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Rohstoffförderung Bisher kein Interesse an Fracking-Feldversuchen in Deutschland

Trotz der gesetzlichen Erlaubnis forscht niemand zum Schiefergas-Fracking. So muss der Bundestag ohne Forschungsergebnisse aus Deutschland über ein Verbot entscheiden.
10.04.2020 - 15:36 Uhr Kommentieren
Der Bundestag hat die Fracking-Forschung in einem Zeitraum von fünf Jahren zugelassen, doch offenbar haben Wissenschaftler kein Interesse daran. Quelle: dpa
Fracking

Der Bundestag hat die Fracking-Forschung in einem Zeitraum von fünf Jahren zugelassen, doch offenbar haben Wissenschaftler kein Interesse daran.

(Foto: dpa)

Berlin Knapp vier Jahre nach dem Kompromiss zum Fracking-Verbot in Deutschland bleibt die Möglichkeit für vier Feldversuche zu Forschungszwecken noch ungenutzt. Es gebe in Deutschland keine laufenden Erprobungsmaßnahmen, teilte das Bundesforschungsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Nach Kenntnis des Ministeriums lägen auch keine Anträge zur Genehmigung vor. Zuständig für die Genehmigung sind die Bundesländer.

Beim sogenannten unkonventionellen Fracking wird mit Chemikalien vermischtes Wasser unter hohem Druck in Schiefergestein gepresst und das Gestein großflächig aufgebrochen, um Gas oder Öl zu fördern. Umweltschützer lehnen die Methode strikt ab. Sie befürchten etwa, dass Wasser verschmutzt wird, es zu Erdbeben kommt oder das Treibhausgas Methan unkontrolliert austritt.

Nach langem Streit hatte die damalige große Koalition 2016 beschlossen, dass die Methode in Deutschland tabu bleibt, zu wissenschaftlichen Zwecken aber vier Probebohrungen möglich sind, wenn die betroffenen Bundesländer dem zustimmen. Darin sahen Kritiker eine Hintertür, um diese Fracking-Art doch noch zuzulassen. 2021 soll der Bundestag auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse das Verbot erneut prüfen.

Die Expertenkommission Fracking hat die Aufgabe, den Bundestag dabei wissenschaftlich zu beraten. Bis Sommer 2021 werde man Studien beauftragen, um den Stand von Wissenschaft und Technik anderer Länder zu dokumentieren und zusammenfassen zu können, teilte die Kommission auf Anfrage mit. „Zwar können nicht alle geologischen, technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen auf Deutschland übertragen werden, dennoch kann die Zusammenfassung den Kenntnisstand auch für Deutschland sinnvoll ergänzen.“

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    Eigene Erkenntnisse aus Deutschland wird es nach aktuellem Stand nicht geben. „Spekulationen, warum bislang keine Anträge der Industrie eingegangen sind, stellen wir als Expertenkommission nicht an“, teilte das sechsköpfige Gremium mit.

    Oppositionsparteien fordern generelles Verbot

    Grüne und Linke fordern ein vollständiges Fracking-Verbot für Deutschland nicht nur für Schiefergestein, sondern auch für bestimmte Sandgesteinschichten, wo Fracking erlaubt ist und praktiziert wird.

    „Die Auseinandersetzung um Schiefergas-Fracking ist mit der Verabschiedung des Fracking-Gesetzespakets im Jahre 2016 nicht beendet, sondern nur vertagt worden“, sagte Linke-Energiepolitiker Hubertus Zdebel der dpa. Dass noch kein Antrag auf eine Probebohrung gestellt worden sei, bedeute nicht, dass Fracking für die Gaskonzerne uninteressant sei.

    Denn die Landesregierungen hätten erklärt, dass sie Probebohrungen nicht zustimmen würden, schließlich ist Fracking bei den Wählern nicht gerade beliebt. Zdebel ist überzeugt, dass die Industrie abwartet und über Anträge entscheiden wird, wenn die Expertenkommission genauere Anforderungen erarbeitet hat.

    Mehr: Die Energiewende wird ohne Wasserstoff nicht auskommen. Die Gaswirtschaft hat das erkannt. SO könnte das Erdgas von heute der Energieträger der Zukunft sein, schreibt Timm Kehler, Geschäftsführer eines Erdgaswirtschaftsverbandes in seinem Handelsblatt-Gastbeitrag.

    • dpa
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