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Schweden Mutmaßlicher Täter tot: Ermittlung zu Palme-Mord wird eingestellt

Jahrzehnte nach dem Mord an Schwedens früherem Regierungschef glauben die Ermittler, den Täter gefunden zu haben. Anklage können sie jedoch nicht mehr erheben.
10.06.2020 Update: 10.06.2020 - 13:52 Uhr Kommentieren
Der damalige Ministerpräsident wurde im Februar 1986 auf offener Straße erschossen. Quelle: via REUTERS
Olof Palme

Der damalige Ministerpräsident wurde im Februar 1986 auf offener Straße erschossen.

(Foto: via REUTERS)

Stockholm Mehr als 34 Jahre nach dem Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme haben die Ermittler nach eigenen Angaben den mutmaßlichen Täter ausgemacht. Weil der Mann mit dem Namen Stig Engström bereits vor Jahren gestorben sei, könne keine Anklage mehr gegen ihn erhoben werden, gab der mit den Palme-Ermittlungen betraute Staatsanwalt Krister Petersson am Mittwoch bekannt. Die Palme-Ermittlungen werden deshalb eingestellt.

Engström stellte bereits seit längerem eine heiße Spur in dem Fall dar. In Medienberichten war er stets als „Skandia-Mann“ bezeichnet worden. Er soll sich am Mordabend in der Nähe des Tatorts befunden, Zugang zu Schusswaffen gehabt und Palmes Politik gehasst haben. Im Jahr 2000 war er gestorben.

Der Palme-Mord gilt als einer der größten Kriminalfälle Europas, die Mordermittlungen zählen zu den umfassendsten und teuersten der Welt. Für Schweden stellen die Tat und die lange mangelnde Aussicht auf wesentliche Antworten in dem Fall ein nationales Trauma dar.

Olof Palme war am Abend des 28. Februars 1986 um kurz vor Mitternacht gemeinsam mit seiner Frau auf dem Rückweg aus einem Stockholmer Kino gewesen, als ihn ein Mann auf offener Straße von hinten erschossen hatte.

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    Der Sozialdemokrat war zu diesem Zeitpunkt seit knapp dreieinhalb Jahren wieder Ministerpräsident gewesen, nachdem er dieses Amt bereits von 1969 bis 1976 innegehabt hatte. Palmes Frau Lisbet erlitt einen Streifschuss. Sie überlebte die Tat leicht verletzt.

    Die Ermittlungen zur Tat waren zunächst nur schleppend in Gang gekommen. Die Ermittler hatten im Laufe der Jahre unzählige Spuren und Hinweise verfolgt, die zu einzelnen Tatverdächtigen, aber unter anderem auch zur kurdischen PKK und zum südafrikanischen Geheimdienst geführt hatten.

    Ein drogensüchtiger und vorbestrafter Mann wurde Ende 1988 festgenommen und von Lisbet Palme als Täter identifiziert. Er wurde später von einem Gericht für den Mord verurteilt, in einem Berufungsverfahren mangels einwandfreier Beweise aber wieder freigesprochen. 2004 starb er.

    Der Sohn von Palme zeigte Verständnis für die Einstellung der Ermittlungen. Zugleich stellte sich Mårten Palme am Mittwoch im schwedischen Radio hinter die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft. „Ich glaube auch, dass Engström der Schuldige ist. Aber leider gibt es keinen richtig abschließenden Beweis, damit man mit hundertprozentiger Sicherheit sagen kann, dass er es gewesen ist.“

    Mehr: Schweden müssen draußen bleiben: Corona-Strategie entzweit nordische Länder.

    • dpa
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