Rüstung Bundeswehr kauft in den USA Transportflugzeuge für 970 Millionen Euro

Neue Hercules-Maschinen sollen auf Pisten landen können, für die der A400M zu groß ist. In der Schlussrunde stieg der Preis um 246 Millionen Euro.
Kommentieren
Bundeswehr bekommt neue Transportflugzeuge für 970 Millionen Euro Quelle: dpa
Transportflieger Hercules C130

Eine Transportmaschine vom Typ Hercules C130 aus den Vereinigen Arabischen Emiraten beim Landeanflug. Die Bundeswehr will Flugzeuge dieses Typs in Krisengebieten einsetzen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Bundeswehr bekommt sechs neue Transportflugzeuge. Die Propellerflugzeuge des Typs C-130 Hercules des Herstellers Lockheed Martin kauft das Bundesverteidigungsministerium bei der US-Regierung. Der Haushaltsausschuss des Bundestages stimmte dem Kauf für knapp 970 Millionen Euro am Mittwochabend zu, wie von Teilnehmern der Sitzung zu erfahren war.

Wie es weiter hieß, forderte die US-Regierung zum Ende der Verhandlungen 246 Millionen Euro mehr als in früheren Angeboten. Die zusätzlichen Mittel finanziert das Verteidigungsministerium demnach in diesem Jahr aus bisher nicht verbrauchten Mitteln.

„Die Beschaffung ist nur jetzt schon finanzierbar, weil Mittel im dreistelligen Millionenbereich nicht planmäßig abfließen und deshalb verschoben werden können“, kritisierte der Grünen-Haushälter Tobias Lindner das Ministerium. Grundsätzlich allerdings findet es auch der Oppositionspolitiker richtig, dass die Bundeswehr diese Flugzeuge bekommt. Sie sind Teil eines gemeinsamen Lufttransport-Programms mit Frankreich, dass im vergangenen Jahr unterzeichnet worden war. 

In Frankreich stationiert

Die neuen Maschinen werden neben vier französischen Hercules-Fliegern in Evreux stationiert. Sie sind vor allem für „Evakuierungen aus krisenhaften Lagen im Ausland“ gedacht, sowie zur Rettung von Soldaten aus Einsatzgebieten oder Entführungsopfern aus entlegenen Gegenden.

Das Verteidigungsministerium begründete den Kauf der Hercules-Maschinen damit, dass diese auch auf Behelfspisten landen können, zum Beispiel in Kidal oder Tessalit in Mali. Die großen A400M-Transportflugzeuge brauchen größere Landebahnen.

Notwendige Modernisierung: Von der Leyen kündigt Investitionen in Bundeswehr an

Bisher setzt die Bundeswehr auf solchen Pisten die alten Transall-Maschinen ein, die 2021 ausgemustert werden sollen. Die Hercules sollen im Anschluss zur Verfügung stehen – weshalb sich das Verteidigungsministerium auch auf den höheren Kaufpreis einließ: Es hätte anderenfalls die Gefahr bestanden, dass die Bundeswehr deutsche Staatsangehörige nicht mehr aus lebensbedrohlichen Situationen hätte ausfliegen können.

Ursprünglich sollten alle Transall-Maschinen durch den A400M ersetzt werden. Bisher hat die Bundeswehr allerdings erst 20 von 53 Flugzeugen erhalten. 

Der Vertrag mit der US-Regierung umfasst auch das Training der Piloten und Wartungsarbeiten für die ersten drei Jahre. Drei der Maschinen werden als Transporter geliefert, die anderen drei als ebenfalls dringend benötigte Tankflugzeuge, die Kampfjets und Hubschrauber in der Luft betanken können.

Startseite

Mehr zu: Rüstung - Bundeswehr kauft in den USA Transportflugzeuge für 970 Millionen Euro

0 Kommentare zu "Rüstung: Bundeswehr kauft in den USA Transportflugzeuge für 970 Millionen Euro"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%