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Rohstoffmarkt Fracking drückt die Ölpreise

Bisher war es nur eine Mutmaßung, jetzt gibt es konkrete Berechnungen: Der Fracking-Boom in den USA führt zu einem signifikant niedrigeren Ölpreis, zeigt eine neue Studie.
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Dank des Einsatzes der Technik sind die USA in den vergangenen Jahren zu einem der größten Rohölproduzenten der Welt geworden. Quelle: AP
Fracking in den USA

Dank des Einsatzes der Technik sind die USA in den vergangenen Jahren zu einem der größten Rohölproduzenten der Welt geworden.

(Foto: AP)

BerlinDass der Fracking-Boom in den USA massive Auswirkungen auf das Preisgefüge im Öl- und Gasmarkt hat, ist nicht zu bestreiten. Das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung versucht nun, dem Effekt ein Preisschild aufzukleben. Das Resultat lässt sich in der noch unveröffentlichten Studie „The U.S. Fracking Boom: Impact on Oil Prices“ nachlesen, die dem Handelsblatt vorliegt.

Demnach wäre der Rohölpreis um 40 bis 50 US-Dollar je Barrel höher, hätte es den Einsatz von Fracking bei der Ölförderung in den USA in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Allerdings, räumen die Autoren ein, haben die Berechnungen einen Schönheitsfehler: Sie lassen Veränderungen in der Ölnachfrage aufgrund des Fracking-Booms unberücksichtigt.

Zur Einordnung: Ein Barrel der Sorte Brent kostet im Moment 67 US-Dollar.

Fracking gilt als der „game changer“ des globalen Ölmarktes. Dank des Einsatzes der Technik sind die USA in den vergangenen Jahren zu einem der größten Rohölproduzenten der Welt geworden. Der Anteil des in den USA mittels Fracking geförderten Öls hat sich allein in der Zeitspanne von 2000 bis 2014 von sechs auf 50 Prozent erhöht.

Beim Fracking werden Flüssigkeiten mit hohem Druck in das Gestein einer Lagerstätte von Öl oder auch Gas gepumpt. Das Gestein wird auf diesem Wege aufgebrochen. Öl oder Gas können leichter und beständiger zur Bohrung fließen und gewonnen werden. In vielen Ländern ist Fracking wegen der befürchteten Umweltschäden, insbesondere einer Gefährdung von Trinkwasser, verboten oder streng reguliert.

In den USA dagegen hat sich die Technik, die im Prinzip schon seit Jahrzehnten bekannt ist, rasant ausgebreitet.

Der in den vergangenen Jahren immer wieder vermittelte Eindruck, der Einfluss der Opec sei aufgrund des Fracking-Booms in den USA drastisch gesunken, wird durch die Studie hingegen nicht bestätigt. „Die Opec hat es geschickt verstanden, angemessen auf den Fracking-Boom in den USA zu reagieren. Das zuletzt gestiegene Ölpreisniveau ist mit ein Beleg dafür“, sagte Manuel Frondel, einer der beiden Autoren der Studie, dem Handelsblatt.

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