„Sehr ernste Gespräche“ Mißfelder verteidigt Besuch bei Schröder-Putin-Party

CDU-Außenexperte Mißfelder stehen wegen einer Party mit Kremlchef Putin in der Kritik. Viele in der Union halten seinen Besuch mitten in der Ukraine-Krise für unangemessen. Ganz andere Töne kommen von der Linken.
Update: 02.05.2014 - 14:53 Uhr 21 Kommentare

Die Putin-Schröder-Umarmung mitten in der Krise

BerlinDer außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Philipp Mißfelder, hat seine Teilnahme an der Geburtstagsfeier für Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) in St. Petersburg verteidigt. Die Stimmung und die Gespräche beim Abendessen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin seien „sehr ernst“ gewesen, sagte Mißfelder der „Bild“-Zeitung. Seiner Meinung nach sei es besser, solche Gesprächsmöglichkeiten zu nutzen, als sich ihnen zu verweigern.

Der CDU-Außenpolitiker fügte hinzu, er sei nicht offiziell, sondern als Privatmann nach St. Petersburg gereist. Den Umgang mit der Krise um Russland und die Ukraine verfolge er mit „großer Sorge“. Er warne davor, „dass hier Sachverhalte dämonisiert werden, die man mit etwas Vernunft anders bewerten würde und sollte.“ Der Einladung zu Schröders Geburtstag sei er gefolgt, weil er ihn als früheren Bundeskanzler schätze und beide ein „gutes Verhältnis“ zueinander pflegten.

Mißfelders Teilnahme an der Geburtstagsparty mit Putin hatte in der Fraktionsspitze der Union Unmut ausgelöst – auch angesichts der Tatsache, dass prorussische Milizen Bundeswehrsoldaten in der Ostukraine gefangen hielten, wie hieß. Mit dieser Begründung hatten auch die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt und der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer (SPD) das Treffen Schröder-Putin kritisiert.

Ganz andere Töne kommen von der Linken: Die Sprecherin für internationale Beziehungen der Linksfraktion im Bundestag, Sevim Dagdelen, begrüßte, dass Mißfelder an der Geburtstagsfeier´teilgenommen hat. „Selten bin ich einer politischen Meinung mit Philipp Mißfelder im Auswärtigen Ausschuss. Doch wenn jemand die Möglichkeit zum Dialog mit der russischen Seite in dieser aufgeheizten Stimmung nutzt, dann sollte er dafür nicht verurteilt werden“, sagte Dagdelen Handelsblatt Online.

„Vor allem da Mißfelder bis zum März diesen Jahres der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit war und Mitglied in der Kriegsallianz Atlantikbrücke ist, dürfte er ziemlich unverdächtig sein, sich einseitig an Russland zu orientieren“, sagte Dagdelen weiter. Die Linksfraktion-Abgeordnete fügte hinzu: „Bei allem Dissens in so vielen Fragen mit Mißfelder, von der Position zu Auslandseinsätzen und Rüstungsexporten bis zu Hartz IV und zur Rente ab 67, gilt trotzdem für mich die Devise: Dialog ist besser als Konfrontation.“

Schröder und der russische Präsident Wladimir Putin hatten am Montagabend den 70. Geburtstag des Altkanzlers nachgefeiert. Im Petersburger Jussopow-Palast fand ein Empfang der Nord Stream AG zu Ehren des Altkanzlers statt. Schröder ist Vorsitzender des Aktionärsausschusses des vom russischen Staatskonzern Gazprom dominierten Unternehmens. Nord Stream baute und betreibt die gleichnamige Ostsee-Pipeline, durch die Erdgas von Russland nach Deutschland geleitet wird.

  • dne
  • afp
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21 Kommentare zu "„Sehr ernste Gespräche“: Mißfelder verteidigt Besuch bei Schröder-Putin-Party"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Günther....wenn Sie doch wissen, dass Sanktionen am Ende nur den kleinen Mann treffen, wieso unterstützen Sie dann die Merkel-Politik? Das widerspricht sich doch oder!?
    Ob der Mißfelder nun da fehl am Platze war oder nicht, darüber kann man streiten. Aber man bedenke auch bitte, dass in unserem Land eine Frau regiert, die die Wende in der Saune verpennt hat. Dafür wurde sie dann als Dank mit dem höchsten Posten in der BRD bekleidet.
    Nein nicht Nationaltrainer :))

  • Meiner Meinung nach brauchen nur Kinder und Jugendliche Vorbilder.
    Denn Erwachsene lernen zwar auch immer noch dazu, aber sie müssen nicht mehr erzogen werden.
    Von wem denn(??!).

  • Sie sind aber witzig. An die Öffentlichkeit kommt sowieso nur die Spitze des Eisbergs. Und gerade Politiker haben eine Vorbildfunktion zu erfüllen, denn letztlich schwören sie sogar einen Eid (oder Meineid?) für und im Sinne des Volkes zu wirken. Darum gehören solche Typen wie Mißfelder sofort abgesägt.

  • Wenn ich hier so manche Beiträge lese, wird mir aber anders.
    Das gleiche gilt für viele Zeitungsberichte.
    Man hat ao das Gefühl, diese Leute wollen Krieg, ihnen ist offenbar der lange Frieden in Europa langweilig.
    Das Zündeln in der Ukraine wurde vom Westen begonnen, was bilden wir uns eigentlich ein mit diesen ekelhaften EU-Wahn?
    Jetzt greifen wir sogar dreist nach dem russ. Kontinent und sind dann ganz verärgert, dass Putin sich das nicht gefallen läßt.
    Und so wälzt man nun all Schuld auf Putin.
    Wir habe auf dem russ. Kontinent gar nichts zu suchen, wann begreift diee Merkel das endlich?
    Wir hatten schon mal so einen im Land, der wollte Lebensraum im Osten und heute? Da wollen diese EU und Merkel einen Zentralstaat Europa und den russ. Kontinent gleich mit. Und was Obama eigentlich damit zu tun?
    Offensichtlich muß am Deutschen Wesen mal wieder die Welt genesen.
    Nein Danke, sage ich da nur.
    Man muß ja Mißfelder nicht lieben, aber ich finde es gut, wenn viele hinfahren und reden.
    Leute, wacht endlich auf.
    Ihr Nachgeborenen, das gilt auch für Journalisten,wißt nicht, was Krieg ist.
    Ich gehöre vom Altr her zur 68er-Generation also ein Kriegskind.
    Ich habe die Nachkriegszeit voll erlebt und mein Bruder und ich sind auch nicht immer satt ins Bett gegangen.
    Wollt Ihr so etwas wieder?

  • Wie wär's, wenn wir uns mal alle etwas mehr zurückhalten würden mit Kommentaren darüber, wer mit wem was wann (und vor allem warum) macht?
    Das ist nun wirklich jedermanns eigene Sache.
    Der "falsche" Umgang färbt nicht gleich ab und ist noch lange kein Beweis für was auch immer.
    Dieses argwöhnische Beobachten und Spekulieren treibt ja immer schlimmere Blüten. Ein Jeder kehre doch bitteschön vor seiner eigenen Tür!!! Solange er keinem damit schadet, sollte jeder machen können, was immer er will.

  • Wieso sollte er in der Union kein auskommen mehr haben?
    70 % dieser vormals wählbaren, konservativen Partei CDU, schlagen doch eine ähnliche, miese - gegen das Wahlvolk - gerichtete Politik ein. Da fällt doch ein Mißfelder - außer er geht auf eine Russenparty - gar nicht mehr auf!

    AfD voran!

  • Na ja, opty! Dann check mal schön - wirst aber nichts finden, wie üblich bei Politparasiten!

  • Mißfelder ist KEIN "Mitbürger", sondern ein polit-opportunistischer Wichtigtuer mit überdotiertem Bundestagsmandat ZU LASTEN der wirklichen Bürger!

  • Das dumme Gequatsche Mißfelders ist eine große Frechheit und Ablenkung von seinem Fehlverhalten. Der Mann, der oftmals negativ auffiel, gehört aus der Politik entfernt. Die Union kann sich solche Typen nicht mehr erlauben, wenn sie noch ein Fünkchen Ehrlichkeit beweisen will! Sofortiger Rausschmiss kann nur die Folge sein.

  • @gamoschka

    Reden ist besser als töten, dass ist meine feste Meinung. Aber wer wie Mißfelder aus der CDU kommt die immer mehr Sanktionen gegen Russland fordert und gleichzeitig feiert Mißfelder bei Wodka,Champanger und Krimsekt mit Putin und Schröder in Russland, dann weis ich das der kleine Bürger Bürger Russlands an den Sanktionen leiden wird, aber nicht die Putins,Mißfelder und Schröders. Eine CDU mit lauter Mißfelder ist für Grüne wählbar, aber nicht mehr für
    moderne Konservative.

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