Ryanair-Sparpläne Rheinland-Pfalz klagt gegen Luftverkehrsabgabe

Die Pläne des Billigfliegers Ryanair, am Flughafen Hahn mächtig zu kürzen, zeigen Wirkung. Rheinland-Pfalz will verhindern, dass der Standort geschwächt wird. Die von der Bundesregierung beschlossene Luftverkehrssteuer landet vor den Gerichten.
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Ryanair-Flieger am Flughafen Hahn Quelle: DAPD

Ryanair-Flieger am Flughafen Hahn

BERLIN/FRANKFURT. "Wir sind entschlossen zu klagen", sagte der Wirtschaftsminister des Landes Rheinland-Pfalz, Hendrik Hering, dem Handelsblatt. "Sie führt zu einer klaren Beschädigung des Standorts", betonte Hering. Auslöser für das Vorgehen ist die Ankündigung der Billigfluglinie Ryanair, ihr Flugnetz in Deutschland wegen der Steuer auszudünnen. Betroffen ist davon vor allem der Flughafen Hahn, Ryanairs größter Standort in Deutschland. Dort will der Billig-Anbieter 30 Prozent der Flüge streichen. Drei der elf dort stationierten Flugzeuge werden abzogen und ins Ausland verlegt. "Durch die geplante Luftverkehrsabgabe wird der Luftverkehrs- und Tourismus-Standort Deutschland massiv beschädigt", sagte Michael Cawley, der für das operative Geschäft zuständige Ryanair-Manager.

Zwar handelt es sich bei den eingestellten Verbindungen überwiegend um recht unattraktive Strecken. Deshalb wurde auch gestern spekuliert, Ryanair nutze die Steuer, um unrentable Angebote zu streichen. Dennoch verfehlte die Ankündigung ihre Wirkung nicht. "Die Folgen sind noch dramatischer als in den Gutachten befürchtet", sagte Hering. Rheinland-Pfalz hatte mehrere Gutachten in Auftrag gegeben. Danach werden die öffentlichen Haushalte trotz der Steuereinnahmen von einer Milliarde Euro am Ende mit mehr als 500 Millionen Euro belastet.

Über Konsequenzen denkt auch Germanwings nach, die Billigfluglinie der Lufthansa. Sie erwägt, künftig stärker Flughäfen im benachbarten Ausland zu nutzen. Eine Option, die untersucht wird, ist der Flughafen im niederländischen Maastricht. Lufthansa und Air Berlin wollen an ihren Flugplänen derzeit dagegen nichts ändern.

Die Abgabe ist nach Entfernung gestaffelt und wird für Tickets fällig, die ab Januar gelten. Für Kurzstrecken, darunter fallen die Billiglinien, müssen acht Euro je Passagier abgeführt werden. Das trifft die Billiganbieter massiv, übersteigen die Preise ihrer Flugtickets doch selten einen zweistelligen Euro-Betrag.

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1 Kommentar zu "Ryanair-Sparpläne: Rheinland-Pfalz klagt gegen Luftverkehrsabgabe"

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  • Kurt beck und seine Mannen bleiben die zuverlässigsten Helfer der Grünen in Rheinland-Pfalz. Ob Hochmosel- und Rheintalbrücke oder jetzt Ryan Air - wo Verkehrsdinosaurier nach Geburts- oder Überlebenshilfe schreien, sind diese Gestalten ohne Zögern zur Stelle. Schade, dass offenbar vergessen ist, welches bild beck in berlin mal abgegeben hat - da würden die Parallelen zu Mappus schnell deutlich. Aber in der Pfalz ist "Provinz" eben noch kein Schimpfwort.

    Schade, dass so vielleicht eine der wenigen richtigen Entscheidungen von Schwarz-Gelb bald wieder gekippt werden könnte. Und die bahn weiterhin alleine gelassen bleibt im Kampf gegen die schlimmsten Klimazerstörer. Damit die nicht eben als arbeitnehmerfreundlich bekannte Ryan Air beck gewogen bleibt. Absurd!

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