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SAP-Personalchef im Interview „Einige Mitarbeiter wollen irgendwann einfach nicht mehr“

Der Softwarekonzern steht vor einer Restrukturierung. Im Interview erklärt Personalchef Cawa Younosi, warum Altersteilzeit eine flexible Option ist.
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SAP: Interview mit Personalchef Cawa Younosi Quelle: dpa
SAP

Der Softwarekonzern betont, für jeden Mitarbeiter eine Perspektive finden zu wollen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfBei SAP ist viel in Bewegung: Der Softwarekonzern plant eine große Restrukturierung und bietet in Deutschland wieder Altersteilzeit an. Cawa Younosi, Personalchef von SAP in Deutschland, sieht das Programm als eine Möglichkeit, den Mitarbeitern Freiraum zu geben.

Herr Younosi, sind ältere Mitarbeiter bei SAP nicht mehr gefragt?
Unser Anspruch ist, eine Perspektive für jede Lebensphase anzubieten – alle Generationen sind wichtig. Wir versuchen, die Arbeit so flexibel wie möglich zu gestalten. Die Mitarbeiter haben zum Beispiel die Möglichkeit, Homeoffice und Jobsharing zu machen, und können von Vollzeit auf Teilzeit und zurück wechseln. Die Alterszeit ist nur eine Maßnahme davon.

Unter welchen Voraussetzungen investieren Sie in Weiterbildungen?
Wer sich in Zukunftsthemen weiterbilden möchte, kann das machen – egal, wie alt er ist. Es gibt einen Blankoscheck ohne Restriktionen. Das Budget für zentrale Weiterbildungsprogramme beträgt 170 Millionen Euro – das wird auch nicht angefasst. Aber einige Mitarbeiter wollen irgendwann einfach nicht mehr.

Mit der Restrukturierung will SAP aber auch Kosten sparen.
Natürlich wirkt sich die Seniorität auf die Bezahlung aus – wir steigern das Gehalt um rund drei Prozent pro Jahr. Einsparungen erreichen wir vor allem dadurch, dass wir Positionen häufig nicht 1:1 nachbesetzen. Und in Zukunftsthemen wie Künstlicher Intelligenz gibt es bislang wenig Mitarbeiter mit 20 Jahren Berufserfahrung.

Ökonomen halten die Frühverrentung in einer alternden Gesellschaft für ein falsches Signal.
Gesamtwirtschaftlich mag es so sein, aber man darf den Menschen nicht vergessen. Wer innerhalb seines Lebens den Beruf zwei- oder dreimal komplett neu erlernen musste, dem reicht es vielleicht – wir sind ja keine Computer, bei denen man den Chip austauscht.

Wie lässt sich das ändern?
Wenn Menschen bis 70 oder länger arbeiten sollen, müssen Staat und Wirtschaft mehr machen, um sie darauf vorzubereiten. Mit reiner Wissensübermittlung ist es nicht getan, man muss auch die mentale und die physische Gesundheit stärken. Wir bieten bei SAP beispielsweise auch Sport, mentales Training und Karriereberatung an.

Herr Younosi, vielen Dank für das Interview.

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1 Kommentar zu "SAP-Personalchef im Interview: „Einige Mitarbeiter wollen irgendwann einfach nicht mehr“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • SAP, so glaube ich, ist ein ausgezeichnetes Unternehmen - insgesamt und auch bezüglich der Personalpolitik. Es wird ausgebildet und weitergebildet und auch gute Gehälter bezahlt.

    Bei älteren Arbeitnehmern der geburtenstarken Jahrgänge ist häufig eine grundsätzliche Belastung über das ganze Leben zu betrachten: Eine hohe Anzahl von Schülern in der Klasse, eine eingeschränkte Möglichkeit den geliebten Beruf zu wählen, Überlastung der Universitäten und danach eine sehr harte Konkurrenz um Arbeitsplätze und danach innerhalb der Unternehmen.

    „Einige Mitarbeiter wollen irgendwann einfach nicht mehr“. Da passiert es aber auch, dass einige Mitarbeiter einfach nicht mehr können. Nicht zu vergessen, dass Misshandlung und Missbrauch bei den geburtenstarken Jahrgänge recht häufig stattfand.

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