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Ruf nach Euro-Austritt „Deutsche werden Zeche für Griechenland zahlen“

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„Griechenland muss aus dem Euro-Währungsgebiet austreten“

"Bei uns gibt es kein Wachstum"

Demgegenüber kann der CDU-Politiker Willsch nicht nachvollziehen, dass Griechenland nach all den schlechten Erfahrungen nun erneut einen „Blanko-Scheck in zweistelliger Milliardenhöhe“ überreicht werde. Willsch hält es für angebracht, einen anderen Weg einzuschlagen. „Griechenland muss aus dem Euro-Währungsgebiet austreten.“ Das sei auch im Interesse der Griechen der einzige erfolgversprechende Weg.

Willsch untermauert seine Forderung damit, dass Griechenland seinen Finanzbedarf für 2015 selbst gar nicht genau beziffern könne. Die EU-Kommission gehe von einem Betrag zwischen sechs und zwölf Milliarden Euro aus. „Diese Aussage ist zugleich schockierend und alarmierend“, erklärt Willsch. Im fünften Jahr der Euro-Krise schaffe es Athen nicht, einen Haushalt aufzustellen und dabei seinen Finanzbedarf genau benennen zu können.

„Ganz vereinfacht auf Deutschland umgerechnet würde dies bedeuten, dass der Deutsche Bundestag bei der Verabschiedung seines Haushalts nicht wüsste, ob er hundert oder zweihundert Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen muss, um über die Runden zu kommen“, erläutert der CDU-Politiker. „So etwas kann nur der machen, der weiß, dass in der Not ein anderer die Zeche zahlt. Und das sind am Ende vor allem wir Deutsche.“

Auch der Vorsitzende der Alternative für Deutschland, Bernd Lucke, hält einen Austritt Griechenlands aus dem Euro-Währungsgebiet für unvermeidlich. „Statt neue Milliarden zu geben, sollte die Euro-Zone Griechenland einen Teil seiner Schulden erlassen und dafür das Ausscheiden aus der Euro-Zone besiegeln“, sagte Lucke dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Griechenland wird dann seine verbleibenden Schulden zuverlässiger bedienen können, weil durch eine Abwertung die Wettbewerbsfähigkeit der Privatwirtschaft wiederhergestellt werden kann und der griechische Staat höhere Steuereinnahmen erzielen wird.“   

Lucke betonte in diesem Zusammenhang, dass die griechischen Schulden für Griechenland seit langer Zeit nicht mehr tragfähig seien. „Die vor wenigen Monaten gefeierte angebliche Rückkehr Griechenlands an die Kapitalmärkte war stets ein Trugbild“, sagte der AfD-Chef. Griechenland sei nach wie vor nicht in der Lage, sich an den Kapitalmärkten zu finanzieren. „Eigentlich hätte Griechenland nur drei Jahre lang Hilfskredite erhalten sollen, aber nun sind fast fünf Jahre vergangen und immer noch werden Milliardenstützungen durch die Euro-Zone gewährt“, so Lucke.

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DZ-Bank-Ökonom: Euro-Zone ist bereit für Griechen-Exit
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34 Kommentare zu "Ruf nach Euro-Austritt: „Deutsche werden Zeche für Griechenland zahlen“"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Nicht nur die Griechen tragen ihr gerüttelt Maß an Schuld, denn sie traten der Währungsunion nur mit einem sehr großen Betrugsmanöver bei.
    Daher sind sie eigentlich nur de facto, nicht aber de jure Mitglied der Gemeinschaftswährung.

    Auch die Konstrukteure der von vorneherein unzulässigen und impraktikablen Union machten sich schuldig des Betruges und der Schädigung der Menschen, die allesamt nur verlieren konnten.

    Daher lügen Politiker aller Schattierungen weiterhin, um ihre schweren Fehler nicht zugeben zu müssen.
    Immerhin könnte man dann den Menschen noch helfen.

    So jedoch treibt die Währungsunion der Zerstörung aller Länder und auch der EU entgegen - unaufhaltsam und unvermeidlich.

  • "Deutsche werden Zeche für Griechenland zahlen"
    Erzählen Sie uns doch bitte mal was Neues!
    Fazit: Man kann sich also nur aussuchen, ob man das gute Geld, das man dem schlechten Geld hinterherschmeißt, verbrennt oder im Klo runterspült! ):

  • Bemerkenswert ist hier vorallem, dass sich neben ein paar wenigen Politikern (die routinemässig als Populisten verunglimpft werden) nun auch das erste Mal ein Banker im Sinne eines Griechenland-Austritts äussert.
    Das erinnert mich an die Diskussion mit der Schweiz - die Personenfreizügigkeit ist nicht verhandelbar... Oder doch ?

  • Griechenland ist auf einen guten Weg
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    Seit Jahren trägt Schäuble diesen Spruch wie ein Mantra vor sich her.
    Griechenland hatte bisher zwei "Rettungspakete" in Höhe von 240 Milliarden Euro und einen Schuldenschnitt von 100 Milliarden Euro erhalten. Alles ist wirkungslos verpufft.
    Im Gegenteil, der Schuldenstand ist gestiegen auf 175,5% des BIP.

    Und jetzt soll Griechenland noch eine "vorsorgliche Kreditlinie" in Höhe von 10,9 Milliarden Euro bekommen.
    Egal wie man das Geldgeschenk nennt, es ist für immer verloren.

  • So ist es, das Geld kommt nicht zurueck. Der Griechenland Austritt wird nur der Anfang vom Ende des Euros sein. Und je laenger das Ende hinausgezoegert wird, desto teurer wird es fuer uns alle, auch fuer die Spanier, Franzosen, Italiener, Hollaender, Finnen, und, und, und.

    Ob es ueberhaupt Gewinner dabei gibt, weiss ich nicht. Aber ich haette da ein paar Vermutungen.

  • Da geht es nur noch um Schadens Milderung. Geht Griechland aus dem Euro, wäre die Freude große, das Staunen danach um so grösser. Wenn dann GR. den Drachmen einführt und abgewertet wird, merkt man danach das 240 Milliarden Euro nicht 240 Milliarden GR. Drachmen sind. Bei einer optimistischen 30% Abwertung wären das 312 Milliarden Gr. Drachmen. Konsequenz, der Gr. Staat wäre Pleite, und die Deutschen und die anderen Eu Länder könnten sich das Geld ans Bein streichen. Also, der Ruf nach dem Euro austritt der Griechen, ist nicht die Lösung des Problems, wenn man das eingesetzte Geld wieder zurück will.

  • in wessen auftrag handelt merkel und co.? der dollar ist eigentlich nur grün bunt bedrucktes papier ohne gegenwert. die fed wirft ihre federal notes in unbegrenzter menge auf en markt und weitet so die geldmenge verantwortungslos aus. solange die amerikaner dafür sorgen können, die rohstoffe weltweit in us dollar zu fakturieren kann dieses spiel noch gut gehen. aus diesem grunde wurde auch der euro geschaffen um die schwächelnden kanditaten unter ein dach zu bekommen, für die die starken partner haften. durch die weltweite vernetzung der finanz- und versicherungsbranche, die ja zum überwiegenden teil inhaber von diesen ramsch papieren sind müssen nun die starken partner einstehen. wenn nicht haben nicht nur die schwachen staaten ein problem, sondern auch deren gläuiger und damit viele versicherungs- und bankkunden. der eiertanz auf des messers schneide wird solange weitergehen bis die summen so groß geworden sind, dass die paar solventen staaten sie nicht mehr schultern können. die privaten vorsorgewerke, die ihre kundengelder über die versicherungen diesbezüglich investiert hatten wären dann pleite. übrig bleiben dann die politiker und beamte mit ihren staatspensionen. ob sie dann damit weiterhin glücklich sein werden darf bezweifelt werden. fazit: die umverteilungspolitik stimmt schon lange nicht mehr. weder die christliche, noch die soziale politik konnte bis heute diesen missstand beheben. dies wird uns eines tages schwer auf die füße fallen. auf dauer wird man das permanent größer werdende prekariat nicht mehr durch staatliche gängelung unter kontrolle halten können. kluge ansätze (bedingungsloses grundeinkommen) nachzuvollziehen, dazu sind unsere politdarsteller leider überfordert. lieber blasen sie permanent neue schuldentürme und haftungsszenarien auf, die niemand mehr überblickt. schlicht verantwortungslos.

  • In der causa Grienchenland sollte man dieses Land in der EU belassen, aber dieses Land von den Zwängen des EUR befreien. Sie sollten mit einer eigenen Währung wieder den Wert ihrer Wirtschaftskraft kennen und damit umgehen lernen. Bislang haben sie den EURO nur falsch verstanden und billoig auf Kosten anderer billiges Geld aufgenommen.

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