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Schmidt auf Abschiedstour in Paris Rüffel des Altkanzlers für Barroso & Co.

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„Der jetzige EU-Kommissionspräsident taugt auch nichts“

Das ist meilenweit entfernt von den deutschen und Schmidt‘schen Vorstellungen einer echten Politischen Union. Der Altkanzler verzichtete auf offenen Widerspruch, sagte allerdings in einem Ton, der keinen Zweifel duldete: „Ich bin und bleibe fest überzeugt von den Vorteilen einer parlamentarischen Demokratie. Komplizierte Fragen wie die einer europäischen Verfassung lassen sich nicht mit Ja oder Nein in einem Referendum entscheiden.“ Eine klare Spitze gegen die französische Neigung, fundamentale EU-Fragen einem Referendum zu unterwerfen – oder Deutschland damit zu drohen, dass man das ja nicht gewinnen könne.

Drei Jahre Eurokrise – ein Rückblick

Doch in den meisten Fragen waren die beiden sich einig, so auch in der Feststellung, dass es „keine Krise des Euros, sondern nur eine der mit Maastricht geschaffenen Institutionen“ gebe. Da kam allerdings kein europapolitischer Fatalismus zum Ausdruck, sondern das Urteil der beiden, dass eine EU-Kommission mit 27 oder mehr Kommissaren nicht arbeitsfähig sei. Wobei Schmidt sich noch die Bemerkung erlaubte: „Und deren jetziger Präsident taugt auch nichts“. Ein Lob vom Altkanzler gab es lediglich für EZB-Chef Mario Draghi. Die einzige Institution in Europa, die funktioniere und ihre Pflichten wahrnehme, sei die Europäische Zentralbank (EZB), sagte Schmidt. Giscard verkniff es sich, dem Portugiesen José-Manuel Barroso ebenfalls eine Watsche zu erteilen, lächelte aber verständnisinnig.

Nicht nur an diesem Punkt blitzte die alte Kampfeslust von Helmut Schmidt auf. Alfred Grosser, den Doyen aller deutsch-französischen Gespräche, fertigte er wie einen Schuljungen ab. Grosser fragte, ob angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit und der harten Lebensbedingungen bald eine Revolte drohe. „Eine abwegige Bemerkung“, kanzelte Schmidt ihn ab.

„Das war keine Bemerkung, sondern eine Frage“, wagte Grosser gegenzuhalten, um sich von Schmidt die Belehrung einzuhandeln: „In Frankreich geht es heute niemandem schlechter als vor zehn Jahren, insofern ist ein Aufstand ziemlich unwahrscheinlich“, beschied ihn Schmidt und blies den Rauch seiner dritten Zigarette ungerührt in die Gold-Dekoration des Spiegelsaals im denkmalgeschützten Palais Beauharnais.

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40 Kommentare zu "Schmidt auf Abschiedstour in Paris: Rüffel des Altkanzlers für Barroso & Co."

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  • An SANTOS und Magritt11788: Offensichtlich wissen SIE beide nicht, daß in 80ger Jahren die Parole der DEUTSCHEN!! Politik war: DEUTSCHLAND ist ein Hi-Tech LAND: Wir produzieren die Ingenieure und die Produktion erledigen
    Asiaten und Inder. Die Quittung haben wir jetzt.

  • Helmut Schmidt irrt sich ganz gewaltig - oder er sagt nicht, was er wirklich denkt! Der Zusammenbruch der Binnenmärkte in den Südstaaten mit den zu besichtigenden Folgen wie Arbeitslosigkeit, höhere Sozialausgaben UND höhere Defizite, erst hervorgerufen durch diese absurde Austeritätspolitik, WIRD zu Aufständen führen. Frankreich geht bergab, und das in großen Schritten. Wenn ein Volk auf die Barrikaden geht, dann das französische. Über Spanien, Portugal oder Griechenland wird ja nicht berichtet. Ich vermute, man will uns "beschützen" und uns unseren Schlaf nicht rauben. Der "Weltökonom" Schmidt sagt überhaupt nichts zu den Handelsungleichgewichten und die Verantwortung auch Deutschlands, das erst in dieses Desaster geführt hat. Europa hat fertig - ob wir jetzt Barroso austauschen oder nicht ist zweitrangig! Solange diese Politik fortgesetzt wird, ist das Scheitern der Währungsunion sicher. Dass er die sehr berechtigte Frage Grossers "abkanzelt" zeigt mir, dass er eigentlich weiß, dass der Baum schon litcherloh brennt. Schmidt mag alt sein, aber ein Idiot ist er nicht. Er wird nicht zusätzlich und vorsätzlich Stimmung gegen diese Politik machen indem er die Situation der Eurozone so darstellt wie sie ist, weil er das für nicht verantwortbar hält. Er weiß genau, dass er gehört wird. Also, ich denke man sollte darauf achten, was Schmidt NICHT gesagt hat!
    LG Traumschau

  • Der Greis leidet doch an Wahrnemungsstörungen. Ist ja aber nichts Seltenes im Sozen Lager.

  • !!!! Straßburg !!!!

  • Margrit, die Spielchen der FDP stehen auf einem anderen Blatt. Schmidt wurde vom Wähler 1983, 3 Jahre nach der vorhergehenden Bundestagwahl 1980 mit 38.2% (-4.7%)von der CDU/CSU 48.8% (+4.3%) abgewählt. Dabei mag er auch einige Wähler an die Grünen wegen des Nato-Doppebeschlusses verloren haben. Die meisten Wähler liefen jedoch zur CDU/CSU wegen seiner katastrophalen Wirtschafts-, Finanz- und Einwanderungspolitik über. Das war damals auch mein Grund weshalb ich den dicken Idioten wählte.

  • @oha

    Natürlich. Bürger die bei einer sozialitischen Schnapsidee namens "Eurozone" nicht zahlen wollen denken "vorsintflutlich". Bürger-Schafe die zahlen denken sicher modern und die Schmarotzer, die abkassieren und auf Kosten anderer sich ein nutzloses schönes Leben machen (EUdSSR in Brüssel und Strassbourg) denken sicher supermodern. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

  • @SauTheTruth: Na, wenigstens einer hält immer noch die Fahne hoch!
    Nibelungentreue - selbst zur AfD - ist ja ohnehin etwas sehr deutsches.

  • Nichts gegen Frankreich entscheiden, der Grande Nation immer die Ehre erweisen ihr die Führungsrolle in Europa(wenn auch nur scheinbar) zu überlassen. Diese These hat Helmut Schmidt allerdings schon immer vertreten. Gegen unser Land darf natürlich entschieden werden. Deutschlands Zahlmeisterrolle beruht bei Schmidt sicher auf historischen Gründen.
    Marget Thatcher hatte er mal kurz 2 Mrd. DM überwiesen, damit sie stillhielt.

  • Fein, wie vorsintflutlich Sie zu denken scheinen: zu einem Einzelfall taugt das in Ihrem Fall leider nicht.

    Und Ihre Verschwörungstheorien wirken auch nicht gerade auf den Punkt gebracht.

  • @oha

    Ich gehe mal von der Tatsache aus, dass Amöben nicht viel von Freiheit, direkter Demokratie, Eigenverantwortung, eigener Währung und Marktwirtschaft verstehen. Folgen wir dieser Logik, dann sind alle französichen Beamten, die in Brüssel oder Strassbourg nutzlos rumsitzen, sich Schwachsinn ausdenken und damit Länder gängeln alles Amöben. Diese Amöben haben aber ein 5-stelliges Monatsgehalt (durch den deutschen Steuerzahler bezahlt). Das ist aber das einzige, was sie von echten Amöben unterscheidet.

    Lesen sie mal was von (Roland) Baader oder Hayek. Dann wird ihnen klar, wieso mal mit diesem sozialistischen Misthaufen EUdSSR aufräumen muss.

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