Schnurren statt brüllen Die CSU kuschelt sich durch die Winterklausur

Die CSU zeigt sich bei ihrem Treffen in Kreuth als Anti-FDP: Geschlossenheit statt Selbstzerfleischung. Die Auseinandersetzung mit Parteichef Seehofer wird verschoben - dabei dürfte es einigen unter den Nägeln brennen.
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Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer und die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt. Quelle: dpa

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer und die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt.

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KreuthFür Vergangenheitsbewältigung ist in Wildbad Kreuth kein Raum: „Die CSU ist eine geschichtsbewusste Partei“, sagt Parteichef Horst Seehofer zum Auftakt der alljährlichen Winterklausur in dem ehemaligen Kurhotel am Alpenrand – „aber wir beschäftigen uns nie mit alten Geschichten“.

Die alten Geschichten sind in diesem Fall keine vier Wochen her – damit meint Seehofer die groben Attacken auf seine eigenen Parteifreunde, mit denen er in der Vorweihnachtswoche bundesweit Schlagzeilen machte und die CSU erschreckte. Doch parteiinterner Konfliktstoff wird in Kreuth auf die Seite geräumt: „Offenheit und Geschlossenheit sind ein Geschwisterpaar“, sagt Seehofer.

„Offenheit“ ist Seehofers Umschreibung für seine Angriffe auf Bayerns Finanzminister Markus Söder („von Ehrgeiz zerfressen“), Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer („Zar Peter“) und Kollegen – Seehofers Ärger traf unter anderem noch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Verkehrsstaatssekretär Andreas Scheuer. Doch nicht nur Seehofer ist willig, das Kapitel zu beenden: „Schnee von gestern“, sagt Generalsekretär Alexander Dobrindt. „Schnee von gestern“, sagt auch Bundesagrarministerin Ilse Aigner, die zusammen mit Söder derzeit Favoritin für Seehofers Nachfolge ist.

„Das hat keine bleibenden Konturen in der CSU-Landesgruppe hinterlassen“, sagt deren Vorsitzende Gerda Hasselfeldt. Seehofers Verhältnis zur Landesgruppe ist nicht sonderlich gut. Der Parteivorsitzende lässt sich selten bei den Sitzungen der CSU-Bundestagsabgeordneten blicken – diese verübeln ihm auch, dass sie seit Jahren ein ums andere Mal von Seehofer-Vorstößen überrascht werden.

Seehofer seinerseits lässt häufig durchblicken, dass er die Leistungen Ramsauers und anderer Berliner Amtsträger für ausbaufähig hält. Doch davon ist in Kreuth keine Rede: „Ich bin einfach rundum zufrieden“, beteuert Seehofer.

„Wir brauchen nicht immer zu brüllen“
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5 Kommentare zu "Schnurren statt brüllen: Die CSU kuschelt sich durch die Winterklausur"

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  • Bei diesen Typen hätte Steinbrück in die Lehre gehen sollen. Aalglatt und das Ohr immer am Puls des Plebs, und vor allem gut Freund mit den Gossenjournalisten!

  • wollen würdens schon ganz gern, nur können tuns halt nicht

  • Bei Licht betrachtet ist die CSU nichts anderes als der Wurmfortsatz der großen Schwester - eine eigene Politik , außer dem Abnicken aller Vorgaben der Staatsratsvorsitzenden, sehe ich nicht.

  • Fraglich ist ob alles was die CSU im Bunde mit Merkel politisch, wirtschaftlich vertretbar ist. Sei es die Herdprämie, eine Autobahnvignette u. neue Nummernschilder, die Ramsauer gerne einführen möchte. Dieser Verkehrsminister sollte sich die KfZ-u.Bezinsteuer genauer ansehen, bevor weitere Belastungen den Steuerzahlern aufgedrückt werden.
    Merkel Fan, Hasselfeld sollte lieber bei der Schuldenkanzlerin, wegen der unbezahlbaren Zwangssolidarität vorstellig werden.

  • Die CSU kauft einfach ihre Wähler. Zuerst hat sie die Hotellerie gekauft, dann die Empfänger von Betreuungsgeld und jetzt hab' ich gelesen, sind die Interessenten an Provinzkrankenhäusern dran. So etwas nennt man praktischen Populismus.

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