Rücktritt von Berlins Bürgermeister Wowereit kehrt der Politik den Rücken

Ende einer Ära: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat seinen Rücktritt angekündigt. Zum Jahresende will der SPD-Politiker Platz machen. Die möglichen Nachfolger laufen sich schon warm.
Update: 26.08.2014 - 15:01 Uhr 42 Kommentare

Wowereit erklärt Rücktritt

BerlinBerlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will zum Jahresende zurücktreten. „Ich habe heute mitgeteilt, dass ich das Amt des regierenden Bürgermeisters zum 11. Dezember abgebe“, sagte Wowereit am Mittag auf einer Pressekonferenz. Damit bestätigte er einen entsprechenden Bericht von Handelsblatt Online.

Wowereit begründete den Schritt damit, dass es in letzter Zeit Spekulationen über die Amtszeit des regierenden Bürgermeisters gegeben habe, auch aus den eigenen Reihen. Diese Spekulationen hätten wenig Nutzen für die Partei gebracht und viel Schaden für eine effektive Regierungsarbeit. Deshalb wolle er mit seiner persönlichen Entscheidung diese Spekulationen beenden. Der Entschluss dazu sei über Monate gereift. Regierender Bürgermeister zu sein, sei eine der größten Herausforderungen in dieser Republik, sagte Wowereit. „Ein schönes, aber auch aufzehrendes Amt.“ Gleichzeitig wird Wowereit auch das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden beim Berliner Flughafen (BER) aufgeben.

Zur Nachfolge wollte sich Wowereit nicht äußern. Der parteilose Finanzsenator Ulrich Nußbaum wird ebenso immer wieder genannt wie der Vorsitzende der Berliner SPD, Jan Stöß, sowie Fraktionschef Raed Saleh. Am Nachmittag sagte dieser auch öffentlich, dass er Wowereits Nachfolger werden will.

Wowereit ist seit dem Jahr 2001 im Amt, zuletzt hatte der 60-Jährige mit sinkender Beliebtheit bei den Wählern zu kämpfen. Besonders das Desaster um den Bau des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg kratzte am Ansehen des Regierungschefs. Wowereit hatte das Projekt zum wichtigsten seiner Amtszeit erklärt.

Der stellvertretende Vorsitzende der Berliner CDU, Frank Steffel, sprach sich dafür aus, die Koalition mit den Sozialdemokraten fortzusetzen. „Wir warten jetzt in aller Ruhe die Nachfolgeentscheidungen der SPD ab. Wir stehen zur Koalition und gehen davon aus, dass dies auch für die SPD-Führung gilt“, sagte der Bundestagsabgeordnete Handelsblatt Online.

Steffel warnte die SPD zugleich davor, die Koalition zu Gunsten eines Bündnisses mit den Linken und den Grünen aufzukündigen. „Ein Linksbündnis oder eine Drei-Parteien-Koalition sind keine stabile Perspektive für die deutsche Hauptstadt“, sagte der CDU-Politiker. Bei aller Kritik an Wowereit dürfe man seine Amtszeit auch nicht auf das Flughafendesaster begrenzen. „Er hat schwerer Fehler gemacht, aber Berlin auch geprägt und weiterentwickelt“, sagte Steffel. „Sein Rücktritt war sicherlich seine schwerste Entscheidung und verlangt mir Respekt ab.“

Aus Sicht der Grünen muss es in Berlin nun Neuwahlen geben. Angesichts der „holprigen“ rot-schwarzen Koalition dürften nicht SPD und CDU entscheiden, wie es weitergeht, sondern die Berliner selbst, forderte die Fraktionsvorsitzende der Berliner Grünen, Ramona Pop, am Dienstag. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Neuwahlen.“ Die nächste reguläre Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin steht erst im Herbst 2016 an.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
FDP-Chef Lindner: „Wowereit muss sofort gehen“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Rücktritt von Berlins Bürgermeister - Wowereit kehrt der Politik den Rücken

42 Kommentare zu "Rücktritt von Berlins Bürgermeister: Wowereit kehrt der Politik den Rücken"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das hat sich doch schon von zwei Jahren angedeutet. Nicht nur das er scharf auf die Pension war, meines Wissens können Berliner Politiker mit 58 Jahren in Rente gehen. Da geht er hin, der Wowereit. Wohl wissend das die SPD einen Kulturbeauftragten, oder was auch immer, mehr zu versorgen hat. Natürlich auf Kosten des Steuerzahlers.

  • wer wissen möchte wie solche spiele ablaufen, einfach mal das leben von ron sommer beleuchten.
    Bei ronni hat damals auch ganz deutschland sich gefreut das er aus der telekom raus ging.

    Schau richtig hin, Michel und Micheline :-)) Dann wird Dir geholfen.

  • ich finds immer wieder niedlich wie die leute froh über solche abdankungen sind. Leider begreift Michel nicht, dass diese leute fast immer unauffällig in z.b. eine stiftung als vorstand verschoben werden und dort noch mehr steuergelder verschenken. Gut, michel glaubt, die stiftungen sind alle privat. Rein rechtlich stimmt das oft. Aber das geld kommt zum grossteil so oder so vom steuerzahler.

  • Jetzt haben die Medien wieder ein Ablenkungsthema:

    Heimlich, still und leise schon wieder ein Rechtsbruch: Der ESM-Gouverneursrat soll ermächtigt werden, für eine Änderung der ESM-Satzung zu stimmen. Konkret geht es darum, dem ESM auch direkte Finanzhilfen für Banken und andere Finanzinstitute zu ermöglichen.
    Die Bundesregierung hat dem deutschen Bundestag zwei Gesetzesänderungen zur Abstimmung nach der Sommerpause vorgelegt. Diese sollen den deutschen Vertreter im ESM-Gouverneursrat ermächtigen, für eine Änderung der ESM-Satzung zu stimmen. Konkret geht es darum, dem ESM auch direkte Finanzhilfen für Banken und andere Finanzinstitute zu ermöglichen.

  • Da kann ich mich den anderen hier im Chat nur anschliessen ----ENDLICH----!!!! Viel Spass im Ruhestand Wowi du hast ihn dir NICHT verdient. Eigentlich sollte er seine Rente die er nun für die Jahre als OB bekommt (und das wird nicht wenig sein) jeden Monat spenden um wenigstens ein bisschen Buße zu tun für den Murks den er gemacht hat !

  • Ist Merkel auch eine Verlegenheitslösung?

    Wer klärt eigentlich, ob Wowereit den Steuerzahler geschädigt hat, und leitet ggf. ein Verfahren gegen ihn ein?

  • Anforderungsprofil für optimalen Nachfolger:

    Strenger Muslim, doppelte Staatsbürgerschaft, aus den Bezirken Kreuzberg, Neukölln oder Wedding stammend, Harz IV- und Sozialhilfebezieher in der dritten Generation, Schulabbruch, diverse Vorstrafen (Einbruch, Diebstahl, Gewaltverbrechen), rudimentäre Deutsch-Sprachkenntnisse, verächtliche Haltung ggü. deutschem Rechtsstaat, Null-Toleranz ggü. Andersgläubigen, politische Rückendeckung aus dem Lager der Grünen...

    Vielleicht wäre es auch an der Zeit für einen Imam im Roten Rathaus. Im Kreuzberger Columbiabad, ein Freibad, in dem seit Jahren die Gewalt eskaliert, soll ja in Zukunft ein Imam für Ordnung sorgen (da es die Polizei und die Ordnungskräfte der "BBB - Berliner Bäderbetriebe" trotz privatem Wachschutz etc. nicht schaffen). Ein Imam im Roten Rathaus würde die Kapitulation des deutschen Rechtsstaats in weiten Teilen der deutschen Haupstadt wohl am besten und deutlichsten dokumentieren.

    Nur meine Meinung.

  • Wowi wurde ja als Verlegenheitslösung gewählt.
    Und den Job hat er ja auch gemacht.

  • Freuen wir uns also:
    nun wird alles gut wenn nicht besser.
    Prost Mahlzeit junge Frau.

  • Wie war das mit dem Kapitän der das sinkende Schiff verläßt ? Herr Wowereit war teuer genug für den Steuerzahler nicht nur wegen dem BER sondern auch ! Er lehnte sich zurück in seiner kleinen Partywelt und wartete auch den nächsten Länderfinanzausgleich ! Es gibt schon bescheuerte Gesetzgebungen da merkt man immer wieder welch ahnungslose Menschen politisch tätig sind ohne was zu tun !!!!!! Viel sprechen wenig sagen....

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%