Rot-Grün vorn „Stuttgart 21“ beschert Südwest-CDU Umfrage-Absturz

Der milliardenschwere Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs, der seit Wochen auch bundesweit für Schlagzeilen sorgt, wird von der Mehrheit der Baden-Württemberger abgelehnt. Die Einstellung zu dem Bauprojekt beeinflusst auch das Wahlverhalten für die Landtagswahl Ende März 2011: CDU und FDP müssen um ihre Mehrheit bangen.
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Schwere Zeiten für den Stuttgarter Regierungschef Stefan Mappus. Quelle: dpa

Schwere Zeiten für den Stuttgarter Regierungschef Stefan Mappus.

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HB HAMBURG. Auf die Frage, ob sie für das Großprojekt seien, antworteten in eine "Stern"-Umfrage 51 Prozent mit „nein“ und 26 Prozent mit „ja“. 23 Prozent waren unentschieden (“weiß nicht“). Noch eindeutiger ist die Ablehnung in der Hauptstadt des Bundeslandes selbst: Zwei Drittel (67 Prozent) der befragten Stuttgarter sind gegen den Umbau des Bahnhofs, 30 Prozent dafür und drei Prozent unentschieden.

Die Einstellung zum Bauprojekt in der Stuttgarter Innenstadt beeinflusst auch das Wahlverhalten für die Landtagswahl Ende März 2011. Insgesamt sagen 29 Prozent der Baden-Württemberger, das Projekt sei für sie wahlentscheidend.

CDU und FDP müssen um ihre Mehrheit bangen. Wenn jetzt Wahl wäre, könnten nach einer Umfrage des Forsa-Instituts für den "Stern" SPD und Grüne mit gemeinsamen 48 Prozent der Stimmen die Regierung stellen. CDU und FDP müssten mit zusammen 43 Prozent auf den Oppositionsbänken Platz nehmen.

Die CDU kommt in der Umfrage nur auf 37 Prozent - bei der letzten Wahl im März 2006 hatte sie 44,2 Prozent geholt. Mit sechs Prozent müsste auch die FDP starke Stimmenverluste hinnehmen - 2006 hatte sie noch 10,7 Prozent erhalten. Die SPD kann von der Schwäche der Regierung nicht profitieren, mit 24 Prozent liegt sie sogar noch unter ihren mageren 25,2 Prozent im Jahr 2006.

Die Schwäche der SPD hängt offensichtlich auch mit dem Bahnhofsprojekt zusammen: Während die Parteispitze den Umbau verteidigt, sprechen sich 57 Prozent der SPD-Wähler dagegen aus.

Sensationell stark sind im Südwesten die Grünen, die - einmalig für einen Flächenstaat - mit 24 Prozent gleichviele Wähler wie die SPD finden. Sie sind zurzeit doppelt so stark wie bei der letzten Wahl, als sie 11,7 Prozent bekamen. Die Linke würde mit vier Prozent nicht den Sprung in den Landtag schaffen. Für „sonstige Parteien“ wollen fünf Prozent der Baden-Württemberger stimmen.

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7 Kommentare zu "Rot-Grün vorn: „Stuttgart 21“ beschert Südwest-CDU Umfrage-Absturz"

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  • Nordumfahrung Stuttgart? Wozu? Es wäre mE gescheiter, die gesparten Strassen- und S21-Milliarden in dichtere Zugfolgen UND dem Streckenausbau im Norden zu investieren:
    - Riedbahn-Ausbau Ffm nach Mannheim sichert Pünktlichkeit nach Süden
    - S-bahn Marbach-backnang
    - dichtere S-bahn-Zugfolge nördlich von Zuffenhausen und südlich von S-Vaihingen
    - Express-S-bahnen mit weniger Halten
    - Hochrüstung elektrische Ausrüstung der höchst unzuverlässigen Lokbaureihe 101
    - und dann funktionierende Toiletten (haben PKW zwar nicht, aber im Zug ein Plus)

  • Statt das Geld sinnlos in den bahnverkehr zu investieren , köönte endlich eine zwiespurige Nordumfahrung um Stuttgart relisiert werden. Ein 3-spuriger Ausbau der A81 nach Singen bis Herrenberg ist auch dringend notwendig.

    Doch alles Geld fliesst in die Spielzeugeisenbahnen der Rot-Grünen Politiker.

    Für Autofahrer ist Stuttgart die Hölle. Es wird seit Jahren nichts investiert.

  • wie man wgen einiger unschöner bullaugen im ingenhoven-Entwurf eine Landtagswahl aufs Spiel setzt, bleibt mir unerklärlich! Ändert den Enwurf (ähnelt mehr einem Parkhaus), lasst die Züge durch den Seitenflügel gehen (in berlin schon lange realisiert) und die Landtagswahl ist noch zu gewinnen.

  • @Adenauer

    Stimme ihnen zu. in der Schweiz gab es den Plan zu einen Hyperschnellzug analog iCE/D der sich allerdings für die kurzen Strecken nicht gerechnet hätte und ein Milliardenfrankengrab geworden wäre. Per Volksentscheid wurde der Plan gestoppt und stattdessen in die bahninfrastruktur/Nahverkehr investiert. Der öffentliche Nahverkehr in der Schweiz ist ausgezeichnet - so hat es sich das Volk als Souverän auch ausbedingt. Volksentscheid - das ist lebendige Demokratie u. ein Schutz vor Lobbyisten ob aus dem beamtenstand oder der Wirtschaft.

    Wer sich die Entwicklung in Deutschland seit Adenauer anschaut wird eine steigende Steuerlast und eine Schwächung der Demokratie feststellen. Mein persönliches Fazit: Wer mein Geld nimmt, nimmt mir immer auch ein Stück Freiheit es nach meinem Gusto einzusetzen.

  • Hochmut kommt vor dem Fall. Wie sich die CDU in baden-Württemberg selber erledigt, ist schon atemberaubend.

  • Hoffentlich hält das Erinnerungsvermögen der Wähler bis zu den Wahlen an und sie lassen sich nicht wieder von den Politikern mit leeren Versprechen, die ohnehin nicht eingehalten werden, "einlullen"!

  • Volksentscheid!
    Ein Volksentscheid wäre die Lösung gewesen. Nicht nur für dieses Thema. Mehr Mut zur Demokratie.
    Die Politiker sollten sich an den Gedanken gewöhnen, dass die Demokratie (der Souverän des Volkes)auch nach der Wahl nicht zu Ende ist und sie nicht uneingeschränkt ihren Dienstherrn aus den Lobbys und den Sachzwängen dienen können.
    Das Rückgrat haben leider nur wenige, wenn es ernst wird.

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