Schuldenquote Euro-Krise zieht Deutschland tiefer ins Minus

Deutschlands Euro-Rettungspolitik bleibt nicht ohne negative Wirkungen. Die Beteiligung am ESM-Schirm verschärft die hiesige Schuldensituation. Und es könnte noch schlimmer kommen, warnt schon der Steuerzahlerbund.
Update: 16.04.2013 - 15:30 Uhr 80 Kommentare
Deutschlands Schuldenberg wächst - wegen der Euro-Krise. Quelle: dpa

Deutschlands Schuldenberg wächst - wegen der Euro-Krise.

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BerlinDer deutsche Schuldenberg ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen - trotz der günstigen Einnahmesituation der öffentlichen Hand. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen hatten am Jahresende 2,166 Billionen Euro Schulden (2011: 2,085 Billionen), teilte die Bundesbank mit. Gemessen an der Wirtschaftsleistung stieg die Schuldenquote leicht um 1,5 Prozentpunkte auf 81,9 Prozent - der Maastricht-Vertrag schreibt für Europa eigentlich eine Höchstgrenze von 60 Prozent vor. Diese Grenze hielt Deutschland zuletzt 2001 ein.

Laut Bundesbank nahmen die Schulden um 81 Milliarden Euro zu, obwohl der staatliche Finanzierungssaldo einen Überschuss von 4 Milliarden Euro verzeichnete. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Es sind die Stützungsmaßnahmen für Euro-Krisenstaaten die sich negativ auf die deutsche Schuldenquote auswirken.

Die Notenbank beziffert den Umfang der Maßnahmen im Zusammenhang mit der europäischen Staatsschuldenkrise auf 45 Milliarden Euro. So seien aus Deutschland knapp 9 Milliarden Euro als Kapital in den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) eingebracht und 36 Milliarden Euro Hilfskredite an Eurostaaten über die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) gewährt worden. Beides erhöhe den sogenannten Brutto-Schuldenstand. Allerdings schlägt sich die Belastung nicht im Maastricht-Defizit nieder, wie die Bundesbank betont, weil parallel zum Schuldenanstieg ein Aufbau von Finanzvermögen in gleicher Höhe gebucht werde.

Zudem spiele eine größere Rolle, dass insbesondere die hohen Überschüsse bei den Sozialversicherungen und bei den Gemeinden zum weiteren Aufbau von Rücklagen geführt und insoweit den Brutto-Schuldenstand nicht verringert hätten. „Die Defizite beim Bund und bei den Ländern, die durch die Überschüsse der anderen Ebenen mehr als ausgeglichen wurden, erhöhten hingegen den Schuldenstand“, erklärte die Bundesbank.

Steuerzahlerbund besorgt über Krisenbelastungen
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80 Kommentare zu "Schuldenquote: Euro-Krise zieht Deutschland tiefer ins Minus"

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  • @malocher: Es ist das Grundübel der Staatsschulden - und zwar nicht nur in der BRD -dass die Regierungen an einer Rückzahlung nicht wirklich Interesse haben. Staatsschulden sind wie ein Schneeballsystem. Es ist so einfach Schulden aufzunehmen, insbesondere wenn man Wahlversprechen finanzieren will, und auch den Wähler interessiert es nicht wirklich, denn die nächste Generation bezahlt ja die Rechnung. Historisch sind angehäufte Staatsschulden immer irgendwann durch Finanzrepression, Hyperinflation, Schuldenschnitte, Währungsreformen beseitigt worden.Interessante Lektüre hierzu: http://scholar.harvard.edu/rogoff/Publikation
    Unabhängig von der Währung ist die Staatsschulden das orginäre Problem der europäischen Schuldenkrise. Auch die BRD häuft seit Jahrzehnten Schulden an. Zusammen mit den nicht-bilanzierte Schulden (Beamtenpensionen u.ä.) hat der Schuldenstand der BRD schon vor der Finanzkrise ein Niveau erreicht, dessen Bedienung und Rückführung mir mittelfristig nicht mehr plausibel erscheint insbesondere vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in der BRD, wenn in dieser Frage nicht ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel passiert.

  • Es übersteigt mein Verständnis, wie das finanzielle Ausbluten unseres Volkes zum friedlichen Miteinander der Europavölker ebenfalls durchs finanzielle Ausbluten, führen soll. Bin da einfach baff und staune über den riesigen Erfolg unserer Regierung bei der jeweiligen Bevölkerung wie z.B, den Griehen. Die würden uns gerne in die Arme nehmen um uns zu erdrosseln. So weit sind wir ja schon mal gewesen. Damals wurde gesagt ,“ heute gehört uns nur Deutschland aber morgen die ganze Welt.“ Sind da nicht einige Politiker Größenwahnsinnig geworden (?) wieder zu bestimmen wie andere Völker leben sollen ??

  • In Deutschland gibt es keine Demokratie mehr
    -
    In Deutschland haben wir die Freiheit, aus sechs gleichgeschalteten mehr oder weniger multikulturalisitischen und globalistisch ausgerichteten Parteien wählen zu dürfen. (Die CDU ist ein bisschen weniger multikulturalisch und dafür umso mehr neoliberal, die SPD ist etwas weniger neoliberal und dafür umso radikaler multikulturalisitisch). Ist das Demokratie?

    Wir haben die Freiheit zuzusehen, wie die Bevölkerung, der man selbst angehört, langsam aber sich durch eine andere ersetzt wird. Ist das Demokratie?

    Ich sehe hier in der Bundesrepublik keine Freiheit mehr, und auch keine Demokratie. Was ich sehe ist eine unfreie, postdemokratische Lobbykratur deren herrschende Elite –einer Allianz aus multikulturalisitischen Linken und globalisitischen Großkapitalisten– offen gegen die Interessen der Bevölkerung regiert (siehe ESM-Verträge, Knabenbeschneidung, Kriegseinsätze der Bundeswehr) und alles dafür tut um die eigene Bevölkerung demographisch zu verdrängen.

  • Kohls Demokratieverständnis ist das der gesamten politischen Klasse in diesem Staat. Die BRD ist eben keine wirkliche Demokratie, und mehr und mehr Menschen sehen das ein, und haben wollen eine Veränderung.

  • Kohl zu den Chancen einer Volksabstimmung:

    „Aber ich wusste, dass ich die Abstimmung nie gewinnen kann in Deutschland. Eine Volksabstimmung über die Einführung des Euro hätten wir verloren. Das ist ganz klar. Ich hätte sie verloren. Eine Volksabstimmung hätte ich natürlich verloren, und zwar im Verhältnis 7 zu 3.“

    Der ganze Artile hier:
    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2013/04/51481/

  • Da kommt es doch wie gerufen, daß man den Lottospielern tiefer in die Tasche greifen kann. Über 30% Preiserhöhung im Lotto ab dem 04.05.2013. Da reibt sich der Fiskus die Hände. Der dummen Bürger liebste Hoffnung auf etwas Reichtum macht's möglich. Eben mal schnell die Gebühr pro Kästchen von € 0,75 auf € 1,00 raufgesetzt und schon können wir weiter asen mit den Steuergeldern zur Rettung Europas und ihres Schulden-EURO.

  • Was hat die Währung mit dem anstieg der Verschuldung zu tun? Das ist für mich keine konkreter innerer Zusammenhang sichtbar. Es ist nur zufällig mehr Geld zu den Anlegern geflossen, das der breiten Bevölkerung durch Drücken des Effektivlohns (bzw. -gehalts) und durch das staatliche Schuldenmachen abgenommen worden - und so geht es weiter. Alles Kapital fliest dahin, wo es Renditen von 10 und mehr Prozent findet. Normale Produktionsbetriebe können da meist nicht mithalten, nur die Zockerriege der Banken. Aber mit der Währung Euro hat das nichts zu tun.

  • Es war und ist niemals Absicht der BRD seine Schulden zu
    begleichen bzw.zurück zu Zahlen.
    ES wérden solange Schulden angehäuft bis nicht mehr geht.
    Dann wird alles wieder auf Null gesetzt und wir können von vorne beginnen.

  • Zwischen Rot-Grün und Schwarz-Gelb besteht ohnehin kein Unterschied mehr, und wenn Merkel, die jeden guten Kopf weggebissen und sich nur mit abnickenden Jasagern umgegen hat, endlich weggefegt würde, hätte die Unionsparteien endlich die Möglichkeit, sich zu regenerienren und wir hätten wieder eine Opposition, die wir so nicht haben. Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist nicht die Abwahl von Merkel, sondern die Zementierung der bestehenden Verhältnisse. Noch herrscht Ruhe im Land, aber nach der Wahl steht, wenn alles so bleibt, den Eurobombs nichts mehr im Wege. Durch die AfD würden wenigstens Geheimabsprachen publik und der ganze Laden transparenter werden. Und wir hätten endlich wieder Sachkompetenz im Bundestag, die man derzeit bis auf wenige abgedrängte Ausnahmen vergeblich sucht.

  • wie kommen wir da wieder raus

    - in dem der Niedriglohn Sektor weiter ausgebaut wird
    - die Brutto Löhne sind zu hoch in Deutschland darum will man ja auch keinen Mindestlohn..aber viele haben Arbeit!und wir können mit den Löhnen aus Osteuropa mithalten sonst arbeiten die nur noch hier!
    - parallel müssen wir aber mehr bezahlen, Energie,Kraftstoff,Nahrung u.s.w.
    die Altersvorsorge muss ja auch noch bezahlt werden sonst hat man im Alter nachher kein Geld für Zähne oder Arzt...
    also jeder Arbeiter bekommt 800 - 1.350 Euro Netto, und hat Ausgaben von 1.350 EURO monatlich bleibt nicht viel übrig aber dafür lebt er in der schönen EU !

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