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Sarrazin, Pirincci, Elsässer Lehrer sollen im Umgang mit „Machwerken“ geschult werden

Soll Hitlers „Mein Kampf“ an Schulen eingesetzt werden? Der Grünen-Politiker Beck ist skeptisch. Er plädiert dafür, Lehrer vor allem für „Machwerken“ anderer Autoren fit zu machen.
19.12.2015 Update: 19.12.2015 - 14:41 Uhr
Im Jahr 2010 stellte Thilo Sarrazin sein Buch
Buchvorstellung Sarrazin.

Im Jahr 2010 stellte Thilo Sarrazin sein Buch "Deutschland schafft sich ab - Wie wir unser Land aufs Spiel setzen" vor.

(Foto: dpa)

Berlin Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, hat sich dafür ausgesprochen, Lehrer im Umgang mit Büchern und Texten von Akif Pirincci, Thilo Sarrazin und Jürgen Elsässer zu schulen. „Im heutigen Kontext von Hass und Hetze durch AfD, Pegida und Co. halte ich es für notwendig, dass Lehrkräfte auch im Umgang mit den Machwerken von Pirincci, Sarrazin und Elsässer geschult werden“, sagte Beck dem Handelsblatt. „Diese pseudowissenschaftlichen Beschimpfungsarien sind auch für junge Menschen wesentlich zugänglicher als dieser antisemitische Müll, den Hitler in unlesbarer Sprache und verworrenen Gedankengängen zu Papier gebracht hat“, fügte der Grünen-Politiker mit Blick auf die im Januar erscheinende kommentierte Neuausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ hinzu.

Die von Beck genannten Autoren sind bekannt für Bücher wie „Deutschland schafft sich ab“ (Sarrazin) oder „Deutschland von Sinnen“ (Pirincci). Jürgen Elsässer ist Chefredakteur von „Compact“. In dem Magazin für Verschwörungstheoretiker hatte er die Bundeswehr zum Widerstand gegen die Bundesregierung aufgerufen.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version des Textes hieß es, Beck wolle Schriften der genannten Autoren in der Schule behandeln oder auf den Lehrplan setzen. Das ist jedoch nicht seine Absicht. Ihm geht es vielmehr darum, Lehrkräfte im Umgang mit den entsprechenden Texten besser auszubilden.

Zurückhaltend äußerte sich Beck zu der Forderung des Deutschen Lehrverbands, Hitlers Hetzschrift an Schulen einzusetzen. „Kein Mensch quält sich freiwillig durch Hitlers „Mein Kampf“, dafür ist es viel zu schlecht geschrieben“, sagte er. „Nach meinem Wissen gehören Textpassagen aus „Mein Kampf“ seit eh und je zum Inhalt von Geschichtsbüchern, und in einer Schulbibliothek sollte das Buch auch in kommentierter Fassung stehen, um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung zu ermöglichen.“

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    Zum Jahresende laufen die Urheberrechte an „Mein Kampf“ aus, mit denen ein Nachdruck in Deutschland bislang verhindert wurde. Im Januar 2016 will das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München eine kommentierte Ausgabe herausbringen.

    SPD: Hitler-Hetzschrift gegen politischen Extremismus einsetzen
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