Rücktritt erklärt Christian Wulff ist zurückgetreten

Christian Wulff ist als Bundespräsident zurückgetreten. Zum Abschied weist er alle Vorwürfe zurück. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht sich indes auf die Suche nach einem neuen Präsidenten - und die Piraten zeigen Härte.
Update: 17.02.2012 - 12:41 Uhr 63 Kommentare

Wulff tritt zurück

BerlinDer Druck war dann doch zu groß: Nach nur 20 Monaten im Amt hat Bundespräsident Christian Wulff seinen Rücktritt erklärt. Er habe nicht mehr das nötige Vertrauen einer breiten Mehrheit der Bevölkerung, sagte Wulff im Berliner Schloss Bellevue zur Begründung. Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte am Vorabend beim Bundestag die Aufhebung der Immunität Wulffs beantragt, um ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher Vorteilsannahme einleiten zu können.

Deutschland brauche einen Bundespräsidenten, „der von dem Vertrauen nicht nur einer Mehrheit, sondern einer breiten Mehrheit der Bürger getragen wird“. Nach den Vorwürfen der letzten Wochen sei dies „nachhaltig beeinträchtigt“, sagte Wulff in Berlin. Er könne daher das Amt nicht mehr so wahrnehmen, wie es notwendig sei. Seine Vertretung werde Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU) übernehmen. Auf der Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsextremer Gewalt am kommenden Donnerstag werde Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprechen.

Die Bundeskanzlerin hat den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff mit „größtem Respekt und tiefem Bedauern“ aufgenommen. Sie will nun einen gemeinsamen Kandidaten von Koalition und Opposition für die Nachfolge von Christian Wulff als Bundespräsident vorschlagen. Das sagte die CDU-Vorsitzende in Berlin.

Wulff betonte, er sei davon überzeugt, dass die anstehende rechtliche Klärung der Vorwürfe gegen ihn „zu einer vollständigen Entlastung führen wird“. Er habe sich in seinen Ämtern stets korrekt verhalten. Er sei immer aufrichtig gewesen. Die Medienberichterstattung in den vergangenen zwei Monaten habe seine Frau und ihn verletzt, sagte Wulff.

Er gab seinen Rücktritt in einer persönlichen Erklärung bekannt, zu der er kurzfristig in seinen Amtssitz Schloss Bellevue geladen hatte. Begleitet wurde er von seiner Frau Bettina, bei der er sich ausdrücklich bedankte.
Wulff hatte sich 2010 bei der Präsidentenwahl gegen den ehemaligen Bürgerrechtler in der DDR, Joachim Gauck, durchgesetzt, der für SPD und Grüne ins Rennen gegangen war. Gauck zählt immer noch zu den potenziellen Nachfolge-Kandidaten.

Weichen für Nachfolger sollen gestellt werden
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63 Kommentare zu "Rücktritt erklärt: Bundespräsident Christian Wulff gibt auf"

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  • Wo haben denn nur die meisten Kommentatoren deutsche Rechtschreibung gelernt???

  • ... wird sie nicht denn dann wird sie wegen Verletzung ihrer elterlichen Fürsorgepflicht durch die Boulevardpresse angezählt! lol

  • Weltfremd und Bürgerfremd hat sich der Bürger Wulff in den letzten Monaten verhalten, verblendet von Macht und Privilegien. Jetzt folgt der steile Absturz: vom Bundespräsidenten zum Normalbürger bis möglicherweise rechtskräftig verurteiltem Straftäter. Schuld daran ist nur er selbst.

  • Das Ziel dieser Medienkampagne (im Gegensatz zu anderen) ist erreicht und die Zukunft wird zeigen, wer davon profitiert hat! Nun ist Herr Seehofer der Vertreter, der am 20.05.2010 öffentlich gesagt hat, das diejenigen die gewählt werden (also Politiker), nichts zu entscheiden haben(also Marionetten der 1 Prozent sind).
    Wer glaubt, das wir eine Verfassung haben (siehe Art. 146 GG) und ein souveräner Staat wären, der schläft noch tief und fest, aber wird in diesem Jahr 2012 noch aufwachen!
    Wacht auf! Wacht auf! Wacht auf!

  • Kai Diekmann for president!
    Nach der harten Recherche-Arbeit (jeden Stein bei Wulffs dreimal umgedreht) gebührt ihm die Ehre jetzt Bundespräsident zu werden. Er hat gezeigt, dass ein Bild-Chefredakteur in der Lage ist, jeden Politiker abzusägen.

  • Genau so unglücklich, wie er die Affäre um ihn behandelte, gestaltete er seinen Rücktritt. Kein Wort der Entschuldigung wegen der Enttäuschung, die er vielen Menschen bereitete. Stattdessen geriert er sich und seine Frau wieder als Opfer, die von Böswilligen verletzt wurden. Nein Herr Wulff: Das war kein gekonnter Rücktritt, sondern ein Trauerspiel.

    Ich werde ihm jedenfalls nicht, wie Frau Merkel, Respekt zollen, sondern ihn als einen unglücklich handelnden, unfähigen karrieresüchtigen Politiker im Gedächtnis behalten.

  • ...und er hätte sich nicht pro-islamisch äußern dürfen!
    Die Deutschen sind und bleiben xenophob!

  • Wer wird wohl der Nachfolger werden? So wie die nun (richtigerweise) die Messlatte der Sauberleit liegt, wird es wohl kein Berufspolitiker werden.
    Klar ist solche Leute wie ehedem Herr Rau etc. haben zuviel Dreck am stecken. Da wird es eher ein unbefangener wie Herr Herzog.

  • Herr Gauck müßte einen Sockenschuß haben, wenn er sich zur Wahl des BP stellen würde.
    Dorthin müßte man soche Typen wie Westerwelle strafversetzen als Kanonenfutter für die pervertierten Medien. Wenn es keiner machen will, dann kann Miss Marple(Verzeihung Merkel)das Amt auch gleich übernehmen.Dann braucht sie keine Marionetten mehr.

  • Wäre die Presse mal so genau in Ihrer Analyse mit den Rettungspaketen und den Lasten aus den anstehenden Pensionen in D. Das ist wahres Verbrechertum!! Dort geht es gerade um Milliarden bzw. Billionen....oje, du armes Deutschland.

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