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Schmidt auf Abschiedstour in Paris Rüffel des Altkanzlers für Barroso & Co.

Helmut Schmidt hat bei einem Paris-Besuch seinen Unmut über den Zustand der EU zum Ausdruck gebracht. Insbesondere Barroso bekam sein Fett ab. Der deutschen Politik gab er ein politisches Gebot mit auf den Weg.
30.05.2013 - 13:54 Uhr 40 Kommentare
Altkanzler Helmut Schmidt (SPD). Quelle: dpa

Altkanzler Helmut Schmidt (SPD).

(Foto: dpa)

Paris Mit einer wehmütigen Note eröffnete Helmut Schmidt den Abend in der deutschen Botschaft in Paris, der ihn noch einmal mit seinem französischen Partner Valéry Giscard Giscard d'Estaing zusammenbrachte: „Dies ist mein letzter Besuch in Paris, ich bin 94 Jahre alt und auf einer Abschiedstour.“ Wer aber auf ein umfassendes Vermächtnis, eine europäische Vision hoffte, wurde vom Altkanzler enttäuscht.

Schmidt blieb seinem Lieblingsspruch treu, dass zum Arzt gehöre, wer Visionen habe. Doch eine Verhaltungsmaxime gab er allen deutschen Politikern am Ende seines anderthalbstündigen Gesprächs mit Giscard d’Estaing mit auf den Weg: „Nie etwas gegen Frankreich entscheiden, weder bei großen noch bei kleinen Fragen.“ Dieser Respekt vor dem wichtigsten Partner habe sein Verhalten seit 1969 geprägt, „und Valéry hat es genauso gehalten.“

Moderator Ulrich Wickert hatte seine liebe Mühe, die beiden Großmeister der deutsch-französischen Beziehungen auf das Thema „Europa 2030“ zu leiten. Weder Schmidt noch Giscard zeigten große Lust, sich als Orakel zu betätigen, sprachen lieber über die historischen Herausforderungen wie den Aufstieg Chinas und Europas schwache Demographie.

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    Immerhin: Frankreichs Ex-Präsident, der an diesem Abend redseliger war als der Altkanzler, entwarf einen eigenen Plan für die politische Integration. Ganz der französischen Tradition entsprechend schlug er vor, neben der EU ein integriertes Europa zu schaffen, das seine Form vor allem in einer engeren Kooperation der Regierungen finden solle. Einmal im Monat sollten sich die Chefs treffen und alles Wichtige besprechen. Demokratische Kontrolle müsse natürlich auch sein – ein bisschen: „Vertreter der nationalen Parlamente können sich in einer neuen Kammer zusammenfinden, drei bis viermal im Jahr, das reicht.“

    „Der jetzige EU-Kommissionspräsident taugt auch nichts“
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    40 Kommentare zu "Schmidt auf Abschiedstour in Paris: Rüffel des Altkanzlers für Barroso & Co."

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • An SANTOS und Magritt11788: Offensichtlich wissen SIE beide nicht, daß in 80ger Jahren die Parole der DEUTSCHEN!! Politik war: DEUTSCHLAND ist ein Hi-Tech LAND: Wir produzieren die Ingenieure und die Produktion erledigen
      Asiaten und Inder. Die Quittung haben wir jetzt.

    • Helmut Schmidt irrt sich ganz gewaltig - oder er sagt nicht, was er wirklich denkt! Der Zusammenbruch der Binnenmärkte in den Südstaaten mit den zu besichtigenden Folgen wie Arbeitslosigkeit, höhere Sozialausgaben UND höhere Defizite, erst hervorgerufen durch diese absurde Austeritätspolitik, WIRD zu Aufständen führen. Frankreich geht bergab, und das in großen Schritten. Wenn ein Volk auf die Barrikaden geht, dann das französische. Über Spanien, Portugal oder Griechenland wird ja nicht berichtet. Ich vermute, man will uns "beschützen" und uns unseren Schlaf nicht rauben. Der "Weltökonom" Schmidt sagt überhaupt nichts zu den Handelsungleichgewichten und die Verantwortung auch Deutschlands, das erst in dieses Desaster geführt hat. Europa hat fertig - ob wir jetzt Barroso austauschen oder nicht ist zweitrangig! Solange diese Politik fortgesetzt wird, ist das Scheitern der Währungsunion sicher. Dass er die sehr berechtigte Frage Grossers "abkanzelt" zeigt mir, dass er eigentlich weiß, dass der Baum schon litcherloh brennt. Schmidt mag alt sein, aber ein Idiot ist er nicht. Er wird nicht zusätzlich und vorsätzlich Stimmung gegen diese Politik machen indem er die Situation der Eurozone so darstellt wie sie ist, weil er das für nicht verantwortbar hält. Er weiß genau, dass er gehört wird. Also, ich denke man sollte darauf achten, was Schmidt NICHT gesagt hat!
      LG Traumschau

    • Der Greis leidet doch an Wahrnemungsstörungen. Ist ja aber nichts Seltenes im Sozen Lager.

    • !!!! Straßburg !!!!

    • Margrit, die Spielchen der FDP stehen auf einem anderen Blatt. Schmidt wurde vom Wähler 1983, 3 Jahre nach der vorhergehenden Bundestagwahl 1980 mit 38.2% (-4.7%)von der CDU/CSU 48.8% (+4.3%) abgewählt. Dabei mag er auch einige Wähler an die Grünen wegen des Nato-Doppebeschlusses verloren haben. Die meisten Wähler liefen jedoch zur CDU/CSU wegen seiner katastrophalen Wirtschafts-, Finanz- und Einwanderungspolitik über. Das war damals auch mein Grund weshalb ich den dicken Idioten wählte.

    • @oha

      Natürlich. Bürger die bei einer sozialitischen Schnapsidee namens "Eurozone" nicht zahlen wollen denken "vorsintflutlich". Bürger-Schafe die zahlen denken sicher modern und die Schmarotzer, die abkassieren und auf Kosten anderer sich ein nutzloses schönes Leben machen (EUdSSR in Brüssel und Strassbourg) denken sicher supermodern. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

    • @SauTheTruth: Na, wenigstens einer hält immer noch die Fahne hoch!
      Nibelungentreue - selbst zur AfD - ist ja ohnehin etwas sehr deutsches.

    • Nichts gegen Frankreich entscheiden, der Grande Nation immer die Ehre erweisen ihr die Führungsrolle in Europa(wenn auch nur scheinbar) zu überlassen. Diese These hat Helmut Schmidt allerdings schon immer vertreten. Gegen unser Land darf natürlich entschieden werden. Deutschlands Zahlmeisterrolle beruht bei Schmidt sicher auf historischen Gründen.
      Marget Thatcher hatte er mal kurz 2 Mrd. DM überwiesen, damit sie stillhielt.

    • Fein, wie vorsintflutlich Sie zu denken scheinen: zu einem Einzelfall taugt das in Ihrem Fall leider nicht.

      Und Ihre Verschwörungstheorien wirken auch nicht gerade auf den Punkt gebracht.

    • @oha

      Ich gehe mal von der Tatsache aus, dass Amöben nicht viel von Freiheit, direkter Demokratie, Eigenverantwortung, eigener Währung und Marktwirtschaft verstehen. Folgen wir dieser Logik, dann sind alle französichen Beamten, die in Brüssel oder Strassbourg nutzlos rumsitzen, sich Schwachsinn ausdenken und damit Länder gängeln alles Amöben. Diese Amöben haben aber ein 5-stelliges Monatsgehalt (durch den deutschen Steuerzahler bezahlt). Das ist aber das einzige, was sie von echten Amöben unterscheidet.

      Lesen sie mal was von (Roland) Baader oder Hayek. Dann wird ihnen klar, wieso mal mit diesem sozialistischen Misthaufen EUdSSR aufräumen muss.

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