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Rückzug aus der Ausbildung droht Wirtschaft beklagt hohe Zahl von abgebrochenen Lehren

In Deutschland bricht unverändert jeder fünfte Auszubildende seine Lehre ab, obwohl durch den Ausbildungspakt ein breiteres Angebot an Lehrstellen zur Verfügung steht. Die Bundesregierung verband mit dem Pakt auch die Hoffnung, die Quote der Abbrecher zu senken.
  • Katharina Ober (Handelsblatt)

DÜSSELDORF. In Deutschland bricht unverändert jeder fünfte Auszubildende seine Lehre ab, obwohl durch den Ausbildungspakt ein breiteres Angebot an Lehrstellen zur Verfügung steht. Gewerkschaften und Handelskammern sind sich einig, dass das eines der Ergebnisse des Berufsbildungsberichts der Regierung sein wird, der am Mittwoch dem Kabinett vorgestellt wird. „Tatsächlich hat es seit dem Jahr 2000 nur einen leichten Rückgang bei den Ausbildungsabbrüchen gegeben“, bestätigt auch ein Sprecher des Bundesbildungsministeriums dem Handelsblatt.

Die Bundesregierung verband mit dem Ausbildungspakt auch die Hoffnung, die Quote der Abbrecher zu senken. Mit 40 000 zusätzlich angebotenen Plätzen aus verschiedenen Sparten sollte für den einzelnen Lehrling die Aussicht besser sein, in einen von der Begabung her passenden Beruf einzusteigen. Diese Hoffnung hat sich bislang offenbar nicht erfüllt.

Aus Sicht des DGB-Berufsbildungsexperten Hermann Nehls ist trotz der zusätzlich geschaffenen Ausbildungsplätze eine größere Auswahl an Stellen aus verschiedenen Sparten nötig: „Wir brauchen ein auswahlfähiges Angebot für die Jugendlichen.“ Es sei wichtig, dass nicht nur in einzelnen Berufsfelder Lehrstellen entstehen, sondern in allen. „Schließlich haben die Jugendlichen auch unterschiedliche Bedürfnisse und Begabungen.“ Wer einen Beruf nur erlerne, weil er keine Wahl hatte, verliere schnell die Motivation.

Im März startete das Land Hessen daher eine Initiative im Rahmen des Ausbildungspakts: Um auch Abbrechern eine Perspektive zu bieten, will Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) Land, Kammern, Unternehmen und die Arbeitsagenturen in die Pflicht nehmen, ihnen einen neuen Platz oder zumindest ein Praktikum anzubieten. Rhiel lobte zwar, dass im letzten Quartal 2004 viele neue Stellen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz geschaffen wurden. „Parallel zu diesem Erfolg wurde eine unerfreulich hohe Anzahl an älteren Ausbildungsverträgen aufgelöst.“

Ulrich Kunkel, Ausbildungsberater der IHK in der Region Stuttgart warnt auch vor den Konsequenzen, die Unternehmen aus den Lehr-Abbrüchen ziehen könnten: „Wenn die Betriebe schlechte Erfahrungen machen, ziehen sie sich unter Umständen zurück.“ Ausbildungsberater der IHK wie Kunkel helfen Unternehmen dabei, die Ausbildung zu organisieren. Zu ihren Aufgaben zählt es aber auch, zwischen Betrieben und Lehrlingen zu schlichten, wenn es zu Problemen kommt. Sie vermitteln auch Lehrlinge, die abgebrochen haben. an neue Ausbildungsbetriebe.

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