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Rot-Rot-Grün Berlin streicht Ex-Reichspräsident Hindenburg von Ehrenbürgerliste – Kritik von CDU und FDP

Paul von Hindenburg gilt als Wegbereiter Adolf Hitlers. Dass er in der Hauptstadt nicht länger Ehrenbürger sein soll, löst Streit aus.
31.01.2020 - 09:38 Uhr 2 Kommentare
Rot-Rot-Grün erkennt Paul von Hindenburg Ehrenbürgerschaft ab Quelle: dpa
Paul von Hindenburg

Hindenburg wurde 1925 Reichspräsident der Weimarer Republik.

(Foto: dpa)

Berlin Die Streichung des ehemaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg von der Ehrenbürgerliste Berlins sorgt für Streit. Das Abgeordnetenhaus hatte am Donnerstag mit der Mehrheit von Rot-Rot-Grün beschlossen, Hindenburg die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen.

Hindenburg war während des Ersten Weltkrieges Chef des Generalstabes des Heeres und später einer der einflussreichsten Politiker der Weimarer Republik. Am 30. Januar 1933 hatte er Adolf Hitler zum Reichskanzler berufen und war am 20. April 1933 Ehrenbürger Berlins geworden, am gleichen Tag wie Hitler. Damit begründeten die Regierungsfraktionen auch ihre Entscheidung.

Hindenburg habe dazu beigetragen, die Demokratie in Deutschland zu zerstören und der Diktatur den Weg zu ebnen, erklärte die stellvertretende Linken-Fraktionschefin Regina Kittler. „Die Zeit, in der wir leben, erfordert wieder ein Aufstehen für Demokratie. Das schließt die konsequente Verurteilung von Tätern ein. Und Hindenburg war Täter.“

Politiker von CDU, FDP und AfD kritisierten den Beschluss. Der CDU-Abgeordnete Robbin Juhnke lehnte diese „ahistorische Sichtweise“ auf Hindenburg ab. Hindenburg sei zweimal in freier Wahl zum Reichspräsidenten gewählt worden, beim zweiten Mal mit Unterstützung der SPD. Er sei zwar eine historisch umstrittene Figur, es sei aber falsch, ihm die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen.

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    Auch die Berliner FDP hält die Entscheidung für falsch. „Hindenburg war eine Stütze der Weimarer Republik, stabilisierte auch das parlamentarische und demokratisch gewählte System“, twitterte die FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Auch wenn jemand wie Hindenburg heute nicht mehr auf die Ehrenbürgerliste käme, „rechtfertigt das nicht seine Streichung“.

    Zahlreiche Twitternutzer kritisierten daraufhin den Tweet und warfen den Liberalen vor, Hindenburgs Vita zu verharmlosen. Die FDP löschte den Beitrag schließlich und stellte klar: „Die deutsche Geschichte ist ein sensibles Thema. Wir haben uns nicht dementsprechend ausgedrückt. Hindenburgs historische Rolle ist differenziert zu betrachten. Diesem Anspruch ist unser Tweet nicht gerecht geworden. Wir bitten das zu entschuldigen.“

    Sebastian Czaja, Vorsitzender der FDP-Fraktion, wies Vorwürfe eines angeblichen Rechtsrucks aus den Reihen der Linkspartei zurück. „Dass die Linke ein grundlegendes Problem mit der Deutschen Geschichte hat, weil ihnen ihre sozialistische Lieblingsdiktatur abhandengekommen ist, ist ja kein Geheimnis“, twitterte er.

    Auch die AfD tadelte die Streichung Hindenburgs von der Liste. Die Entscheidung sei „erbärmlich“, twitterte Götz Frömming, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Bundestag, „Wer ist der nächste?“

    • rot
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    2 Kommentare zu "Rot-Rot-Grün: Berlin streicht Ex-Reichspräsident Hindenburg von Ehrenbürgerliste – Kritik von CDU und FDP"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Frage ist essentiell.
      Zwar konnte Hindenburg Hitler nicht leiden - für ihn war er ein "böhmischer Gefreiter". Aber als Begründung für die Abneigung waren dessen "mangelndes Deutschtum" und niedriger militärischer Rang wohl so ziemlich der lächerlichste und erbärmlichste aller Ablehnungsgründe.
      Und diese stellte er auch flugs hintan als Göring ihn aufsuchte und ihm klarmachte, die Nationalsozialisten würden dafür sorgen, daß er und sein Sohn im Gefängnis landen würden, sobald die Nazis die ihnen bekannt gewordenen riesigen Subventions-Betrugsmanöver für die Güter im Osten bekannt machen würden.
      Da zog er es vor, den böhmischen Gefreiten zum Reichskanzler zu machen. Dafür bekam er die Ehrenbürger-Würde.
      Der Skandal ist, daß es fast 90 Jahre brauchte, ihm diese wieder zu entziehen ...

    • Bekanntlich konnte Hindenburg Hitler nicht leiden. Ob er ihn haette verhindern koennnen,
      ist streitig, aber auf jeden Fall war er kein Sympathisant. Aber die Regierung unserer
      Hauptstadt hat ja nichts besseres zu tun als diese essentielle Frage zu diskutieren.

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