Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Richtungsstreit in der Union Merkels AfD-Strategie wird zum Bumerang

Der fulminante Erfolg der AfD bei der Europawahl könnte sich bei den anstehenden Landtagswahlen wiederholen. In der CDU ist man bereits alarmiert. Doch Angela Merkel schert das wenig. Kann das auf Dauer gut gehen?
27 Kommentare
Angela Merkel: Hört die Kanzlerin die AfD-Signale? Quelle: ap

Angela Merkel: Hört die Kanzlerin die AfD-Signale?

(Foto: ap)

Berlin Als die CDU-Spitze am Montag zusammenkam, um das Ergebnis der Europawahl zu besprechen, ließen deutliche Töne der Kanzlerin in Richtung der eurokritischen Aufsteiger-Partei Alternative für Deutschland (AfD) nicht lange auf sich warten. Auch wenn die Partei unter ihrem Vorsitzenden Bernd Lucke nun in das Europäische Parlament einrücke, werde es keinerlei Zusammenarbeit geben, gab Angela Merkel die Marschrichtung vor. Dafür erntete Merkel breiten Beifall im CDU-Bundesvorstand.

Aber die Debatte, wie gerade die Union mit der AfD künftig umgehen soll, ist gerade erst eröffnet. Denn die sieben Prozent AfD-Stimmen und die Präsenz im Europaparlament werden sichtbar bleiben. Und nicht nur das. Es stehen drei Landtagswahlen an. In Sachsen (31. August), Brandenburg und Thüringen (beide am 14. September) wird die AfD laut Umfragen wohl mühelos den Sprung in die Länderparlamente schaffen. Das sorgt für Unruhe in der CDU.

Viele sind nicht einverstanden damit, wie die CDU-Bundesvorsitzende das Thema vom Tisch gewischt hat. Immer mehr Christdemokraten fordern von Merkel einen offeneren Umgang mit der AfD. „Die AfD ist mir als politischer Konkurrent nicht willkommen, aber ich halte es für politisch töricht zu sagen, mit denen werden wir nie zusammengehen“, sagte etwa der hessische CDU-Politiker Christean Wagner „Spiegel Online“.

Ein nicht geringer Teil der AfD-Wähler habe zuvor Union oder FDP gewählt. „Darauf müssen wir Antworten finden.“ Der 71-jährige Wagner, Mitbegründer des Berliner Kreises, ist einer der konservativen Wortführer in der Union. Bis zum Rückzug aus der aktiven Politik war er bis Januar dieses Jahres CDU-Fraktionschef in Hessen.

Für den CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach, der ebenfalls dem Berliner Kreis zugerechnet wird, ist schon ausgemacht, dass die AfD keine politische Eintagsfliege ist. „Sie ist eine relevante politische Kraft, die man nicht einfach ignorieren sollte“, sagte Bosbach der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Zugleich sprach Bosbach sich für einen Kurswechsel gegenüber der neuen Partei aus. Die Strategie, die AfD „konsequent zu ignorieren, in der Hoffnung, den Wählern würde dann gar nicht auffallen, dass es die Partei gibt“, sei „kein Erfolgsmodell“. „So kann man vielleicht verfahren, wenn eine Partei unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegt, um sie nicht aufzuwerten. Aber die AfD hat mit viel Geld und Engagement gekämpft und ein beachtliches Wahlergebnis erzielt. Wenn wir der politischen Auseinandersetzung mit ihr weiter ausweichen, hinterlässt das beim Publikum den Eindruck von mangelndem Mut und Sprachlosigkeit“, so der Vorsitzende des Innenausschuss im Deutschen Bundestag.

CDU-Abgeordnete für „punktuelle Zusammenarbeit“ mit der AfD
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Richtungsstreit in der Union - Merkels AfD-Strategie wird zum Bumerang

27 Kommentare zu "Richtungsstreit in der Union: Merkels AfD-Strategie wird zum Bumerang"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sie glauben doch nicht ernsthaft, daß Frau Merkel so etwas machen würde. Was haben Sie nachts für phantastische Träume?

  • @FlashGordon

    Mensch, das war jetzt aber mal ein sachlich fundierter, mit hieb- und stichfesten Argumenten gespickter Kommentar – der hat mich glatt aus den Schuhen gehauen.

    Allerdings habe ich nicht verstanden, was das mit „Anti-Euro-Demagogie aufgeben“ soll. Haben wir da nicht genügend von (CDUCSUSPDGRÜNELINKEFDP)? Was bringt da die 87ste Partei im Mainstream?

  • Zu DM-Zeiten ging es allen schlecht und alle waren unfrei und es drohte Krieg in Europa. Mit dem Euro und mit dem Aufbau des bürokratischen Monsters in Brüssel
    ging es sofort allen besser, der Wohlstand und der Friede brachen aus. Jetzt hoffe
    ich , daß die vielen kleinen unglücklichen und armen Länder wie die Schweiz, Island,
    Norwegen, etc. auch noch den rechten Weg in die EU und den Euro finden.

  • Hier wird mal wieder ein Rechtsruck der CDU vorbereitet. Und als nächstes folgt dann TTIP.

  • Es war doch zu erwarten, dass in Anbetracht der vielen Fehler, die in Europa gemacht wurden, Europa Kritiker mehr Zulauf bekommen. Das Problem aber, dass die Kritiker "einfache Lösungen" anbieten, die erstens die wahren Ursachen nicht benennen, und deshalb auch nicht Erfolg haben können.

    Der Kardinalsfehler bei der Gründung, war, dass man das "Pferd von hinten aufgezäumt hat" wie der Volksmund sagt. Nicht die Währungsunion hätte zu erst eingeführt werden sollen, sondern an erster Stelle hätte eine Fiskal, Steuer, und Sozialunion stehen müssen.

    Das man es nicht wusste, kann ich mir vorstellen, deshalb glaube ich, man wollte Europa nicht, sondern nur die Märkte in Europa. Mit einer gemeinsamen Währung, konnten und können sich die kleinen Länder nicht mehr wehren, und so wurden die kleinen Länder in Europa niederkonkurriert. Hinzu kam die deregulierten Finanzmärkte, welche zu der Krise in 2008 führte. Steuerzahler mussten die "to big to fail" Banken retten.

    Der AfD bedient Vorurteile, und geht und will auch nicht die Ursachen bekämpfen, sondern will für den Austritt kleinerer Länder in Europa sorgen, die aber nicht die Ursachen sondern die Folgen.

  • Ist der Friedmann nicht vorbestraft aufgrund Nähe zur Prostitution und Drogengebrauch? Ich vestehe nicht, dass solche Leute ohne "sachliches Wissen" der Zusammenhänge in der Wirtschaft dorthin eingeladen werden.

    Eine eklige Show.................

  • Nur wenn die AfD ihre ökonomisch völlig falsche und schwachsinnige Anti-Euro-Demagogie aufgibt, hat sie eine Berechtigung in der Parteienlandschaft.

    Denn kein klar denkender Mensch stellt sich gegen das Lebenselixier für unsere Wirtschaft und unsern aller Wohlstand. So einfach ist das. Over and out !

  • @ Falk2
    "eben die Bündelung des "gesunden vernunftbasierten Menschenverstandes".

    Da warte ich schon lange darauf, ich hoffe der AfD gelingt es.

  • Warum nimmt sich ein unerschrockener, gut informieter, unabhängiger Fachjournalistwird sich eigentlich nicht mal Tante Merkel zur Brust, konfrontiert sie mit ihren Aussagen...ihrem Tun oder gerade dem, was sie einmal wieder nicht unternimmt?? Mal so richtig vor die Brust klopfen wäre mal angesagt und das ganze dann live im Fernsehen!!!

  • Das Internet hat die AfD erheblich gestärkt. Das kann allerdings Merkel nicht wissen, weil das Internet für sie immer noch Neuland ist. Gut für die AfD. Sie hat das bessere Programm, die Union hat nur Merkel, und das wird sich rächen. Die AfD muss ihrer Linie treu bleiben, auch wenn eine neue Partei immer viele Probleme lösen muss. Da muss man durch. Die stark nach links gerutschte Union hat glücklicherweise der AfD in der politischen Mitte den Weg bereitet. Den muss sie konsequent nutzen. Das Wegdrängen in die rechte Ecke hat sich inzwischen als Märchen erwiesen, selbst das ist in Teilen der Union inzwischen angekommen.

Alle Kommentare lesen