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Salafisten in Dinslaken Mutmaßlicher IS-Terrorist festgenommen

Zugriff einer Spezialeinheit in Dinslaken, nördlich von Duisburg: Ein 24-jähriger deutscher Syrien-Heimkehrer wird als mutmaßlicher Terrorist des „Islamischen Staats“ festgenommen. Die Stadt gilt als Islamisten-Hochburg.
Update: 11.01.2015 - 21:00 Uhr Kommentieren
Ein Straßenzug von Dinslaken Lohberg: Das ehemalige Bergarbeiterstädtchen gilt als Zentrum radikaler Salafisten. Quelle: dpa

Ein Straßenzug von Dinslaken Lohberg: Das ehemalige Bergarbeiterstädtchen gilt als Zentrum radikaler Salafisten.

(Foto: dpa)

Dinslaken/KarlsruheEin mutmaßlicher Terrorist des „Islamischen Staats“ ist in Dinslaken festgenommen worden. Der 24-jährige Deutsche soll im Oktober 2013 nach Syrien gereist sein und sich der Terrorgruppe angeschlossen haben, teilte der Generalbundesanwalt mit. Im vergangenen November sei er nach Deutschland zurückgekehrt. Am Sonntag wurde er in Karlsruhe von einem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Untersuchungshaft geschickt.

Hinweise auf konkrete Anschlagspläne lagen nicht vor. Die Festnahme stehe auch nicht im Zusammenhang mit den Terroranschlägen in Frankreich, erklärte die Bundesanwaltschaft. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) lobte die Arbeit der Ermittler. „Das ist erfolgreiche Arbeit der Polizei und Sicherheitsbehörden“, sagte er am Sonntag in Paris.

Der Verdächtige wurde von einem Spezialeinsatzkommando der nordrhein-westfälischen Polizei überwältigt. Zudem wurde seine Wohnung in Dinslaken nördlich von Duisburg durchsucht. Dinslaken-Lohberg, wo der Zugriff nach Angaben des NRW-Innenministeriums erfolgte, gilt als Hochburg radikaler Islamisten in Nordrhein-Westfalen.

Lohberg ist eine ehemalige Bergarbeitersiedlung, die dortige Zeche wurde 2006 stillgelegt. Von dort soll bereits eine Reihe von Islamisten in die Kriegsgebiete in Syrien und Irak gezogen sein und dort eine „Lohberger Brigade“ gebildet haben. Das NRW-Innenministerium hatte im März 2014 von 22 Salafisten aus Lohberg berichtet, gegen acht werde ermittelt. Die Szene sei seit Mitte 2013 im Visier der Sicherheitsbehörden.

So war auch gegen den 24-Jährigen bereits vor einem Jahr von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen des Verdachts der Vorbereitung eines Terroranschlags ermittelt worden. Der Generalbundesanwalt hatte das Verfahren an sich gezogen und ermittelt nun wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung. Mit den weiteren Ermittlungen ist das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen beauftragt.

„Wir nehmen die Gefahr des islamistischen Terrors in Deutschland sehr ernst“, erklärte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) nach der Festnahme. „Wir haben gefährliche Rückkehrer verstärkt im Blick.“ Bundesweit sind bislang mehr als 550 Islamisten aus Deutschland in das Kampfgebiet nach Syrien und in den Irak ausgereist. Die Zahl steigt seit langem kontinuierlich. Etwa 180 sind wieder zurückgekehrt. Nur von einem kleinen Teil davon - etwa 30 - ist bekannt, dass sie aktiv am bewaffneten Konflikt beteiligt waren.

Rund 60 Islamisten aus Deutschland sind laut Verfassungsschutz in Syrien und dem Irak gestorben. Mindestens 10 sprengten sich bei Selbstmordanschlägen in die Luft. Dies sind aber nur die bekannten Fälle. In den vergangenen Wochen und Monaten hatte es in Deutschland bereits mehrfach Festnahmen gegeben, sowohl mutmaßlicher Mitglieder von Terrormilizen in Syrien und im Irak als auch von Unterstützern.

Drei Dschihadisten aus Dienslaken in Syrien getötet

Drei Dschihadisten aus dem nordrhein-westfälischen Dinslaken sollen einem Medienbericht zufolge bei Gefechten in Syrien getötet worden sein. Unter den Getöteten befindet sich nach Informationen von "Spiegel Online" offenbar auch der Extremist Mustafa K. Der frühere Paketzusteller hatte demnach im vergangenen Jahr mit abgeschlagenen Köpfen gefallener Gegner für ein Foto posiert.

Mustafa K. starb nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden offenbar im Dezember bei Gefechten in Syrien, wie es in dem Bericht weiter heißt. Auch seine Weggefährten Hassan D. und Marcel L. lebten wohl nicht mehr. Ihr Freund Philipp B., ein ehemaliger Pizzabote, hatte sich den Angaben zufolge bereits im vergangenen Sommer als Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

Nach Informationen „Spiegel Online“ soll Marcel L. Wachmann in Gefängnissen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gewesen sein, in dem auch westliche Geiseln eingekerkert wurden. Das wüssten deutsche Nachrichtendienste aus eigenem Aufkommen. In diesen Gefängnissen werden Häftlinge und Geiseln demnach regelmäßig gefoltert. Ob L. sich ebenfalls an den Wehrlosen verging, ist unklar, aber nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden durchaus möglich.

Die drei nun getöteten Dschihadisten gehörten zur sogenannten Lohberger Gruppe, benannt nach dem Dinslakener Stadtteil, in dem sie sich um den selbsternannten Prediger Mustafa T. geschart hatten, heißt es in dem Bericht. 2013 seien etwa acht junge Männer als Gotteskrieger von Lohberg aus in den syrischen Bürgerkrieg gezogen. Als erster starb Anfang 2014 David G. alias Abdullah Dawud, seine Glaubensbrüder verkündeten den vermeintlichen Märtyrertod.

Erst am Samstag hatte ein nordrhein-westfälisches Polizei-Spezialeinsatzkommando in Dinslaken den 24-jährigen Syrien-Rückkehrer Nils D.. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Mitgliedschaft im IS vor. Im Herbst 2013 soll D. in den Bürgerkrieg gezogen und im vergangenen November zurückgekehrt sein. D. ist laut dem Bericht mit dem Selbstmordattentäter Philipp B. verwandt.

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  • dpa
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