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Schuldenkrise Wirtschaftsweiser traut Konzepten der Euro-Retter nicht

Barroso zweifelt am Euro-Rettungsschirm und muss dafür herbe Kritik einstecken. Ein Top-Ökonom hält die bisherigen EU-Beschlüsse ebenfalls für unzureichend, wenn auch in anderer Hinsicht.
06.08.2011 Update: 08.08.2011 - 22:39 Uhr 22 Kommentare
Euro-Münzen. Quelle: dpa

Euro-Münzen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Freiburger Wirtschaftsweise Lars Feld hat Zweifel, ob die jüngsten EU-Gipfelbeschlüsse zur Schuldenkrise für eine Bewältigung der Probleme ausreichen. Die Lösungen der Staats- und Regierungschefs trügen offenbar „nicht hinreichend zur Beruhigung bei“, sagte das Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung Handelsblatt Online mit Blick auf die Turbulenzen an den internationalen Börsen. Die getroffenen Maßnahmen reichten vermutlich nicht aus, um Griechenland auf Dauer in eine stabile Finanzlage zu versetzen. "Es müsste ein Haicut von 50 Prozent her." In Italien und Spanien seien zudem „weitergehende Reformen notwendig, um die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen zu erreichen“. Eine Aufstockung des EFSF oder die Einführung von Eurobonds seien hingegen nicht hilfreich.
Ungeachtet der ungelösten Probleme sieht Feld die Gefahr einer Weltwirtschaftskrise derzeit aber nicht. „Für Deutschland erwarte ich im weiteren Jahresverlauf eine Normalisierung des Konjunkturverlaufs“, fügte der Ökonom hinzu. Zu den bekannten Risiken für die Konjunktur, die EU-Schuldenkrise und der sich verschlechternde Export, seien weitere Risiken wie die Energiewende und die US-Schuldenkrise  hinzugekommen. „Die höhere Volatilität auf den Finanzmärkten ist in einem gewissen Maße Ausdruck der daraus erwachsenden Unsicherheit“, so Feld.

Das Szenario einer Weltwirtschaftskrise hält auch der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, für wenig plausibel, da kein schockartiges Event wirkte – wie im Falle der Lehman Insolvenz – und zugleich alle Staaten mehr oder weniger angemessen das Schuldenproblem angehen. Zudem habe sich in den Jahren 2009 und 2010 gezeigt, wie wenig die Industrie in ihrer Finanzierung durch Finanzmärkte und Banken beschränkt wurde, sagte Hüther Handelsblatt Online.

Daneben sei derzeit auch noch nicht zu erkennen, dass die Bankensysteme in gleicher Weise wie vor drei Jahren destabilisiert werden. „Die Risikovorsorge hat sich verbessert, die Robustheit tendenziell ebenfalls“, sagte der IW-Chef. Entscheidend sei letztlich, in welchem Maße sich die Unternehmen in ihrem Investitionsverhalten verunsichern lassen. Dafür gebe es bisher keine Hinweise. „Die Megatrends im globalen Strukturwandel jedenfalls tragen und sprechen für einen stabilen Investitionstrend.“

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    „Man muss auch mal schweigen können“
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    22 Kommentare zu "Schuldenkrise: Wirtschaftsweiser traut Konzepten der Euro-Retter nicht"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Auch ich bin unendlich sauer, über die Unfähigkeit unserer Politik. Denke immer öfter an den Satz von Juncker: Wir stellen was in den Raum und wenn es kein großes Geschrei gibt, dann machen wir weiter, bis es nicht mehr anders geht.

      Unsere Politiker sind absolut unfähig! Wie in den USA wurde der Derivate-Handel zugelassen (unter Steinbrück, der sich jetzt als Finanzfachmann aufspielt) und die Politik hatte keine Ahnung, auf was sie sich eingelassen hatte. Ebenso bei der EU - man sah nur den Vorteil, die Nachteile wollte man nicht wahr haben. Die Mahner wurden beschimpft. Nun zeigt sich, dass diese Recht hatten. Das will man jetzt auch nicht zugeben.

      Deutschland ist mittlerweile erpressbar geworden, wie man am Verhalten der Kanzlerin sehen kann. Deutsche Banken halten 95% der franz. Staatsanleihen. Die Franzosen sind jedoch die größten Gläubiger Griechenlands und Italiens. Kippt einer um, gehen auch bei uns die finanziellen Lichter aus.

      Statt dem entgegen zu wirken, will diese beschixxene EU die Haftungen unseres Landes noch weiter treiben. Solange, bis alle pleite sind. Dann ist aber auch niemand mehr da, der irgendwie irgendwem helfen könnte. Diese Politärxxxe kleben an ihren Sesseln. Nur um wieder gewählt zu werden, verkaufen sie die eigene Bevölkerung. Und diese ist noch so dumm, dass sie bei den nächsten Wahlen Rot/Grün den Vorzug geben will. Mit Rot/Grün geht es noch schneller in die Pleite!

      Eigentlich müsste man auf der Stelle auswandern!

    • Ich will kein Europäer sein.Ich bin Deutscher.Und das bleibe ich.

    • Wirtschaftsweise sind auch nur Beamte, wer traut schon einem Beamten? Dieses Geschfaffel sollte aufhören!!!

    • Man muss sich fragen, mit was für einem Wirtschaftsjournalismus wir es mittlerweile zu tun haben. Da schreibt einer vom anderen ab oder es werden Artikel vom Vortag mit veränderter Überschrift aufgewärmt. Da werden sogenannte Topökonomen und Wirtschaftsweise zitiert die dem abgehalfterten Mainstream vergangener Tage nacheifern. Wann, möchte man fragen kommen unsere Medien endlich zur Vernunft und produzieren nicht weiter den Müll von Gestern. Der Neoliberalismus ist kläglich gescheitert. Jeder Versuch, ihn zu retten führt nur zu weiteren Katastrophen. Wer geglaubt oder den Leuten weiterhin erzählt, es sei alles nicht so schlimm und schuld seien die Staatsverschuldungen betreibt Volksverdummung. Der beharrliche Versuch Ursache und Wirkung zu vertrauschen und den Leuten einzureden, die Finanzkrise sei überwunden, ist verantwortungslos. Er betreibt das Geschäft einer immer noch oder schon wieder agierenden Finanzmafia, die unseren Politikern weiterhin einredet 25% Eigenkapitalrendite sei eine realistische Größe. Man sollte meinen, dass selbst der totale Niedergang unserer Volkswirtschaften, diesen Raubzug einer kapitalistischen Meute von Blödrianen, denen persönlicher Reichtum von wenigen alles zu bedeuten scheint, nicht stoppen kann. Und was tun unsere Journalisten? Sie tanzen immer noch um das goldene Kalb der Neoliberalen, weil sie nicht bereit sind ihrer ureigensten Aufgabe zu dienen, nämlich: AUFZUKLÄREN!!! über das, was ist und nicht, was ein paar Ackermanns, Hüthers oder sogenannte Wirtschaftsweise wie das Erwünschte halten.

    • Man kann sich absolut darauf verlassen dass unsere Euro-Politiker die richtigen Lösungen finden werden, nachdem sie vorher vergeblich alles andere ausprobiert haben.

    • @MAWO

      das war nur leichte Ironie, Sie sprechen mir aus der Seele,
      leider geht es jetzt nicht mehr anders, Europa ist
      aus Steuersicht eine Mistgeburt.
      Beim Auto zieht man auch erst die Räder auf, bevor man losfährt

    • @Sarkasmo

      es muß keiner sterben:
      Geld drucken, inflationieren der Schulden solange
      bis Maßnahmen (wie funktionierende Steuerverwaltung in Greece) durchgesetzt sind.
      Da braucht die Kanzlerin gar nicht so viele SMS an Rößler und Obama verschicken, sie ist natürlich mitverantwortlich, genau wie die SPD mit Gas-Gerd,
      der Griechenland in die EU geholt hat.

    • Interessant, die Märkte vernichten sich indirekt selbst!

      Sie zwingen die Politik zu mehr Zentralismus und Intervention und berauben sich damit langfristig ihrer eigenen Grundlage.

    • Die Frage an sich, lieber Kostolany, ist uninteressant. Interessant ist die Folge, nämlich ob wir an Pest oder an Cholera krepieren werden.

    • .........wir können gute Autos bauen, aber ein Konstrukteur der Bankenwelt und des Bankenwesens haben wir nicht. Dazu kommt das halbseidene Wissen unserer Politiker, den Blick nur gelenkt auf die Wiederwahl und sonst nichts, wie soll das zusammenpassen. Jetzt ist die "Kakke am dempen". Am Montag und den nachfolgenden Tagen wird Klartext gesprochen. Dann soll es in die Grütze gehen. Dann muß es eben so laufen. Die Welt, die Wirtschaft schreit nach Persönlichkeiten, nach Profesianalismus. Ist hier und drüben nicht da. Also heißt es jetzt anschnallen und Geld in Sicherheit bringen, soweit es sich noch in Sicherheit bringen läßt.
      Die alten Strategen sind leider verstorben, heute heißt es nur noch, schnell und billig aus der Misere zu kommen. Geht nicht, dann in Gottes Namen geht es am Montag weiter abwärts.

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