Schutzschild für Merkel CDU-Granden klammern sich an die Parteichefin

Schadensbegrenzung heißt die Devise, mit der die CDU-Spitze auf das Wahldebakel der Südwest-Partei reagiert. Den CDU-Vorderen geht es vor allem darum, Merkel nicht zu beschädigen, die Schuld sollen andere tragen.
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Angela Merkel. Quelle: dpa

Angela Merkel.

(Foto: dpa)

BerlinAls die vier stellvertretenden CDU-Parteivorsitzenden und Generalsekretär Hermann Gröhe am Sonntagabend in der Berliner Parteizentrale die Prognosen verfolgten, herrschte Katzenjammer. Im 5. Stock des Konrad-Adenauer-Hauses verfolgte man zunächst den Absturz der baden-württembergischen CDU und dann den Jubel der Grünen. Am Machtverlust im schwarz-gelben Stammland gab es nichts mehr zu rütteln.

Schadensbegrenzung lautete deshalb die Devise, als die ersten Unions-Granden am Abend vor die Kameras traten. Dabei wurde bereits die klare Doppelstrategie sichtbar, mit der die CDU die Auswirkungen des politischen Erdbeben wenigstens auf den Südwesten beschränken will und Schaden von der Parteivorsitzenden und Kanzlerin Angela Merkel abschirmen möchte, die den Wahlabend im Kanzleramt verfolgte.

Erstens wird die Verantwortung für die Niederlage ganz nach Baden-Württemberg und weg vom Bund verlagert. „Klar, verantwortlich bin ich“, betonte etwa der gerade abgewählte Ministerpräsident Stefan Mappus. Und dann schob ausgerechnet der frühere Kernkraft-Hardliner einen Merkel-Schwur für den neuen Atomkurs hinterher: „Den Kurs der Kanzlerin der letzten zwei Wochen teile ich voll und ganz. Dieser Weg ist alternativlos.“ Auch die rheinland-pfälzische Spitzenkandidatin Julia Klöckner betonte: „Ich bin der Kanzlerin sehr dankbar.“ Beide wollten damit Dolchstoßlegenden vorbeugen, dass vor allem Merkels plötzlicher Kurswechsel in der Atompolitik und die Zurückhaltung im Libyen-Krieg mitverantwortlich für die Niederlage in Baden-Württemberg gewesen seien.

Zweitens wurde die Wahlniederlage als alleinige Folge des Atomunglücks in Japan - und damit als singuläres Ereignis - charakterisiert. Tatsächlich hatten Umfragen unter den Wählern ergeben, dass 41 Prozent die Atompolitik als wichtigstes Thema dieser Wahl ansahen.

Allerdings macht man sich in der Parteiführung bereits am Sonntagabend wenig Illusionen: In den kommenden Tagen dürfte trotz dieses doppelten Schutzschilds eine Kursdebatte in der Union losbrechen. Seit Tagen grummelt es gerade in der Bundestagsfraktion über den Kurs der Regierungsspitze zu Libyen, dem Euro und vor allem der Atompolitik. „Die Wähler haben uns den Politikwechsel einfach nicht abgenommen“, kritisierte etwa Fraktionsvize Michael Fuchs noch am Abend.

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12 Kommentare zu "Schutzschild für Merkel: CDU-Granden klammern sich an die Parteichefin"

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  • wir bezahlen sie mit frisch gedruckten,dann können sie gold kaufen sich ruhig zurücklehnen die hände über den bauch zusammenschlagen und vor lachen nicht einschlafen. die btrogenen Hatz 4 ler,Arbeitslose geringverdiener aber auch nicht da mangel an Zukunft.

  • Man glaube nicht, daß sich durch die Abwahl eines nicht sonderlich sympathischen Gernegroß-Ministerpräsidenten etwas an den Grundsatzproblemen ändern wird. Dummerweise wird bei jedem Regierungswechsel die Anzahl der pensions-übergangsgeld-und bezügeberechtigten Zeitgenossen immer mehr und damit immer teurer für die produktiv arbeitende Bevölkerung.

  • Wo ist Frau Merkel jetzt? Kann man nicht von Ihr verlangen, dass sie kurzfristig selber Stellung nimmt als die ganzen Speichellecker vorzuschieben? wie feige ist das bitte? Hat jemand schon ein Wort von ihr zum Wahlergebnis gehört?

  • Persönlichkeitswahl - Gegen Mappus!!!
    Das war eine Persönlichkeitswahl in Baden-Württemberg und hatte relativ wenig mit dem Gesamtzustand der CDU zu tun. Klein Napoleon (Mappus) ist mit seinem Auftreten und seiner Basta-Politik eines Politikers unwürdig. Die Bürger wollen heutzutage mehr Mitbestimmung und keine arroganten Patriarchen. Dies ist einzig eine persönliche Niederlage von Herrn Mappus nur scheint das in der CDU und in den Medien keiner laut sagen zu wollen.

  • Hallo
    Merkel ist nicht Schuld? Komisch
    Hat Sie nicht im Bundestag gesagt die Landtagswahl ist der Bürgerentscheid für S21 und Ihre Politik ?
    Hab ich da was falsches gehört, verstanden ??
    Oder haben die CDU Granden so ein schlechtes Gedächtnis.

    Nur weiter so.
    Auch die CDU kann mal an der 5% Hürde straucheln.

  • lügen haben kurze beine merkel/leyen zeig uns doch mal deine,euredie gier nach macht versorgt zu sein und gleichzeitig das volk in die verschuldung in eine rente aus wasser und brot zu treiben ist euer verdienst.finanzgau Atomgau statistiken die nur einen zweck haben hartz 4ler Arbeitslose zu manipulieren/frisieren sozialterrorismus römische dakadez,merkel steht für sozialabbau und verhöhnung von menschen die ihre politik in die armut getrieben hatmilliarden rettungsschirme für banken und für kinder sozial schwache nur verachtung das ist ihre politik.lügen die wirklichkeit verbiegen = FDP/CDU/CSU

  • Lügen und Intrigen haben kurze Beine, Frau Merkel. Ihre Glaubwürdigkeit in Sachen Atompolitik haben Sie schon längst verloren. go back to the east.

  • Merkel ist blind - oder Sie will es nicht verstehen und unterschätzt den Bürger abermals.
    Der Schaden liegt nicht nur in der Atomumkehr, er liegt in der Glaubwürdigkeit ob sie überhaupt noch die Interessen des Landes und seiner Bürger vertritt.

    Und da haben eben viele ihre Zweifel - dirket gesagt - die Unfähigkeit und Frechheit z.b. am Parlament vorbeizuregieren, Lügner zu decken usw. usf .... sind einfach nicht mehr hinzunehmen.

    Welch Vorbilder. Welch Abziehbilder.

  • Ich lese in zahlreichen Kommentaren, dass Merkel wohl trotz der Wahlniederlagen und des Machtverlusts in BW Kanzlerin und CDU-Chefin bleibt - aufgrund mangelnder Alternativen.
    Ich bin konservativ, habe mein Leben lang CDU gewählt, aber jetzt muss ich sagen: stopp! Es kann nicht sein, dass Frau Merkel ihren Machterhalt über das Wohl unseres Landes stellt. Dass sie strategische Entscheidungen aus sehr kurzfristigen und opportunistischen Motiven trifft, Stichworte Atompolitik, Lybien, Europapolitik. Es kann nicht sein, dass sie aus reinen Machterhalt-Motiven gute, wirklich gute Leute absägt. Und dass sie mit all dem auch durchkommt! Da die Frau den Schuss nicht gehört hat, muss die CDU ihr jetzt ganz deutlich sagen: Schluss, Frau Merkel! Wie Sie derzeit regieren, tut unserem Land nicht gut! Und wenn die CDU-Leute keine Eier in der Hose haben, dann hoffe ich zumindest, dass sich von den Gechassten und Frustrierten welche aufraffen, um endlich eine konservative Alternative zur der momentanen CDU zu etablieren. Ich wiederhole mich: es kann nicht sein, dass Frau Merkel damit durchkommt! Und falls doch, graut mir vor den nächsten Jahren in Deutschland...

  • Mit Herrn Oettinger an der Spitze, der von Merkel in die Wüste geschickt wurde, hätte die Union in BW wesentlich bessere Chancen gehabt die Wahlen zugewinnen als mit dem Rambo Mappus. Diese personelle Fehlleistung muß sich Frau Merkel ankreiden lassen und sie trägt die alleinige Verantwortung.

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