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Schufa-Umfrage Kredite, Versicherungen, Anlagen: Junge Menschen wissen immer weniger über Geld und Finanzen

Mehr als 90 Prozent der jungen Deutschen wünschen sich mehr Informationen über Finanzen in der Schule. Ein Viertel fürchten wegen Corona Nachteile für ihre berufliche Zukunft.
26.06.2021 - 13:00 Uhr Kommentieren
Die Mehrheit der Schüler wünscht sich von der Schule mehr Informationen zu Finanzthemen. Quelle: dpa
Unterricht

Die Mehrheit der Schüler wünscht sich von der Schule mehr Informationen zu Finanzthemen.

(Foto: dpa)

Berlin Junge Erwachsene haben immer weniger Ahnung von allem, was mit Geld zu tun hat: Nach dem „Jugend-Finanzmonitor 2021“ schätzen 16- bis 25-Jährige ihr Finanzwissen aktuell noch schlechter ein als in den Vorjahren. 39 Prozent bewerten ihre Kenntnisse über Finanzen mit den Schulnoten vier bis sechs. In den Vorjahren (2018 bis 2020) waren es lediglich um die 30 Prozent. Die Ergebnisse der Umfrage, für die Forsa im Auftrag der Schufa im Laufe des Mai 1010 junge Menschen befragt hat, liegen dem Handelsblatt exklusiv vor.

Abhilfe erhoffen sich immer mehr junge Menschen von der Schule: Inzwischen geben 92 Prozent an, sie würden sich wünschen, dass „alles, was mit den Themen Geld und Finanzen zu tun hat, bereits in der Schule ausführlich vermittelt“ würde. Dieser Wert ist in den letzten Jahren langsam, aber stetig gestiegen. Denn offensichtlich erfüllen die Schulen diese Aufgabe immer schlechter: 2018 nannten noch 38 Prozent die Schule als Quelle für ihr Finanzwissen – 2021 waren es nur noch 22 Prozent.

Das erhöht den Druck auf die Einführung eines Schulfaches Wirtschaft. Bisher haben nur Baden-Württemberg und NRW dazu in allen Schularten ein eigenes Fach eingeführt, in einigen wenigen weiteren Ländern gibt es Kombinationsfächer Wirtschaft/Recht oder Wirtschaft/Politik in einzelnen Schularten. In den Wahlprogrammen taucht das Thema nur bei der FDP auf, die Wirtschaft und Informatik flächendeckend einführen will.  

Beim aktuellen Wissen der jungen Deutschen tut sich eine enorme Kluft zwischen den Geschlechtern auf: Von den jungen Frauen fühlen sich lediglich 12 Prozent gut über Finanzen informiert, bei den jungen Männern immerhin ein Drittel. Das bedeutet allerdings nicht zwingend, dass junge Frauen tatsächlich viel weniger wissen. Es könnte ebenso sein, dass sie sich – wie vielfach in technischen und ökonomischen Feldern – eher unterschätzen, während sich die Jungs eher überschätzen.

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    Generell hat sich die Lage allerdings deutlich verschlechtert: In den Jahren 2018 bis 2020 gaben lediglich 30 Prozent an, schlecht informiert zu sein. Gleichzeitig sank der Anteil der vergleichsweise kleinen Gruppe von Jugendlichen, die sich selbst als gut oder sehr gut informiert bezeichnen, von 29 auf 23 Prozent. 

    Grafik

    Wenig überraschend fühlt sich eine Mehrheit für den Abschluss eines Mobilfunkvertrages oder die Eröffnung eines Girokontos noch gut gerüstet. Doch weniger als ein Drittel hat Ahnung von Geldanlagen oder Versicherungen, bei Krediten sind es gerade mal 13 Prozent. 

    Finanzwissen lässt bei Älteren und Jüngeren deutlich nach

    Zusätzlich zu den jungen Menschen hat Forsa 506 Erwachsene zwischen 40 und 55 Jahren befragt. Dabei zeigte sich, dass sich die Elterngeneration deutlich besser informiert fühlt: Hier geben nur 27 Prozent an, schlecht informiert zu sein – 26 Prozent finden sich gut oder sogar sehr gut informiert. Doch auch bei den Älteren haben sich die Daten gegenüber den Vorjahren deutlich verschlechtert. 

    Immerhin kommen die Jugendlichen offenbar immer besser mit dem Geld zurecht, das ihnen zur Verfügung steht: Zuletzt sagten nur noch acht Prozent, dass sie damit Probleme haben. Im Jahr 2018 waren es noch 18 Prozent. Doch schon 2019 – das letzte Jahr vor der Pandemie, in dem die Möglichkeiten zum Geld ausgeben noch normal waren – war der Wert bereits auf 12 Prozent gesunken. 

    Bargeldloses Zahlen ist bei den Jungen beliebter als bei den Älteren: Vier Fünftel wünschen sich mehr Möglichkeiten, mit EC- oder Kreditkarte zu zahlen, fast jeder Zweite würde gern öfter mit dem Handy zahlen. Dennoch zahlen 40 Prozent am liebsten bar und damit fast so viele wie in der Elterngeneration. 

    Um ihre Bankgeschäfte zu erledigen, nutzen inzwischen zwei Drittel eine Banking-App. Hier liegen Jungen und Mädchen gleichauf. Bei den Älteren ist es nur gut die Hälfte. 15 Prozent der jungen Erwachsenen verwenden auch Trading-Apps – wobei der Anteil der jungen Männer dreimal so hoch wie der der Frauen ist. In der Elterngeneration sind es insgesamt nur vier Prozent – und der Unterschied zwischen Männern und Frauen noch deutlich größer. 

    Jeder Zweite hat in der Pandemie auf Konsum verzichtet

    In der Corona-Pandemie musste fast ein Fünftel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen Einkommenseinbußen hinnehmen – vor allem Studenten und Schüler, denen die Nebenjobs wegbrachen. Fast jeder Zweite hat daher seine Konsumausgaben gedrosselt  – aber nur jeder Fünfte das Sparen reduziert. Im Gegenzug melden jedoch auch 12 Prozent gestiegene Einnahmen – vor allem die Erwerbstätigen. 

    Ein Viertel der Jugendlichen fürchtet, dass sich die Corona-Pandemie negativ auf ihre berufliche Zukunft auswirkt – dagegen stehen allerdings elf Prozent, die sogar eine Verbesserung erwarten. Die Elterngeneration ist deutlich pessimistischer: Von den 40- bis 55-Jährigen erwarten eine große Mehrheit von zwei Drittel eine Verschlechterung der Aussichten für den Nachwuchs. 

    Mehr: Auch Informatik wird in wenigen Schulen unterrichtet - auch weil Lehrer dafür fehlen 

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