentar haben.


    Das, was Sie sich wünschen, halte ich nur für zielführend, würden die Medien mitspielen. Wie es in der Realität funktioniert, war beeindruckend bei der Berichterstattung, öffentlichen „Diskussionen“ usw. zu sehen. Man musste nur über einen längeren Zeitraum die Methoden beobachten - dann nämlich war zu konstatieren, dass richtige Experten, wie Prof. Sinn, prof. Hankel, Gauweiler, Henkel, usw. systematisch aus der Öffentlichkeit verbannt und damit der breiten Wahrnehmung entzogen worden waren.

    So funktioniert es bei allen Themen, die an den Interessen der Bürger von der Parteiendiktatur und deren Protagonisten vorbei beschlossen und rigide umgesetzt werden.

    Das einzige, was derzeit auf demokratischem Weg gegen dieses System Wirkung zeigt und weiter zeigen wird, ist die AfD. Was ich von einzelnen „Führungspersonen“ halte, dürfte Ihnen sicher aus meinen Kommentaren bekannt sein.

  • @Herr Peer Kabus 07.02.2018, 16:44 Uhr

    „Was soll das für eine Regierung sein, welche die von Ihnen angesprochene Lösung realisieren soll?“

    Die Annahme, dass die „Regierungen“ eher nicht geneigt sein werden, ihre eigene Abschaffung (und den damit verbundenen Verlust an persönlicher Macht) zu organisieren, dürfte wohl nicht ganz falsch sein.

    Also kommt es entscheidend darauf an, dass, - unter der Annahme, dass nicht jedes einzelne Mitglied der Gesellschaft - inklusive der „Experten“, die sich ihre allgemeine Anerkennung in Gesellschaft und Wissenschaft idealerweise wegen ihrer, besonderen kognitiven Fähigkeiten und individuellen Begabungen sowie einer gewissen menschenfreundlichen Grundeinstellung zu verdankenden, außergewöhnlichen Leistungen erworben haben und somit dazu am ehesten in der Lage sind; oder aber, weil ihre "herausragende" gesellschaftliche Stellung („Prominenz“) sie zumindest als Multiplikator (bzw. "Influencer") qualifiziert – in der Lage oder willens dazu ist, eine „kritische Masse“ an Mitgliedern der Gesellschaft zusammenkommt, die die derzeitigen Missstände in der globalen Politik nicht nur erkannt haben, sondern als Konsequenz daraus v.a. willens sind, aktiv und ebenso durchdacht wie gezielt nach „Mitstreitern“ zu suchen.

    Mit denen sie dann als ersten Schritt die für politische Umwälzungen dieser Dimension unerlässlichen organisatorischen Strukturen sorgfältig eruieren, um auf dieser Basis ihre so erarbeitete „Schlagkraft“ (die nicht nur auf ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit, sondern insbesondere auch auf dem - dank ihrer oben erwähnten „prominenten“ Mitglieder – gegebenen „Multiplikationsfaktor“ beruhen würde) dazu nutzen zu können, die nötige Infrastruktur (d.h. alle für deren Funktionsfähigkeit elementaren Institutionen) „auf die Beine zu stellen“.

    Und dass der dazu nötige Bildungs- und Informations- (und "Bewusstwerdungs“-) Prozess noch schneller voranschreitet, als dies heute schon der Fall ist.

    Je schneller, desto besser für uns alle.

  • Hallo Frau Bollmohr,

    die Fehlinterpretation lag bei mir.

    Aus „Wir brauchen heute keine (Berufs-) Politiker mehr.“ und „Die haben aber leider nicht viel zu melden.“ habe ich meinen Kommentar aufgebaut – ohne Ihren Gesamtkommentar einzubeziehen.

    Nun stelle ich mir jetzt die Frage: Was soll das für eine Regierung sein, welche die von Ihnen angesprochene Lösung realisieren soll?

    Ich fürchte, ohne die erwähnten Experten aus Wirtschaft und Gesellschaft in den Machtzentren der diktatorisch vereinnahmten Parteien wird es aber nicht gehen. Mathematisch betrachtet würde man die zu lösende Aufgabe jetzt als einen Zirkelschluss bezeichnen.

  • @Herr Peer Kabus
    07.02.2018, 14:25 Uhr

    "Warum widmen sich „Experten“ denn Wirtschaft und Gesellschaft?"

    Sie haben da was falsch vestanden (vielleicht habe ich mich auch etwas missverständlich ausgedrückt). Ich versuche also mal klarzustellen, wie ich das in meinem Kommentar gemeint habe:

    Die unzähligen (quer über den ganzen Globus verstreuten) Experten widmen sich nicht "der Wirtschaft", sondern sind - wie Sie und ich und jeder andere auch - Teil der Gesellschaft (somit auch der Wirtschaft), setzen sich aber dadurch, dass sie ihren jeweiligen BERUF(UNG)EN mit außergewöhnlicher Leidenschaft und Ernsthaftigkeit nachgehen, in besonderem Maße für diese (die ganze Gesellschaft) ein.

  • Es hat gequietscht.. und hervor tritt eine neue SPD-VORSITZENDE, mit reichlich Sitzfleisch!

    es gab bei CDU gehoerig was auf Fresse..!

    und die JUSOS, ja beommen es von der EIFEL Nahles nun "auf die Schnuess" aber richtig deftig!

    DONT MESS with the Eifel-Country-Bitches !
    Denn wer an der Eifel-Bitch & selektierten SPD-Vorsitzenden NAHLES in der Berliner Politik- Hoelle vorbeikommen will, mus teuflisch gut taktieren und Strippen ziehen koennen.....!
    Die Nahles' Drina ist Trinkfest und keineswegs Risiko- Konfrontations- geschweige denn Arbeitsscheu!

  • Frau Annette Bollmohr,

    Warum widmen sich „Experten“ denn Wirtschaft und Gesellschaft? Weil doch, wie über Jahrzehnte mittlerweile für jeden nicht unbedarften Beobachter erkennbar ist, dass diese Machtpolitiker, die Sie geradezu schmeichelhaft als Berufspolitiker adeln, Experten mit realpolitischen Ambitionen, niemals nach oben in deren Machtzirkel kommen lassen.

    Ich denke, dass Sie mit „Machtkämpfen“ auch nicht ganz zutreffend formulieren. Für meine begriffe handelt es sich immer nur um „Verteilungskämpfe“, zu denen die sich nach jeder Wahl legitimiert fühlen.

    Sie und ich meinen sicher das Gleiche; der Unterschied besteht lediglich darin: Während Sie weiter hoffen, ziehe ich immer nur noch ein Fazit aus der jeweils aktuellen Realität.

  • Herr Schulz ist als Aussenminister völlig ungeeignet. Er hat nach dem Wahlabend völlig unnötigerweise konkrete Versprechungen gemacht, die er mehr oder weniger alle brechen musste. Wie er mit dieser Vorgehensweise als Aussenminister bestehen will, wo es doch dann seine Aufgabe wäre möglichst viele Handlungsoptionen lange offen zu halten um im geeigneten Moment die vorteilhafteste aus zu wählen ist mir völlig schleierhaft. Ich kann nur hoffen, dass zumindest die eingeschriebenen SPD-Mitglieder ein Einsehen haben

  • Wir brauchen heute keine (Berufs-) Politiker mehr.

    Die haben alle miteinander bestenfalls ein profundes Halbwissen. Dafür aber die ganze Macht.

    Dabei gibt es auf allen Gebieten der Wirtschaft und Gesellschaft unzählige wirkliche Experten, die sich aufopferungsvoll und mit Leidenschaftlich und Beharrlichkeit ihren jeweiligen Berufen widmen.

    Die haben aber leider nicht viel zu melden.

    Statt Machtkämpfe zwischen „Parteien“ auszutragen und dann auf Biegen und Brechen irgendwelche „Koalitionen“ zu schmieden (und dann die "Ressorts aufzuteilen"), sollte man sich besser um den Aufbau von Institutionen kümmern, die der Zusammenführung und sinnvollen Strukturierung dieses enormen und stetig immer weiter anwachsenden Fachwissens dienen.

    Technisch müsste dies heute möglich sein. Es fehlt aber offenbar überall noch am guten Willen.

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