„Schweigen ist keine Lösung“ AfD-Erfolg alarmiert Thüringer CDU

In Thüringen wird im September ein neuer Landtag gewählt. Nach dem Wahlerfolg der AfD ist nun die Angst groß, dass die Anti-Euro-Partei in den Erfurter Landtag einzieht. Deshalb bläst Fraktionschef Mohring zur Offensive.
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Mike Mohring, Fraktionsvorsitzender der CDU im Thüringer Landtag: Bundes-CDU muss sich AfD-Themen stellen. Quelle: dpa

Mike Mohring, Fraktionsvorsitzender der CDU im Thüringer Landtag: Bundes-CDU muss sich AfD-Themen stellen.

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BerlinDer Vorsitzende der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Mike Mohring, hat seine Partei zu Konsequenzen aus dem Erfolg der Alternative für Deutschland (AfD) bei der Europawahl aufgefordert. Die Frage einer Koalition mit der AfD stelle sich zwar „ernsthafterweise derzeit nicht“, sagte Mohring Handelsblatt Online. Koalitionen seien immer mehr als reine Zahlenspiele. „Aber wenn sieben Prozent der bundesdeutschen Wähler Euro-kritische Parolen wählen, besetzt die AfD ein Themenfeld, das den Wählern offenbar Sorge und Unbehagen bereitet. Schweigen ist hier keine Lösung, auf Europa darf es keine populistischen Antworten geben.“

Die CDU müsse daher „diese Sorgen der Wähler ernst nehmen und ihnen seriöse Antworten auf die drängenden Fragen liefern“, sagte das CDU-Bundesvorstandsmitglied weiter. Bei allen „Warnzeichen“ müsse jedoch auch konstatiert werden, dass die großen demokratischen Parteien zwei Drittel der Stimmen im neuen EU-Parlament hätten. „Wenn aber jeder vierte oder fünfte in Europa  populistisch oder gar rechtsextrem wählt, dann darf man das nicht ignorieren“, fügte der CDU-Politiker hinzu. „Ein Teil der Wähler ist offenbar bei Europafragen besorgt, darum müssen wir uns kümmern.“

Nach ihrem Sieben-Prozent-Erfolg vom Sonntag bei der Europawahl peilt die europakritische AfD zweistellige Ergebnisse bei den Landtagswahlen in Ostdeutschland an. In Thüringen wird am 14. September ein neuer Landtag gewählt. Umfragen sehen die AfD dort zwischen drei und sieben Prozent.

AfD-Chef Bernd Lucke kann sich auch Regierungsbeteiligungen auf Ebene der Bundesländer vorstellen. Seine Partei habe „politischen Gestaltungswillen“ und wolle keine Fundamentalopposition sein, sagte Lucke. Angesichts einer denkbaren linken Bundestagsmehrheit aus SPD, Grünen und Linkspartei könnte CDU-Chefin Angela Merkel „zu dem Schluss kommen, dass es gar nicht unpraktisch ist, auf Länderebene neue Koalitionen auszuprobieren“.

Merkel gegen Kooperation mit der Lucke-Partei
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13 Kommentare zu "„Schweigen ist keine Lösung“: AfD-Erfolg alarmiert Thüringer CDU"

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  • Merkel hat das erste Mal Stimmen eingebüßt-bundesweit.Das bedeutet,dass einige CDU/CSU - Hinterbänkler weniger jetzt in Brüssel versorgt werden.Das schürt bei den potenziellen Hinterbänklern in Thüringen, auf deren CDU-Landesliste natürlich Existenzängste-das ist klar,denn so einen guten Posten wie in Brüssel oder Erfurt,finden die nicht so schnell wieder.

  • Die CDU müsse daher „diese Sorgen der Wähler ernst nehmen und ihnen seriöse Antworten auf die drängenden Fragen liefern“,
    Wunderbar Herr Mohring, auf die seriösen Antworten warten wir ja schon lange. Die hätten Sie doch auch schon vor der Wahl liefern können.

  • Der Austieg der AfD hat erst begonnen. Weitere noch größere Erfolge werden wohl in allen 3 LTW in Ostdeutschland folgen. Der Bekanntheitsgrad steigt täglich, so denke ich. Ich war auf einer Wahlveranstaltung, auf der Prof. Henkel gesprochen hat. Super Auftritt! Selbst meine Frau war begeistert. Man hätte noch Stunden zuhören können.
    Selbst meine Frau war begeistert.

  • Bisher wurde ja schon unter Zuhilfenahme von Falschmeldungen und anderen Wahrheitsdehnungen die AfD geschmäht ... aber nach dem gestrigen Wahlerfolg wird es sicherlich noch eine Stufe härter für die AfD in Sachen Verleumdung, die CDU und die regierungsnahe Presse um Springer etc. wird alle (auch zweifelhafte) Hebel in Bewegung setzen.
    Macht aber nichts, die Leute glauben dem Systemzirkus immer weniger ... und das spricht für die Menschen!

  • Eines nicht allzu fernen Tages wird man die Erfahrung machen, dass es am besten ist, wenn man sich gar nicht mit Herrn Kauder beschäftigt.

  • Argumente fordern Sie ein?

    Phrasen werden Sie erhalten!

    Wir sind doch alle auf einem guten Weg, wissen Sie das nicht.

  • An Herrn Mike Mohring und an alle in den Altparteien, die sich trauen, endlich zu argumentieren:

    NATÜRLICH ist Schweigen keine Lösung – das wussten WIR schon lange.
    Und Ja: wir warten nur darauf, endlich Eure ARGUMENTE zu hören statt der sonst üblichen dümmlichen Plattmacher-Sprüche.

    Wenn Ihr nämlich tatsächlich verzichten wollt auf Eure nichts sagenden Unterstellungen und Euch ENDLICH der Diskussion stellen wollt, dann werden die Bürger NOCH schneller erkennen, dass WIR, die AfD, mit unserer Analyse der Situation Recht haben und Ihr Unrecht. Dann wird NOCH schneller klar werden, dass es gar nicht anders gehen kann als den Euro-Raum endlich zu reformieren.
    Der Euro ist viel zu stark für die Südländer, sie kommen mit dieser Währung niemals auf die Füße.
    Wir werden das beweisen, immer und immer wieder. Sämtliche Zahlen sprechen ja für UNS. Und die Stimmung in der EU ebenfalls.
    Also, nur zu, wir WARTEN auf Eure ARGUMENTE !!

  • Die CDU, eine in Ostdeutschland linke Partei, ist politisch am Ende angelangt.
    Die Politik gegen den deustchen mittelständischen Bürger ist gescheitert.
    Diese Partei verteidigt ihre Kleinten wie bankster und Freundeskreise.
    Die AfD verdient Respekt aber auch eine Chance um die desolate deutsche Politik der Blockparteien abzusetzen.

  • Der Ossi soll mal die Luft anhalten. Der hat uns schon genug gekostet.

  • endlich nimmt die CDU die AfD wahr. sie als popülistisch oder rechts zu bezeichnen ist ungehörig und zeigt, dass die CDU immer noch nicht erkannt hat was ihre handlungen bedeuten. ich will solidarität in Europa aber nicht die subventionierung eines nicht funktionierenden staates ohne rechtsstrukturen. ich will auch nicht die aufnahme von ländern, die das mindestmaß an sozialen und demokratischen standards nicht erfüllen. und ich will vor allem nicht permanente rechtsbrüche - wie z.B. der mastricher verträge. darum geht es und das ist kein populismus sondern verlaß auf verträge und recht.

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