Rückendeckung für Wulff Steinbrück wettert gegen „gewalttätigen Journalismus“

Christian Wulffs scharfe Attacke auf Justiz und Medien schlägt hohe Wellen. In der Politik löst er damit aber nicht nur Kopfschütteln aus. Peer Steinbrück gibt dem ehemaligen Bundespräsidenten Recht – auf seine Weise.
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Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück: „Wer diktiert die politischen Bedingungen für Rücktritte in Deutschland?“ Quelle: dpa

Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück: „Wer diktiert die politischen Bedingungen für Rücktritte in Deutschland?“

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BerlinVielen ist die Affäre um Christian Wulff noch in guter Erinnerung. Am 17. Februar 2012 war der CDU-Politiker als jüngstes Staatsoberhaupt nach 598 Tagen und damit der kürzesten Amtszeit aller bisherigen Bundespräsidenten zurückgetreten. Kaum ein anderer Politiker fiel so schnell so tief wie Wulff. Amt, Ruf und Ehre verlor er im Verlauf der Affäre, am Ende sogar Ehefrau Bettina. Das ist umso bitterer, als das Landgericht Hannover ihn dann letztlich vom Vorwurf der Vorteilsannahme in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident freigesprochen hat.

Welcher Zorn vor allem auf Teile der Medien und der Justiz in ihm gärt, daraus macht der gestürzte ehemalige Bundespräsident keinen Hehl. Seine Abrechnung hat er niedergeschrieben in seinem Buch „Ganz oben Ganz unten“. Peer Steinbrück hat das Werk gelesen. In der Wochenzeitung „Die Zeit“ bezieht der ehemalige Kanzlerkandidat der SPD dazu ausführlich Stellung.

Auch Steinbrück liefert eine Abrechnung. Darauf deutet gleich die Überschrift seiner Buchrezension unmissverständlich hin: „Medien als Folterwerkzeug“ hat er seinen Text überschrieben. Wer Steinbrück kennt, weiß, dass er sowas nicht einfach so dahin schreibt, dass er damit nicht ein Versprechen abgibt, dass er am Ende dann doch nicht hält. Im Gegenteil: Steinbrück schlägt sich auf die Seite Wulffs. Ohne Wenn und Aber. Dahinter steht eine schonungslose Analyse des Falls Wulff.

Die Gründe für seine Parteinahme nennt Steinbrück gleich zu Beginn seines Beitrags. Es sind die vielen Facetten der „politischen und persönlichen Verfolgung und Zuschaustellung“ von Wulff, die ihn umtreiben. Es geht um eine Geschichte, die, wie Steinbrück es nennt, „fürwahr aufschreckt“. Es geht um „Anmaßungen von Medien und Justiz, journalistisches Jagfieber und Rudelverhalten, die Beschädigung einer öffentlichen Person im höchsten Staatsamt, Manipulation und Indiskretionen, sogar Rechtsbeugung, Denunziationen und Nötigung“.

„Aus scharfer Klinge der Meinungsfreiheit wurde ein Folterwerkzeug“
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7 Kommentare zu "Rückendeckung für Wulff: Steinbrück wettert gegen „gewalttätigen Journalismus“"

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  • Diesmal wurde das Bild besser ausgesucht oder vorher verändert. Der "Stinkefinger" ist nicht zu sehen, aber wir wissen auch so wie eSteinbrück "tickt".

  • Gescheiterte Politiker suchen die Fehler immer bei anderen. Das passt zusammen.

  • ob herr st. für dieses statement auch geld genommen hat????

  • Das war eine Treibjagd auf Wulff, die BILD angezettelt hat und die an und für sich seriöse Medien dann mitgemacht haben. Man wollte zeigen wer den Bundespräsidenten ernennen darf. Und jetzt, nach dem Freispruch, hat keine dieser Medien den Mut, sich zu entschuldigen. Und auch die Politik kann nur nachkarteln. In der kritischen Phase wurde Wulff seitens der Politik jede Unterstützung verwehrt!

  • Wenn der Fall eines aufdeckte, dann ist es die Posse um die sogenannte "Unabhängigkeit der Justiz".

    Was die Fälle Wulff und Steinbrück angeht, muss man festhalten, dass beide Fälle ebenfalls Possen von Anfang an sind.

    Möglicherweise haben Sie Schwierigkeiten den Abgleich zu verstehen. Deshalb hier der Gedankengang.

    Im Fall Wulff ging es um Korruption. Steinbrück hat mit seinen Vorträgen im Jahr mehr als 1Mio. € eingenommen. Gehen Sie davon aus, dass die Banken diese Honorare ohne Erwartung der Gegenleistung abgedrückt haben?

  • ja, und wenn es über die presse nicht geht den Otto Normalo zu einflussen dann reitet er een mit d Kavallerie nach Salzburgwedel...........

  • Der Einschätzung von Herrn Steinbrück schließe ich mich an. Schön, dass das Handelsblatt ihr den Raum gibt, der ihr gebührt. Der Fall Wulff hat gezeigt, dass auch die 4. Gewalt als Wolf im Schafspelz des Moralapostels daherkommen und der Versuchung der Macht -in diesem Fall des Wortes- erliegen und sich beschmutzen kann.

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