Roth und Özdemir Spielbälle der Grünen-Basis

Die Grünen sind eigen, wenn es um die Auswahl ihres Führungspersonals geht. Claudia Roth hat das bei der Urwahl zur Bundestags-Spitzenkandidatur spüren dürfen. Ihrem Co-Vorsitzenden Özdemir droht ein ähnliches Schicksal.
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Die Grünen-Bundesvorsitzenden Claudia Roth, links, und Cem Özdemir. Quelle: ap

Die Grünen-Bundesvorsitzenden Claudia Roth, links, und Cem Özdemir.

(Foto: ap)

BerlinNach der Aufstellung ihrer Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl sind die Grünen an einer quälenden Führungsdebatte vorbeigeschrammt – vorerst zumindest. Parteichefin Claudia Roth kündigte am Montag an, dass sie trotz ihrer Niederlage bei der Mitgliederbefragung beim Parteitag am kommenden Wochenende erneut für den Vorsitz kandidieren werde. Der Entschluss der 57-Jährigen, die seit acht Jahren an der Parteispitze steht, wurde im Führungszirkel mit großer Erleichterung aufgenommen. Bei einer anderen Entscheidung hätten die Grünen beim Delegiertentreffen in Hannover nach einer neuen Chefin suchen müssen.

Der Partei steht aber ein neues Problem ins Haus. Diesmal geht es um den Co-Vorsitzenden Cem Özdemir. Der will im kommenden Jahr wieder in den Bundestag einziehen. 2009 ist ihm das misslungen. Sein baden-württembergischer Landesverband verweigerte ihm damals die Unterstützung. Einen sicheren Listenplatz für die Bundestagswahl erhielt er nicht. Özdemir war daher auf ein Direktmandat angewiesen. Doch auch das verpasste er. Im kommenden Jahr sollte deshalb alles anders werden. Doch die Parteilinke macht Özdemir einen Strich durch die Rechnung.

Als Spitzenduo für den anstehenden Wahlkampf haben sie die Landesgruppenchefin der Südwest-Grünen im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, und den Mannheimer Bundestagsabgeordneten und Finanzexperten Gerhard Schick, auserkoren. Kotting-Uhl beansprucht auf dem Böblinger Landesparteitag Anfang Dezember Platz eins der Landesliste, den eigentlich die stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Kerstin Andreae, im Blick hatte, Schick will den von Özdemir angepeilten Platz zwei.

Der Parteilinke, der über die Parteigrenzen hinaus wegen seiner finanzpolitischen Expertise geschätzt wird, macht denn auch keinen Hehl daraus, dass er die Kraftprobe mit Özdemir sucht. „Die Regel, dass man gegen einen Vorsitzenden nicht antritt, hat es bei den Grünen nie gegeben“, hatte Schick vor kurzem erklärt, „die kann man jetzt nicht plötzlich erfinden“. Er habe daher vor, für Platz zwei der Landesliste zu kandidieren.

Für den früheren Bundesparteichef Reinhard Bütikofer steht außer Frage, wie er unlängst via Twitter mitteilte, dass Özdemir als Bundesvorsitzenden beschädigt wäre, würde er Schick in einer Kampfabstimmung unterliegen. Der könne kein politisches Gewicht mehr auf die Waagschale bringen, wenn ihm sein eigener Landesverband zweimal einen vorderen Listenplatz verweigere, schrieb Bütikofer.

Experte: Eine weitere Demontage wäre unschön
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16 Kommentare zu "Roth und Özdemir: Spielbälle der Grünen-Basis"

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  • Es ist nicht merkwürdig die Nationalhymne nicht mitzusingen. Soldaten jedes Landes auf dieser Welt gehen beim abspielen ihrer jeweiligen Hymne ins "Stillgestanden" so lange sie andauert. Aus einem "nichtsingen" läßt sich keine Ablehnung ableiten.

  • Das ist, mit Verlaub Quatsch. Auf einem Briefbogen eines Ministeriums steht sowieso nicht "Deutscher Bundestag", sondern die Bezeichung des Ministeriums.

  • Als Politiker oder gar Minister die eigene Nationalhymne abzulehnen, ist abr schon mehr als merkwürdig

  • LBraren
    Trittin hat, als er in der Rot-Grünen Koalition Minister war, von den Briefbögen seines Amtes auch das Wort Deutsch gestrichen
    Für gewöhnlich steht da Deutscher Bundestag, bei Trittin stand dann nur noch Bundestag

  • Es ist jedermanns Recht, etwas nicht zu singen. Auch Nationalhymnen.

  • Um die Gesinnung Trittins noch etwas zu vertiefen.
    In der FAS vom 2.1.05 erklärte er:
    „Noch nie habe ich die Nationalhymne gesungen und werde es auch als Minister nicht tun.“
    Passt sehr gut zu dem Zitat, vor dem er mit juristischen Schritten droht.
    Will er das Internet verklagen?

  • wie gehirngewaschen ist diese Gesellschaft eigentlich schon,
    um sich solche Gestalten wie sie die Grünen verkörpern leisten zu wollen. Solche Parteien ermöglichen das Erstarken
    des Rechtsextremimus und wer will den?
    Ich war nie ein Freund von CDU oder FDP, aber die sind mir mittlerweile fast lieber, als diese europatrunkenen
    [...].
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Warum schreiben Sie alles groß und in so einem Pseudo-Propagandaformart ?
    Dieses herumgespame ist unnötig.

    Wenn ich Kommentare in solcher Form lese bekomme ich regelmäßig Ausschlag.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Für mich war bisher das HB immer noch ein Forum um seine Meinung frei äussern zu können.
    Dies war sehr wohltuend in der zum grössten Teil gleichgeschalteten Presse dieses Landes.

    Ab heute muss ich wohl anders darüber denken.

    Es scheint so als hätte dieses Land einen sehr schweren Weg vor sich.

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