Schröder zur Rente Der Altkanzler schießt quer

SPD-Arbeitsministerin Nahles hat die Rentenpläne der Koalition vorgestellt – und pünktlich dazu meldet sich Altkanzler Schröder zu Wort. Er fragt, wer die neue Rente bezahlt – und warum Frauen nicht dagegen aufbegehren.
Update: 29.01.2014 - 11:33 Uhr 48 Kommentare
Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD): „Die Entscheidungen kosten nicht nur einmal Milliarden, die Ausgaben kommen jedes Jahr wieder.“ Quelle: dpa

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD): „Die Entscheidungen kosten nicht nur einmal Milliarden, die Ausgaben kommen jedes Jahr wieder.“

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BerlinAltbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat einem Zeitungsbericht zufolge die Rentenpläne der großen Koalition scharf kritisiert. Die geplante Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren sei „ein absolut falsches Signal, gerade mit Blick auf unsere europäischen Partner, von denen wir ja zu Recht Strukturreformen einfordern“, zitiert die „Bild“-Zeitung aus einem neuen Buch Schröders mit dem Titel „Klare Worte“.

Schröder äußert dem Bericht zufolge in seinem Buch Verständnis dafür, „welchen gesellschaftlichen Gruppen man mit den Koalitionsbeschlüssen helfen will, das ändert aber nichts am zentralen Problem: Wie soll das finanziert werden?“. Ihn wundere, „dass sich die Frauen nicht zu Wort gemeldet haben, denn das Ergebnis ist eindeutig: Der männliche Facharbeiter, relativ gut verdienend, wird das nutzen können, Frauen eher weniger, weil die meistens gar nicht auf die 45 Beitragsjahre kommen“, zitiert die „Bild“-Zeitung weiter.

Schröder verweist demnach zudem auf ein „noch schwerwiegenderes“ Problem: „Die Entscheidungen kosten nicht nur einmal Milliarden, die Ausgaben kommen jedes Jahr wieder. Das führt in einigen Jahren unweigerlich zu der Frage: Müssen wir deswegen die Rentenbeiträge erhöhen?“, wird aus dem Buch des Altkanzlers zitiert.

Lob aus der Union
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48 Kommentare zu "Schröder zur Rente: Der Altkanzler schießt quer"

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  • Die Aussage: Die Entscheidungen kosten nicht nur einmal Milliarden, die Ausgaben kommen jedes Jahr wieder. - das ist völliger Quatsch. Sie treffen nur auf einen beschränkten Zeitraum zu und sind bei weitem nicht so hoch wie ständig hervorgehoben wird. Herr Schröder sollte sich schämen, er lässt sich vor den Karren derjenigen spannen die Angst vor höheren Beitragszahlungen haben.

  • Die Rede von G.Schröder in Davos im Jahr 2005, ein Ausschnitt !

    "Drittens: Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt. Ich rate allen, die sich
    damit beschäftigen, sich mit den Gegebenheiten auseinander zu setzen, und nicht nur
    mit den Berichten über die Gegebenheiten. Deutschland neigt dazu, sein Licht unter den
    Scheffel zu stellen, obwohl es das Falscheste ist, was man eigentlich tun kann. Wir haben
    einen funktionierenden Niedriglohnsektor aufgebaut, und wir haben bei der Unterstützungszahlung Anreize dafür, Arbeit aufzunehmen, sehr stark in den Vordergrund gestellt. ......"


    Wen man es sich komplett mit Muse durchliest, weiß man, warum die Situation in D und Europa so ist, wie es ist !

    Die ~ 17% BT - Wähler 2013, Nichtwähler berücksichtigt, sind noch viel zu hoch, bei diesen Nachfolgern !

    Die CDU+FDP nahm diese Steilvorlagen bei den Deregulierungen u.a. im Arbeitsrecht/Finanzen gerne an !

    Die Geburt einer kranken LOBBY-"Politik" !!!

  • Wie kann man solch einem Menschen überhaupt noch zuhören. Selber Champus saufen und Wasser predigen. Als ich noch Jung war (bin in Rente) hatten wir alle (besonders für Junge Familien war das wichtig) soziale Sicherheit. Früher war das in Deutschland ohne Probleme finanzierbar. Heute, wo es doch wie alle Marktschreier der Kaste immer wieder herausplärren geht das nicht mehr.! Arbeitslosenhilfe bekam jeder , ohne das man sich in den Hintern sehen lassen musste. Dieser sogenannte Sozialdemokrat hat mit vielen SPD Sozi-Vasallen jede Art von Sicherheit zerstört. Von jedem Sachbearbeiter der ARGE muss man sich fast wörtlich  in die Unterhose sehen lassen ob nicht noch irgendwo etwas an erarbeitetem oder gespartem ist, das man abziehen kann, bevor es Hilfe gibt. Ja es kommt noch besser, nach Tabellen, die irgendwelche abgehobenen Bürokraten erstellt haben muss man sich imaginäre Werte für das Auto oder selber bewohnte Immobilien anrechnen lassen die sich am Markt gar nicht erzielen lassen. Das was hier passierte hat mehr mit Versklavungsgesetzen zu tun als mit Gerechtigkeit. Im Streitfall wird man erst mal alles los was man sich im laufe des Lebens erarbeitet hat. Pfui Teufel was sind das für Menschen die so etwas als Gerecht empfinden. Diese Gesetze werden nur beschlossen weil diese Typen die diese Gesetze beschließen selber kaum in die Situation kommen solche Hilfe beantragen zu müssen. Die Kaste der Mandatsträger ist durch Postengeschacher und Seilschaften gut abgesichert.
    ES IST ZUM KOTZEN

  • Hier besteht doch ein Grundsätzliches Problem.
    Auf der einen Seite garantieren wir für aberwitzige Summen der Pleitestaaten.
    Auf der anderen Seite werden die Rentner enteignet, indem die Renten der Realität nicht angepasst wurden.
    Wer in diesem Zusammenhang von unverantwortlichen Ausgaben spricht, ist zynisch.
    Also Rentner wählt die AFD!!!!!!!

  • Doch frühe Rente "JA" ?

    Dieser Haltung kann man mit Skepsis begegnen. Gerade, weil diejenigen Rentner, und diejenigen, die in den kommenden Jahren welche werden (das muss ein Gefühl sein, wie bei der Einschulung, nur umgekehrt), so vieles in Deutschland bewegt haben, weil sie so vieles getragen und ertragen haben, in ihrem Leben, sollte die Rente früh genug einsetzen. Skepsis? -Nun, in den vergangenen Jahren wurde eine "hire and fire" Menatlität geprägt, Massen- und Jugendarbeitslosigkeit sollten gegen Arbeitsplätze umgewandelt werden. Deutschland ist da gerade im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit ein kleine Revolution gelungen. Sogar die Generation Praktikum dürfte mittlerweile in bezahlten Jobs leben. Dennoch: die Zeit, in der Praktika unbezahlt blieben, in der Massenarbeitslosigkeit bekämpft wurde, hat ihre tiefen Spuren hinterlassen. Gerhard Schröder hatte die Umwandlung ganz Deutschlands voran getrieben, wir sollten ihm zuhören.

    Was müssen wir sehen? Wir müssen erkennen, dass die Menschen vor einer Infrastruktur steht, die einem Trümmerhaufen gleicht. Viel Arbeit ist eben auch liegen geblieben. Wir haben noch Glück damit, dass hier und da so einiges Heruntergekommen ist. Denn dort lassen sich Neues und Innovatives schnell einsetzen. Was fehlt ist Geld. Die Menschen scheuen die Arbeit nicht, wir, die Deutschen sind bereit gewesen, unser altgewohntes Leben gegen diese neue, nie dagewesene Welt einzustauschen: Öffentlichkeit(Internet), Unterhaltung (Fernsehen, Radio, digitale Bücher). Wie wollen wir diesen status quo halten, wenn immer weniger Menschen arbeiten können? Wir uns darüber Gedanken machen. Verteilte man die vielen Aufgaben, für die natürlich auch Geld vorhanden sein muss, auf viele Schultern, dann geht die Arbeit schneller von der Hand. Wir können die Innovationen alle zusammen einführen. Aber dann müssen wir auch bezahlt werden dafür. Arbeit muss sich eben lohnen. Frühe Rente? -Wozu!? Freizeit und Einkommen müssen stimmen. Frühe Rente? Nein.

  • Heute, wenige Jahre nach Einsetzen der Finanz- , Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise herrscht zumindest Einigkeit in dem Punkt der Energiewende. Sie wird zum Exportschlager.

    Was unsere Gesellschaft zunehmend belastet, sind neben der Staatsverschuldung ( inklusive Ivestitionsreserven/Investitionsstau)der demographische Wandel und die ausgedehnte Belastung der Arbeitnehmer (hier besonders die Familien/ Singlegesellschaft). Die Menschen finden nicht zusammen. Sie leben getrennt voneinander, wegen ihren Einkommen, wegen ihrer stark ausgeprägten, unterschiedlichen Auffassung wie zusammen gelebt werden soll. Heute herrscht noch immer ein gesellschaftlicher Kanon der gegenseitigen Ausbeutung durch Arbeit vor. Die Bürger sagen zwar, dass es Ihnen besser geht und schauen wieder mit Zuversicht nach vorn, in die Zeit die kommen wird, in die Zukunft. Grundsätzlich hat sich aber für viele Menschen seit der Krise nichts verändert.

    Die Renten sind hier nur ein Auszug aus dem alltäglichen Klang von Tönen über das Alltagsleben in der Bundesrepublik Deutschland. Zustimmung hier trifft auf Unstimmung dort. Wir leben in einem gesellschaftlichen Kanon, der diffus anmutet, in einem Kanon, der, würde man diesen musikalisch betrachten, keiner ist.

    Welchen Ausblick haben die Bundesbürger mittleren und jüngeren Alters, wenn sie hören, dass die Renten stagnieren? Wollen die Bürger zum fröhlichen Lied anstimmen, etwa kunstvoll vor sich her pfeifen?

    Gepfiffen wird wieder einmal. Gepfiffen auf einen Mindestlohn mit Ausnahmen. Dabei wurde der Skaleneffekt ausgehöhlt, die Vorteile für den Staat hierdurch sind längst erkannt. Wenn der Konsum und der Alltag vieler Bundesbürger durch die zahlreichen Lohnerhöhungen in den vergangenen Jahren angenehm geworden ist, der Staat von der Entwicklung der Lohnsteuer profitiert, ja wozu dann Ausnahmen?

    Die Renten müssten steigen, wenn die Menschen hierzulande wieder mit mehr Zuversicht in den Gott gewollten Lebensabend schauen sollen. Frühe Rente. Ja.

  • Nahles Vorstoß geht in die richtige Richtung, auch wenn Hartz-IV Gerd, der Millionen von Menschen in die soziale Stigmatisierung abschob, dies anders sieht. Nahles Gesetz gibt der Republik ein Stück soziaeerechtigkeit zurück und auch die Finanzierung ist grundsätzlich nicht das Problem. Es bedarf nur der Rentenversicherungspflicht für alle, Beamte, Untrnehmer,Freiberufler eingeschlossen. Dann stimmen die Finanzen in der Rentenversicherung schn. Auch ohne Beitragserhöhung.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Warum sind die Menschen nur so blind und meinen Geld ist das einzig wichtige? Von den 800.000 Toten jedes Jahr sind 25% unter 65 Jahre alt.Das bedeutet, viele, die fleißig Geld in die Rentenkasse zahlen, haben gar nichts davon.
    Mein Tip: Nur 10% der Summe, die jeden Monat für die spätere Rente eingezahlt wird, in Gesundheitsvorsorge investieren, damit man auch was von der Rente hat. Investieren heißt: Informieren, was gesund hält und dann sein Leben danach umstellen.
    Statt dessen spielen alle mit der Gesundheit Roulette, nach dem Motto, wird schon. Bei Geld dagegen gehen alle auf Nummer Sicher und schließen am besten noch eine private Versorgung ab.
    Ich habe in meinem Leben so viele Rentner erlebt, die nur sehr wenig davon gehabt haben, weil sie entweder gestorben oder so krank waren, dass sie den Ruhestand nicht geniessen konnten.


    Im übrigen ist es in Unding, dass man als Politiker das Geld danach ausgibt, was den eigenen Wählern vielleicht gefällt, anstatt zu haushalten und erstmal die Verschwendung abzustellen. Wenn man die Verschwendung stoppt, könnte man die Rentenbeiträge sogar senken und die Renten erhöhen und Schulden abbauen.

    Statt dessen denkt man laut über Zwangsenteignung nach, nach dem Motto, wir als Politiker verschwenden das hart erarbeitete Kapitel des Volkes und anschließend holen wir uns neues Geld per Gesetzbeschluss. Hamburg und Berlin zeigen, wie Milliarden sinnlos vergeudet werden. Politiker geben gerne Geld anderer Leute aus ohne Nachzudenken. In der realen Welt nennt man das Veruntreuung........

  • Welch ein Zirkus wegen der paar Milliarden bis 2030. Kein Wort über die fälligen 2 Billionen Euro, sprich 2000 Milliarden die für die Beamtenpensionen bis 2050 fällig werden. Wie immer wird mit zweierlei Maß gemessen.

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