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Schulöffnungen Frühere Corona-Impfungen für Lehrkräfte und Erzieher in Sicht

Mit dem Start des Schulbetriebs nimmt die Debatte über eine raschere Impfung für Lehrer und Erzieher Fahrt auf. Eine Entscheidung wird bereits Anfang der Woche erwartet.
21.02.2021 - 09:47 Uhr 2 Kommentare
Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder haben das Gesundheitsministerium gebeten, zu prüfen, ob Lehrer und Erzieher bei der Impfreihenfolge vorgezogen werden könnten. Quelle: dpa
Ampulle des Astra-Zeneca-Impfstoffs

Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder haben das Gesundheitsministerium gebeten, zu prüfen, ob Lehrer und Erzieher bei der Impfreihenfolge vorgezogen werden könnten.

(Foto: dpa)

Berlin Beschäftigte an Grundschulen und Kitas können damit rechnen, bei der Corona-Impfung schneller an die Reihe zu kommen als bisher geplant. Ebenso wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und mehrere Bundesländer unterstützt auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek entsprechende Pläne.

„Beide Berufsgruppen nehmen Aufgaben wahr, die für unsere ganze Gesellschaft von ganz großer Bedeutung sind, was sich auch in der Impfpriorisierung zeigen sollte“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Eine Grundsatzentscheidung wird bereits Anfang der Woche erwartet.

Kurz vor dem Start des Schulbetriebs in zehn Bundesländern an diesem Montag mehren sich die Hinweise, dass in Deutschland eine dritte Corona-Welle bevorstehen könnte. Trotz des strengen Lockdowns ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen zuletzt kaum noch oder gar nicht mehr gesunken. Experten führen dies auf die Ausbreitung deutlich ansteckenderer Virusvarianten zurück. Vor diesem Hintergrund hat die Debatte über eine raschere Corona-Impfung für Lehrkräfte und Erzieher deutlich neue Fahrt aufgenommen.

Bei der Impfreihenfolge in Deutschland wurden drei große Gruppen festgelegt: Gruppe eins mit „Höchster Priorität“, Gruppe zwei: „Hohe Priorität“, und Gruppe drei: „Erhöhte Priorität“. Kita- und Grundschulbeschäftigte stehen nach der aktuellen Impfverordnung in Gruppe drei und wären damit voraussichtlich erst im Sommer dran.

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    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder hatten das Gesundheitsministerium bei ihrer jüngsten Beratung aber gebeten, zu prüfen, ob diese Beschäftigten vorgezogen werden könnten. Dafür müsste die geltende Impfverordnung geändert werden.

    Anerkennung der Leistung von Lehrkräften und Erziehern

    Nach Angaben von Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha ist diese Änderung bereits in Arbeit. Eine Grundsatzentscheidung solle voraussichtlich auch in der Gesundheitsministerkonferenz an diesem Montag fallen, sagte der Grünen-Politiker am Samstag in Stuttgart. Spahn hatte ebenfalls angekündigt, man wolle die Beschäftigten an Kitas und Grundschulen zügig in die nächsthöhere Impfgruppe nehmen und früher ein Impfangebot machen, weil in den Einrichtungen Abstand nicht möglich sei.

    „Sollte eine große Zahl von Lehrkräften und der Beschäftigten in den Kitas durch eine Impfung geschützt sein, wäre dies ein Beitrag, um eher Schüler und Schülerinnen in den Schulen selbst unterrichten zu können oder eher Kinder in den Kitas betreuen zu können“, sagte Karliczek. Das wäre auch eine Anerkennung der Leistungen der Lehrkräfte und der Beschäftigten in den Kitas, die wie kaum andere Berufsgruppen Kontakte zu anderen hätten, fügte sie hinzu.

    Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) warnte vor einem Öffnungswettbewerb zwischen den Ländern. „Die Öffnungen sind kein Wettbewerb, bei dem das Bundesland gewinnt, das die weitgehendsten Lockerungen umsetzt und die Gesundheit aller Beteiligten maximal riskiert“, sagte VBE-Chef Udo Beckmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Sonntag). „Der föderale Vergleichsmaßstab muss sein, welches Land am besten Neuinfektionen verhindert.“

    Beckmann kritisierte: „Lehrkräfte müssen sich bei der von Montag an breitflächigen Öffnung der Schulen zum Teil ungeschützt ausgeliefert in Situationen begeben, denen sich kaum jemand anders stellen muss: nämlich dass viele Haushalte über mehrere Stunden zusammen in einem Raum sind - im Klassenraum.“ Er fügte hinzu: „Die Lehrkräfte sind nicht geimpft, es ist unklar, wer sich wann wo testen lassen kann, und teilweise bekommen sie keine oder nicht ausreichend Masken gestellt.“

    Bundesweit einheitlicher Stufenplan gefordert

    Wer öffnen wolle, müsse Impfangebote machen. Dass eine Priorisierung von Lehrkräften beim Impfen geprüft werde, sei gut. „Die Frage ist nur, wann eine Entscheidung getroffen wird - und warum die Schulöffnungen davor stattfinden sollen.“

    Der VBE-Vorsitzende forderte einen bundesweit einheitlichen Stufenplan, in dem geregelt sein müsse, bei welcher Inzidenz welcher Schritt in Sachen Schulöffnungen gegangen werde. Es gebe eine Fülle unterschiedlicher Regelungen, die für Unmut bei Lehrern wie Eltern sorgten. „Ein Stufenplan, der sich an klaren Inzidenzen orientiert, würde deutschlandweit für Vergleichbarkeit und Transparenz sorgen.“

    An diesem Montag öffnen in zehn weiteren Ländern wieder Grundschulen. Es findet entweder sogenannter Wechselbetrieb mit halben Klassen statt, die abwechselnd zur Schule kommen, oder auch Vollbetrieb mit festen Gruppen, die sich möglichst nicht begegnen sollen.

    Bei den Kitas dürfen mehr Kinder oder auch alle wieder in die Betreuung zurück. Auch das unterscheidet sich in den Ländern. Für ältere Schüler und Jugendliche geht es erst einmal mit sogenanntem Fernunterricht weiter. Ausgenommen davon bleiben Abschlussklassen.

    In Niedersachsen sind Grundschüler bereits seit Januar wieder in den Schulen, in Sachsen seit Beginn dieser Woche. Auch die Kitas sind im Freistaat seit Montag wieder geöffnet.

    Mehr: Biontech-Impfstoff wirkt offenbar schnell – Lagerung könnte einfacher werden

    • dpa
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    2 Kommentare zu "Schulöffnungen: Frühere Corona-Impfungen für Lehrkräfte und Erzieher in Sicht"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Mensch, was bin ich schlau, so schlau, aber leider kein Virologe o.ä. Pandemieexperte, sondern einer der vielen Menschen in Deutschland, der einen gesunden Menschenverstand hat und lesen kann, und zwar nicht nur die öffentlichen Weltuntergangsbekundungen sondern auch andere öffentlich zugängliche Statistiken und Hinweise.
      Immer schon ist bei Schulen als Hotspot nicht die Schülerschaft ein Problem sondern der Lehrkörper oder andere erwachsene Beschäftigte. Es ist so klasse, dass nach nunmehr einem die Regierungen darauf kommen, eine Impfung der Lehrkräfte und Erzieher "in Aussicht zu stellen". Na dann wird es ja vielleicht in diesem Jahr noch klappen.
      Nun, die wirklich relevanten Zahlen wie Infizierte oder durch Coronaviren Verstorbene will man immer noch nicht wissen und der Inzidenzwert ist immer noch Maß aller Dinge, aber das ist ja schon einmal was.
      Das ist doch einer Erfolgsmeldung wert. (Ende Satire)

      Unsere politischen Laiendarsteller halten uns echt für dumm auf dem Niveau unmündiger Kinder.
      Der eigentliche Skandal ist nicht die sog. Corona-Pandemie, sondern wie einfach und mit unqualifizierten Zahlen und Fakten sowie ablenkenden Scheindebatten es möglich ist, unser Grundgesetz auszuhebeln und Menschen mit anderen Meinungen zu deskreditieren - ohne öffentliche Debatte.
      Wir sind vielfach noch immer nicht reif für eine gelebte Demokratie.


    • Denkt in dieser Bananenrepublik eigentlich irgendwer mal nach, beovr er absurdes Gewäsch absondert und im Namen der Gerechtigkeit für mehr Ungerechtigkeit sorgt?
      "... Das wäre auch eine Anerkennung der Leistungen der Lehrkräfte und der Beschäftigten in den Kitas, die wie kaum andere Berufsgruppen Kontakte zu anderen hätten, fügte sie hinzu..."
      Der gesamte Einzelhandel, Busfahrer oder auch nur Industriearbeiter haben nicht weniger "Kontakte". Gut, die Einzelhändler haben wir mit dem Lockdown planiert. Egal... Die haben Kinder, die womöglich darunter "leiden" wenn Mama arbeitslos wird. Egal... es geht um Bildung und Anerkennung und überhaupt um Wählerstimmen.
      Schaut sich irgendwer mal die Sterblichkeitsraten an? "Der" 22-jährige Erzieher*In kann da mit 0,02% aufwarten, während "die" 64-jähriger alte weiße Mann immerhin eine 5%ige Chance auf das vorzeitige Ableben hat. Egal, Hauptsache die Kinder und merkt sowieso keiner. Opa's Impftermin wurde 2 Wochen nach hinten verschoben, gestern ist er an Corona gestorben... Schade...
      Wer die im Herbst wiederwählt, hat nichts verstanden. Leider ist weit und breit keine echte Alternative zu sehen. So brauchen sich die, die es schon seit Jahrtzehnten vermasseln, eigentlich keine Sorgen über die Wiederwahl zu machen. Getreu dem Motto: "Wir haben keine Ahnung wohin wir laufen sollen, dafür verdoppeln wir die Geschwindigkeit. Und glaubt mir, ich löse diesmal die Probleme, die ich selbst verursacht habe." machen wir munter weiter so...

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