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Rettungsschirm Banken sollen sich selbst helfen

Peer Steinbrück (SPD) fordert im „Spiegel“ einen Rettungsschirm für Banken. Das benötigte Volumen schätzt er auf 150 bis 200 Milliarden Euro. Zudem will er das Investment- vom Kredit- und Einlagengeschäft trennen.
23.09.2012 - 11:09 Uhr 11 Kommentare
Der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD). Quelle: dapd

Der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD).

(Foto: dapd)

Hamburg/Berlin Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat gefordert, dass der Bankensektor die Kosten für die Rettung angeschlagener Geldhäuser selbst trägt. „Wenn eine Bank vor der Pleite steht, sollte nicht gleich mit Staatsknete geholfen werden“, sagte Steinbrück dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

„Zuerst sind Gläubiger und Aktionäre dran.“ Der SPD-Politiker fordert in einem für seine Partei ausgearbeiteten Papier zur Bankenregulierung einen Rettungsschirm für Banken aus deren eigenen Mitteln und plädierte für einen „Banken-ESM“.

„Der Steuerzahler darf nicht derjenige sein, der letzten Endes für die Risiko-Ignoranz und Fehlspekulationen in Anspruch genommen wird“, mahnte Steinbrück. Die Summe für den geplanten Rettungsmechanismus schätzte Steinbrück auf „150 bis 200 Milliarden Euro“. Er räumte ein, dass eine zusätzliche Abgabe die Banken weiter belasten werde: „Das wird sich möglicherweise negativ auf ihre Kreditvolumina auswirken.“ Die Frage sei aber, was mehr wert sei.

„Mir ist es mehr wert, dass es nicht wieder zu solchen Exzessen kommt, die dazu führen können, dass ganze Volkswirtschaften und Gesellschaften aus der Kurve fliegen“, sagte Steinbrück. Seiner Einschätzung nach wird der Aufbau eines solchen Rettungsschirms einige Jahre dauern.

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    Steinbrücks Konzept sieht dem Bericht zufolge zudem vor, das Investmentbankgeschäft vom Kredit- und Einlagengeschäft zu trennen. Dies würde unter anderem die Deutsche Bank treffen. „Ich will, dass sie als eine Holding erhalten bleibt“, betonte Steinbrück. „Das ist nichts, was sich speziell an die Deutsche Bank richtet.“

    Seiner Ansicht nach sei das Vertrauen in Politik und Banken in der Krise verloren gegangen. „Wir haben es mit Exzessen zu tun, mit Unwuchten.“ Ein wichtiges Instrument der sozialen Marktwirtschaft funktioniere nicht mehr, Haftung und Risiko fielen nicht mehr zusammen.

    Steinbrück gilt neben Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Parteichef Sigmar Gabriel als ein möglicher Kanzlerkandidat der SPD.

    • afp
    • rtr
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    11 Kommentare zu "Rettungsschirm: Banken sollen sich selbst helfen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @Benassar
      Da sieht man mal, wie nützlich so eine Krise doch ist, wenn sie zum Dauerzustand wird. Zumindest kann man mit ihr sehr gut die etablierten Machtverhältnisse zementieren, denn wer hat in einer Krise schon die Zuversicht, etwas neues zu wagen?!

    • Die armen Banken/die Europäer könnten/sollten die Zahlung an die internationale Finanzkrake verweigern.

      Zuerst brauchen wir aber das Trennbanken-System!

    • Vom Saulus zum Paulus?

      ..ups...aber Herr Steinbrück - sehr überraschend...

      Trennbankensystem?
      Gläubigerbeteiligung?

      ..das wäre sehr wünschenswert.

      Wo ist der Haken?

    • "Ein wichtiges Instrument der sozialen Marktwirtschaft funktioniere nicht mehr, Haftung und Risiko fielen nicht mehr zusammen."

      Herr Steinbrück, soziale Marktwirtschaft ging uns seit Beginn der EWG durch immer größere Umverteilungsmassnahmen Stück für Stück verloren. Zu einer Marktwirtschaft gehört auch, dass pleite gehen muss, was pleite ist. Oder auch, das man falsche Entscheidungen korrigiert.

    • Herr Steinbrück betreibt Wahlkampf. Wie hoch waren seine Nebeneinnahmen durch
      Vorträge? Finanziert von Banken! Die SPD will doch die Verbindlichkeiten der €-Zone
      Sozialisieren. Nicht Staaten werden durch den EMS gerettet sondern nur Banken.
      Im Herbst 2011 betrug die Verschuldung der €-Staaten ca, 9 Billionen (Blomberg).
      Heute dürften es inzwischen 12Billionen sein.
      Die EU-Banken müssen wohl bis 2020 ca. 50000 Milliarden an wertlosen Papieren abschreiben. Wie sagte eine EU-Kommissarin letzte Woche in München sinngemäß „Verträge sind dafür da, gebrochen zu werden.“ Stresstest bei den Banken ist reine Makulatur. Eine gute Bankenaufsicht ist Politisch nicht gewollt und wird es auch nicht geben, selbst wenn dort 100000 Personen eingestellt werden. Ohne Vertrags-und Rechtsbruch
      ist die €-Zone nicht überlebensfähig. Erst wenn die €-Zone ausgeplündert ist, (die Politiker wollen es so) können wir neu anfangen. Unter eine Diktatur von Technokraten.

    • steinbrück redet einmal ökonomisch vernünftig (wie jetzt beim trennbankensystem) und ein anderes mal wieder unvernünftig (pro euro-bonds, bei welchen anreize falsch gesetzt werden da die solide wirtschaftenden bestraft werden)...ich hoffe, dass der mann endlich zur vernunft kommt...jemand der vwl studiert hat sollte eigentlich klüger sein.
      vg

    • Wir hatten einmal eine Bankenkrise,wir hatten einmal eine Dollar Krise,wir hatten einmal eine Immobilienkrise, wir hatten einmal eine Euro Krise usw.Jetzt haben wir alle diese Krisen zusammen und zwar weltweit, das gab es noch nie. Das wird uns allen weltweit das Genick brechen.

    • Alles schön und gut. Nur doof, wenn die reichen Banken leider im Ausland sitzen und die armen Banken innerhalb der EU!

    • Immer wieder köstlich, die Spezialdemokraten. Gerade er (Steinbrück) in dessen pol.Ära die größte Deregulierungsorgie fällt, die die Finanzwelt je erlebt hat und er der als Finanzminister sofort den 750 Mrd. EFSF aus der Taufe gehoben hat der nur dazu geführt hat, dass die Banken seit dem halt auf Staatskosten weiterzocken können. Bankenhaftung gibt es seit der "too big to fail" Einrichtung keine mehr. Das Risiko tragen Steuerzahler, wie Du und ich. Und angesichts dieser Tatsachen kann ich über diese Phrasen dieses Losers nur lachen

    • Es geht auf's Wahljahr zu. Der Wolf hat Kreide gefressen...

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