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Rüstungsprojekte Deutschland und die Niederlande digitalisieren ihre Heere gemeinsam

Zwölf Milliarden Euro soll die Umrüstung bis in die 2030er-Jahre für Deutschland kosten. Die Verteidigungsministerinnen beider Länder wollen den Vertrag am Nachmittag unterzeichnen.
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Die ersten Einheiten mit 800 Fahrzeugen und 2300 Soldaten sollen 2023/2024 digital ausgestattet werden. Quelle: dpa
Schützenpanzer der Bundeswehr

Die ersten Einheiten mit 800 Fahrzeugen und 2300 Soldaten sollen 2023/2024 digital ausgestattet werden.

(Foto: dpa)

BerlinDie Digitalisierung ihrer Landstreitkräfte wollen die Niederlande und Deutschland gemeinsam angehen. Das Ziel: Spätestens in den 2030er-Jahren sollen die Heere beider Länder auf allen Ebenen vernetzt sein und uneingeschränkt miteinander elektronisch kommunizieren können. „Es ist ein wirklich großer Schritt, das haben wir so noch nie vorher gemacht“, sagte die niederländische Verteidigungsministerin Ank Bijleveld-Schouten am Dienstag dem Handelsblatt am Rande des Treffens der nordischen Nato-Verteidigungsminister in Berlin.

Es geht darum, jeden Panzer und jedes Fahrzeug beider Heere – insgesamt 25.000 Fahrzeuge – zu vernetzen. Außerdem sollen 155.000 Soldaten mit modernen Computern und Funkgeräten ausgestattet werden, sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Bis in die 2030er-Jahre hinein soll das Projekt „Tactical Edge Networking“ (TEN) für Deutschland zwölf Milliarden Euro kosten. „Wichtig ist ein einheitliches Design, also keine deutsche und keine niederländische Variante mehr“, sagte von der Leyen.

Die Ausstattung von Sicherheitskräften mit digitalen abhörsicheren mobilen Kommunikationsgeräten ist in Deutschland bisher kaum vorangekommen. Das gilt sowohl für die Polizei als auch die Bundeswehr. Erst recht schwierig wird der digitale Informationsaustausch über Ländergrenzen hinweg. „Heute können wir mit unseren Funkgeräten nicht mal länderübergreifend kommunizieren“, sagte Bijleveld-Schouten. Da in den Auslandseinsätzen niederländische und deutsche Soldaten meistens gemeinsame Truppen stellen, ist das ein echtes Problem.

Bei der Umsetzung sollen beide Heere in kleinen Schritten vorgehen. So sollen die Landstreitkräfte der Bundeswehr in acht Schritten ausgestattet werden. Die ersten Einheiten mit 800 Fahrzeugen und 2300 Soldaten sollen 2023/2024 digital ausgestattet werden.

Die Niederlande und Deutschland kooperieren seit 1995 militärisch, Heer und Marine arbeiten weitgehend integriert. Für die Panzertruppen bedeutet dies, dass ein deutsches Bataillon in eine niederländische Brigade integriert ist, die wiederum einer deutschen Division unterstellt ist. Umgekehrt sind Teile der deutschen Marine der niederländischen Marine unterstellt.

Gemeinsam nutzen beide Staaten die Karel Doorman, ein großes niederländisches Versorgungsschiff. Wie Deutschland nutzen auch die Niederlande den Kampfpanzer Leopard, allerdings ausgestattet mit einem niederländischen Kommunikationssystem. Auch am neuen deutsch-französischen Kampfpanzerprojekt MGBS wollen sich die Niederländer nach Aussage von Bijleveld-Schouten beteiligen.

Mehr: Die EU-Staaten wollen stärker auf selbst entwickelte Waffensysteme setzen. US-Rüstungskonzerne kämpfen um den europäischen Markt. Lesen Sie mehr im Text von Thomas Hanke und Donata Riedel.

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1 Kommentar zu "Rüstungsprojekte: Deutschland und die Niederlande digitalisieren ihre Heere gemeinsam"

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  • Gemeinsam ist gut und die Hollaender (und wahrscheinlich auch alle anderen) sind
    effizienter als unser Verteidigungsministerium. Denen haette man die Gorch Fock schenken
    sollen.

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