Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder geht Von der Leyen verliert ihre engste Vertraute

Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder tritt zurück – ein schwerer Schlag. Denn der Umbau der Bundeswehr ist noch lange nicht abgeschlossen.
Update: 12.03.2018 - 18:10 Uhr 8 Kommentare
Die Rüstungsstaatssekretärin kam von McKinsey zur Bundeswehr. Quelle: dpa
Katrin Suder

Die Rüstungsstaatssekretärin kam von McKinsey zur Bundeswehr.

(Foto: dpa)

DüsseldorfRüstungsstaatssekretärin Katrin Suder verlässt das Bundesverteidigungsministerium, dem Vernehmen nach auf eigenen Wunsch. Einen entsprechenden Bericht des „Spiegel“ bestätigten regierungsnahe Kreise dem Handelsblatt.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verliert damit ihre wichtigste Vertraute. Sie hatte Suder 2014 von der Unternehmensberatung McKinsey abgeworben mit dem Auftrag, das Beschaffungswesen für die Bundeswehr grundlegend zu modernisieren. Die 46-jährige Physikerin startete mit Elan, führte für den Kauf von Wehrtechnik ein Vertragswesen ein, das stärker dem in der zivilen Wirtschaft entspricht.

Vor allem sorgte sie für Transparenz über die Lage des militärischen Geräts: Die ist desolat, aber die Bundeswehr weiß jetzt immerhin genau, was ihr wo fehlt und beschafft werden muss.

Der echte Erfolg, ein großes Projekt im Zeitplan und innerhalb des Kostenrahmens zu vollenden, blieb bisher allerdings aus. „Es ist ein herber Rückschlag, wenn sie jetzt geht“, hieß es in Industriekreisen. Denn in dieser Legislaturperiode soll es an die großen Bestellungen gehen: Mehrzweckkampfschiffe, ein neues Raketenabwehrsystem mit Potenzial für den Europäischen Markt, neue Kampfflugzeuge und neue Kampfpanzer in deutsch-französischer Kooperation will von der Leyen jetzt endlich verbindlich bei der Industrie bestellen. Die Industrie fürchtet nun weitere Verzögerungen, wie es hieß. In der Industrie genießt Suder, wie auch bei der Bundeswehr und bei den Verteidigungspolitikern im Bundestag, hohen Respekt und Wertschätzung.

In der Industrie zeigte man sich denn auch überrascht über ihren Abgang. Zwar hatte Suder immer durchblicken lassen, dass sie die Aufgabe im Verteidigungsministerium nicht als Ewigkeitsprojekt betrachtet. Während der Münchner Sicherheitskonferenz hatten Industrievertreter und Militärs zuletzt noch den Eindruck gewonnen, dass sie den Erfolg einer Großbestellung im Ministerium erleben wollen würde. Wie es hieß, habe aber ihre private Situation den Ausschlag gegeben: Mit ihrer Frau, der ehemaligen HSV-Managerin Katja Kraus, und ihren drei Kindern lebt Suder in Hamburg und pendelt nach Berlin. Das jüngste Kind brachte sie im Herbst 2016 zur Welt. Wie es in Berlin hieß, wolle sie eine Auszeit nehmen, um mehr Zeit für die Familie zu haben.

Das Ministerium selbst wollte auf Anfragekeine Personalie bestätigen oder dementieren.

Von der Leyen ist zwar neben Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die einzige im schwarz-roten Kabinett, die ihr Ministerium behält. Trotzdem wird sie ihr Haus nun neu aufstellen müssen. Neben Suder, der laut „Spiegel“ General Benedikt Zimmer nachfolgen könnte, verlassen auch die bisherigen Parlamentarischen Staatssekretäre das Verteidigungsministerium.

Neu anfangen werden dort der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber und Thomas Silberhorn (CSU), der in der letzten Legislaturperiode im Entwicklungsministerium Staatssekretär war. Tauber ist seit langem Reserveoffizier. Mit ihm verbinden die Verteidigungspolitiker im Bundestag die Hoffnung, dass er das Verhältnis zwischen von der Leyen und der Bundeswehr kitten hilft: Viele in der Truppe haben der Ministerin bis heute nicht verziehen, dass sie ihr ein „Haltungsproblem“ vorwarf, nachdem bekannt geworden war, dass der rechtsradikale Oberstleutnant Franco A., getarnt als syrischer Flüchtling, offenbar einen Anschlag auf Politiker plante.

Auch an der Bundeswehrspitze wird es Veränderungen geben. Generalinspekteur Volker Wieker wird sich nach zweimaliger Verlängerung jetzt wirklich in den Ruhestand verabschieden. Nachfolger soll General Eberhard Zorn werden.

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8 Kommentare zu "Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder geht: Von der Leyen verliert ihre engste Vertraute"

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  • Was glauben sie, wie oft man eine Vertraute verliert ? Nix dabei, unter der nächsten Laterne steht schon wieder eine Schlampe, ist nicht von mir, sondenr aus einem Schlager.

  • Frau Suder hat ihrem Arbeitgeber einen 200 Mio € Beraterauftrag verschafft und geht jetzt erst einmal in die verdiente Auszeit,
    Und weil die Bundeswehr in diesem Land in der Priorität an letzter Stelle steht, im Koalitionsvertrag kommt hinter ihr nur noch eine Seite belangloser Text zu Kultur, geht jetzt der kranke Herr Tauber zur Rehabilitation als Staatssekretär ins Verteidigubgsministerium.
    Es ist einfach nur unglaublich.

  • Werden eigentlich alle ausgedienten McKinseys in unserem Verteidigungsministerium weiterbeschäftigt? Wenn ja , warum? Sie können doch NICHTS! Und eine Physikerin....hmmm. Ich denke da grade an noch so eine, die ist auch Physikerin. In diesem Land läuft NICHTS mehr außer der Propaganda.

  • Sie möchte Zeit mit ihrer Familie verbringen und hat es auch bereits vorher angekündigt. Finde ich vollkommen okay. Fraglich ist für mich, wieso die Verteidigungsministerin so jemanden einstellt.

  • "Vor allem sorgte sie für Transparenz über die Lage des militärischen Geräts: Die ist desolat, aber die Bundeswehr weiß jetzt immerhin genau, was ihr wo fehlt und beschafft werden muss."

    Da können wir ja beruhigt zu Bett gehen.........

  • wenn das Ministerium und die Bundeswehr die Methidik der Suder- Mc Kinsey nicht erlernt hat . dann brauchen beide wirklich Beratung.
    vom Anlagenbau, langfristigen Projektmanagement und Wehrtechnik weiss Suder nämlich sehr wenig.
    gott sei dank, dass sie weg ist - hoffentlich werden dann auch die vielen beratungsverträge an ihr vorgängerunternehmen mc Kinsey gestopt

  • sie hat auch mehr als 10 mal soviel Mist gebaut wie beim Berliner Flughafen...

    oder sie hat ihr Zahlenwerk nicht verstanden... der komplette Wehretat sieht für Ausrüstung 4 Mrd. Euro vor, das meiste Geld ist lange für Vorhaben verplant... auf den Weg hat sie nichts gebracht...

    bzw. als sie neu war, musste sie erstmal lernen, dass man keine Aufträge einfach wie beim Shoppen vergeben kann, sondern ausschreiben muss... was für eine 0!

  • Es wird heiß im Kriegsministerium. Frau Suder hat bestimmt auch Kinder und denkt an eine friedliche Zukunft.

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