Schuldenkrise Koalition hält Euro-Bonds für falsch

Die EU-Kommission macht sich für Gemeinschaftsanleihen starkt, aber Bundeskanzlerin Merkel hat wiederholt Euro-Bonds als Lösung der Schuldenkrise abgelehnt. Die schwarz-gelbe Koalition bekräftigt ihre Ablehnung.
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Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU). Quelle: dpa

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU).

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BerlinDie schwarz-gelbe Koalition hat ihre Ablehnung von Euro-Bonds bekräftigt. „Wir lehnen Euro-Bonds ab, “ sagte Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) am Montag in der Fraktionssitzung laut Teilnehmerangaben. An dieser Haltung habe sich nichts verändert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe diese Meinung geteilt. Merkel hatte wiederholt ihren Widerstand gegen Gemeinschaftsanleihen zur Lösung der Schuldenkrise deutlich gemacht.

Auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hat sich erneut gegen die Einführung von Euro-Bonds ausgesprochen. Sie seien „ein falscher Ansatz“, dem man nicht weiter nachgehen sollte, sagte Brüderle in Berlin. Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte sich primär auf die Sicherung der Geldwertstabilität konzentrieren, fügte Brüderle hinzu. Wie am Montag bekannt wurde, plant die Europäische Kommission offenbar einen neuen Anlauf für die Einführung von Euro-Bonds.

Jose Manuel Barroso, der Präsident der EU-Kommission, will am Mittwoch ein Grünbuch mit Vorschlägen zur Einführung von Eurobonds vorlegen. In dem 41-seitigen Papier, das dem Handelsblatt vorliegt, hat die EU drei Szenarien für die Einführung von Eurobonds erstellt. Dabei handelt es sich um Anleihen, die von den Euro-Ländern gemeinschaftlich ausgegeben werden. Im Papier der EU-Kommission heißen diese Gemeinschaftsanleihen "Stabilitätsbonds". Das Grünbuch hat keine gesetzgeberische Bedeutung - es dient lediglich als Diskussionsgrundlage.

Im Grünbuch werden drei Vorschläge für die Einführung von Eurobonds diskutiert. Der erste Vorschlag sieht eine komplette Vergemeinschaftung der Anleihen der Euro-Staaten vor - die von einer EU-Schuldenagentur ausgegeben würden. Im zweiten Vorschlag geht es um eine Teilvergemeinschaftung der Schulden, zum Beispiel für alle Verbindlichkeiten, die innerhalb der Maastricht-Grenze von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen. Nach der dritten Variante würden die Euro-Staaten ebenfalls nur einen Teil ihrer Schulden durch vergemeinschaftete Anleihen abdecken. Im Unterschied zu Vorschlag zwei würden die Euro-Länder für diese Anleihen - ähnlich wie bei den Anleihen des Rettungsfonds EFSF- entsprechend ihres ökonomischen Gewichts in der Eurozone haften.

  • dapd
  • jam
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29 Kommentare zu "Schuldenkrise : Koalition hält Euro-Bonds für den falschen Ansatz"

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  • Solange die nationalen Interessen (siehe vor allem Deutschland, Frankreich, England) weit mehr im Vordergrund stehen als ein gemeinsames Finanz-und Wirtschafts-Europa wird
    es auf lange Sicht keine vernünftige Lösung für ein starkes Europa geben. Wir brauchen eine zentral gesteuerte Führungseinheit. Die Eurobonds können vielleicht eine zeitlich begrenzte Lösung darstellen; mehr sind sie allerdings auch nicht. Die vorgegebenen Sparmaßnahmen bringen ein Land alleine auch nicht aus der Krise. Die europäische Politik (und vor allem auch die Politiker) müssen endlich lernen gemeinsam zu handeln um die besten Lösungen für alle zu finden.

  • Im übrigen können wir alle davon ausgehen, dass Merkel den Eurobonds zustimmen wird. Das jetzt, ihre Absage, ist nur ein kleines Geplänkel fürs dumme Volk.
    Sie aht noch immer allem zugestimmt.

  • Die einzige Lösung die noch helfen kann, sind nicht Eurobonds zu Deutschlands Lasten, sondern ein guter und gepflegter Rückzug aus dem Euro.
    Lieber ein Ende mit Schrecken als ewig ein Schrecken ohne Ende und zum Schluß doch ein Ende was dann aber fürchterlich sein wird und u. U. tatsächlich mit Krieg endet

  • Singen wir doch mal wieder "Ein Loch ist im Eimer..."

  • stimmt. Und auffalelnd dabei ist, dass es die Kommunisten sind, die so gegen Detuschand schießen.
    Baroso der Maoist, dann dieser Finne und natürlich Sarkozy, der ja jüdische Wurzlen hat. Bei ihm habe ich imemr ds Gefühl, sein Hass gegen Deutschland ist späte Rache.
    Und in Merkel eienr stramemn Sozialistin haben sie natürlich die beste Mitstreiterin.
    So wie die DDR insolvent war, wird Gesamtdeutschland untergehen.
    Und wieder machen alle mit

  • Genau das ist die richtige Antwort.
    Eine Diktatur Europa hätte ja nicht mal angedacht werden können ohne Krise.
    Merkel aber wollte schon immer einzentralistisches Europ. Demokratie ist ihr zutiefst suspekt.
    Die Krise kommt unsren gesamten diktatorischen Politikern sehr gelegen

  • Eurobonds sind die einzige Lösung in Europa die noch helfen kann . Auch das AAA von Deutschland wird ein Minus bekommen ,warten wir ab . Solange wie die Fr.Merkel Regierung unabhängig von Europa ist kann diese auch den große Macher spielen . Ganz in Sinne der CDU/CSU/FDP .

  • Die neuen Wahn-Ideen der Euro-Retter:

    weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/zinsputsch-in-bruessel-die-neuen-wahn-ideen-der-euro-retter_aid_686534.html

  • Italien u. Spanien Bonds werden auf 10% gehen, Banken werden sich nur noch ueber EZB Notfazilitaet refinanzieren- Italiener werden angesichts der Turbulenzen ihre Einlagen abziehen - der Interbankenmarkt bricht total zusammen - es werden keine Kredite mehr ausgereicht bzw. werden gekuendigt - die Wirtschaftsleistung bricht global zusammen - es gibt eine Weltwirtschaftskrise mit 30% Arbwitslosigkeit auch in D.

    Dieses Szenario sollten sich sowohl unsere Versager-Politiker und Otto Normalverbraucher vor Augen halten. Da interessiert es wenig, ob D ein Prozent mehr Zins zahlt oder die Inflation leicht zunimmt. Die Alternative ist globales Chaos und Deflation!!

  • Sehr geehrte Damen und Herren,

    Euro-Bonds würden die wirtschaftliche Lage in Europa nur noch verschlimmern. Von Anfang an haben sich die einzelnen Staaten in Europa zunehmend verschuldet. Ergo komme ich zu dem Schluss, dass der Euro nur existiert weil von Anfang an permanent Schulden gemacht wurden. So führen wir die europäische Wirtschaft auf den Meeresgrund. Immer schön die Luft anhalten, bis wir alle ersoffen sind. Ein zweites Währungssystem mit einer weicheren Währung ist sofort nötig und würde die wirtschaftliche Lage langfristig bessern.

    Henry Wuttke

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