Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Robert-Koch-Institut „Lage sehr angespannt“: RKI-Chef mahnt zu deutlich stärkerer Corona-Eindämmung

Immer mehr Tote, immer mehr Ausbrüche in den Heimen. Der Chef des Robert-Koch-Instituts ruft die Deutschen zum Einhalten der Hygieneregeln auf. Covid-19 sei „vermeidbar".
03.12.2020 Update: 03.12.2020 - 14:00 Uhr 2 Kommentare
Der RKI-Chef sagte auf der Pressekonferenz des Instituts, Covid-19 sei „eine vermeidbare Erkrankung.“ Quelle: AFP
Lothar Wieler

Der RKI-Chef sagte auf der Pressekonferenz des Instituts, Covid-19 sei „eine vermeidbare Erkrankung.“

(Foto: AFP)

Berlin Deutschland muss die Zahl der Coronafälle aus Sicht des Robert Koch-Instituts (RKI) deutlich stärker senken, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bekommen. „Die Lage bleibt weiter sehr angespannt“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin.

Die Beschränkungen der vergangenen Wochen hätten die Fallzahlen zwar reduziert, das Niveau sei aber immer noch viel zu hoch. Ziel bleibe, „die Infektionen auf ein Level zu senken, mit dem wir alle umgehen können“. Derzeit seien die Gesundheitsämter zusehends erschöpft und schafften es nicht mehr zu ermitteln, wo sich Betroffene angesteckt haben.

Es gebe deutlich mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen, so Wieler. In einigen Regionen kämen Krankenhäuser an Belastungsgrenzen. Die Zahl der schweren Verläufe und Todesfälle steige von Woche zu Woche. Es sei mit vielen weiteren Fällen und auch Toten zu rechnen. 

Das liege daran, dass zuletzt vor allem die Infektionsraten der Älteren deutlich gestiegen sind. Häufiger infizieren sich aber auch die 15-29-Jährigen, die zwar selbst meist nicht schwer erkranken, die Infektion aber „an Oma und Opa weitergeben können”, warnte Wieler. 

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    In Deutschland wurden laut RKI nun 22.046 neue Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das ist etwas weniger als am Donnerstag der Vorwoche. 



    Zugleich verzeichnete das RKI innerhalb eines Tages 479 Todesfälle, das ist der zweithöchste Stand seit Beginn der Pandemie. Von den 17.603 Menschen, die bisher an oder mit Covid-19 gestorben sind, waren mehr als 11.000 älter als 80 Jahre. Aber auch in der Altersklasse zwischen 60 und 69 gab es 1500 Tote, bei den 50- bis 59-Jährigen waren es 500.

    Wieler rief alle Bürger eindringlich dazu auf, Regeln zu Abstand, Hygiene und Alltagsmasken „immer und überall“ zu beherzigen. Dies sei entscheidend, da man sich prinzipiell überall anstecken könne, wo Menschen zusammenkommen. „Wir sind dem Virus nicht hilflos ausgeliefert“, sage Wieler. Covid-19 sei „eine vermeidbare Erkrankung.“

    Nach einer sehr erfolgreichen Eindämmung im Frühjahr bekomme Deutschland die Zahlen nun in der zweiten Welle aber „nicht mit aller Verve runter“. Der RKI-Präsident zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Bereitschaft  der Menschen, sich an die Vorsichtsmaßnahmen zuhalten, zunehme. Anders als im Frühjahr merkten inzwischen mehr Menschen aus eigener Anschauung, wie ernst die Krankheit sei.

    22.046 Neuinfektionen

    Mit Blick auf die von Bund und Ländern angestrebte Senkung der Neuinfektionen auf unter 50 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen sagte Wieler, dies sei „prinzipiell machbar“. Das zeige etwa das Land Hamburg, das lange Spitzenreiter bei den Infektionen war, und nun wieder einen Inzidenzwert von 69 Infektionen erreicht hat. Zuletzt konnten auch die Nachbarländer Belgien und Frankreich ihre Infektionsraten deutlich senken. 

    Wie schnell das gehen könne, hänge aber maßgeblich vom Verhalten der Menschen ab. Daneben müsse dringen die Prävention in den Alten- und Pflegeheimen verbessert werden. Das sei in den Krankenhäusern inzwischen gelungen, sagte Wieler.

    Um die Virus-Ausbreitung einzudämmen, hatten Bund und Länder beschlossen, den seit Anfang November geltenden Teil-Lockdown mit Schließungen zahlreicher Einrichtungen bis 10. Januar 2021 zu verlängern.

    Antigen-Tests nicht geeignet zum Selbsttest

    Den breiten Einsatz von Antigen-Schnelltests durch Laien sieht das RKI generell skeptisch: „Unsere Empfehlung ist, diese Tests noch nicht selbst anzuwenden, weil dafür medizinischer Sachverstand und Schulung nötig ist”, sagte die Leiterin des RKI-Lagezentrums, Ute Rexroth.

    In Schulen sei der Einsatz der Schnelltests nur im Rahmen eines Hygienekonzeptes sinnvoll, so Wieler. Dafür sollte möglichst eine Lehrkraft als Hygienebeauftragter von den Behörden geschult werden, wie die Tests durchzuführen sind. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte gefordert, dass sich  Lehrer und Erzieher nach vorheriger Schulung in Zukunft selbst auf das Coronavirus testen dürfen. 

    Mittlerweile listet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf seiner Webseite mehr als 200 Antigen-Tests auf. Sie liefern zwar binnen 15-30 Minuten ein Ergebnis, sind allerdings weniger sicher als die PCR-Tests, die Ärzte und Gesundheitsämter anwenden.

    Um gelistet zu werden, müssen die Tests eine Sensitivität von mindestens 80 Prozent aufweisen. Sie müssen also von 100 Infizierten 80 entdecken. Maßgeblich sind dabei die Herstellerangaben.

    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Mit 479 Todesfällen binnen 24 Stunden meldet das RKI den bislang zweithöchsten Wert seit Beginn der Pandemie.

    Startseite
    Mehr zu: Robert-Koch-Institut - „Lage sehr angespannt“: RKI-Chef mahnt zu deutlich stärkerer Corona-Eindämmung
    2 Kommentare zu "Robert-Koch-Institut: „Lage sehr angespannt“: RKI-Chef mahnt zu deutlich stärkerer Corona-Eindämmung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Frau Bundeskanzlerin sollte Herrn Prof. Wieler von der täglichen Pressekonferenz freistellen.

      Das Gesicht ist der Spiegel der Seele, sagt der Volksmund - ihm kann es nicht gut gehen bei immer denselben gleichen Des-Informationen sprich jonglieren mit uninteressanten Zahlen und verbreiten von Angst und Panik.
      Er weiss sicher den Unterschied von positiv Getestete - zumal mit einem PCR-Test, der für die Diagnostik nicht zugelassen ist - und Infizierte. Er weiss sicher auch, dass sich die Darstellung des Inzidenzwertes von 200 auf 100.000 Einwohner in 7 Tagen schlimmer anhört als ca. 0,3 positiv-Getestete täglich auf 1.000 Einwohner.
      Als Tierarzt liebt er sicher die Tiere .....

      Wer hat also etwas von dieser Hysterie und Angstmacherei - die Regierungsparteien siehe Umfrageergebnisse und die Pharmaindustrie durch zusätzliche Umsätze.
      Schließlich muss sich das Sponsering der WHO doch auszahlen.

      Nächstes Jahr heißt die neue Pandemie dann wieder Influenza oder multiresistente Krankenhauskeime.
      Die Kollateralschäden des Corona-Virus sind schlimmer als das Virus selbst.
      Es ist an der Zeit, sich die relevanten Daten selbst zu finden - ist gar nicht so schwer.

    • Wo soll die Senkung der Fallzahlen herkommen?

      Es ist allgemein bekannt, dass die Groko überwiegend Maßnahmen ergriffen hat, die dem Wähler NICHT weh tun, aber einen martialisichen Eindruck machen, um die Umfragen zu verbessern.

      Dabei haben die ergriffenen Maßnahmen teilweise gar keinen Einfluss auf die Fallzahlen wie bspw. Hotelschließungen. Wie soll man sich in einem Hotel anstecken, wenn das Frühstück aufs Zimmer serviert wird?

      Maßnahmen die wirken würden, wie die harte Beschränkung von privaten Kontakten, unterbleiben weistgehend, damit Merkel sich nicht unbeliebt macht. So geht die Krise weiter.

      Schäuble dazu:
      "Der Widerstand gegen Veränderungen wird in der Krise geringer."
      Q: Neue Westfälische 20.08.20

      Viele Unternehmen sterben.
      Der Staat ist nahezu banbkritt, aber der CDU ist der Wahlsieg sicher.
      Darum ging es Merkel bei all ihren populistischen Entscheidungen.
      Nicht umsonst beauftragt Sie 3 Umfragen je Woche. Q: Die Welt.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%