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Rückruf für einen Technokraten Horst Köhler: Ein Mann von Welt

Als Horst Köhler Mitte Mai 2003 eine Sitzung der G8-Finanzminister in Deauville verlässt, wirkt er sichtlich irritiert. Direkt im Anschluss an die mittägliche Gesprächsrunde greift der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) Bundesfinanzminister Hans Eichel an.
  • Michael Backfisch und Klaus Engelen (Handelsblatt)

WASHINGTON/BERLIN. Er habe nicht als Vertreter Deutschlands in der Runde gesessen, sondern als Chef einer internationalen Organisation. Er könne nicht akzeptieren, dass Eichel seine Glaubwürdigkeit in Frage stelle. Eichel hatte ihm zuvor in der Sitzung vorgeworfen, „Deutschland herunterzureden“. Köhler wisse doch, was in Deutschland gehe und was nicht.

Der 61-Jährige ist niemand, der Auseinandersetzungen aus dem Weg geht. Im Gegenteil: Der Mann, den CDU, CSU und FDP am 23. Mai zum Bundespräsidenten wählen wollen, ist bekannt dafür, für seine Standpunkte zu kämpfen. Die sind momentan, was Deutschland angeht, eher kritisch. Das machte er auch gestern Abend bei der ersten Pressekonferenz nach seiner Nominierung in Washington deutlich: Deutschland brauche vor allem einen Diskussions- und Veränderungsprozess, betonte er, nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in den Bereichen Bildung, Kultur und im Zusammenleben der Menschen.

Jeden Morgen zwischen neun und zehn Uhr lässt er sich den Pressespiegel mit den neuesten Nachrichten von der anderen Seite des Atlantiks in sein holzgetäfeltes Büro im zwölften Stock des Washingtoner IWF-Gebäudes bringen. Wenn er dann auf seine Heimat angesprochen wird, kräuselt er die Stirn. „Uns bereitet es Sorge, auch wegen der Auswirkungen auf ganz Europa, dass die deutsche Wirtschaft praktisch seit drei Jahren stagniert“, klagte er noch vor wenigen Monaten. Sein Rezept ist einfach: „Nachhaltige Reformen des Arbeitsmarkts und des Sozial- und Steuersystems müssen auf den Weg gebracht werden.“

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