Sexismus-Debatte Kubicki wirft „Stern“ Tabubruch vor

Der FDP-Politiker beschuldigt das Magazin, seinem Parteikollegen Brüderle politisch schaden zu wollen. Persönliche Kontakte zu Journalistinnen will er einschränken. Grünen-Chefin Roth dagegen fordert eine Entschuldigung.
Update: 26.01.2013 - 14:43 Uhr 168 Kommentare
FDP-Vorstandschef Kubicki will künftig lockere Gespräche an der Hotelbar meiden. Quelle: dpa

FDP-Vorstandschef Kubicki will künftig lockere Gespräche an der Hotelbar meiden.

(Foto: dpa)

Berlin/LeipzigFDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki wirft dem Magazin „Stern“ vor, FDP-Bundesfraktionschef Rainer Brüderle mit der Veröffentlichung von Sexismus-Vorwürfen politisch schaden zu wollen. Im Interview mit der Zeitung „Bild am Sonntag“ sagte Kubicki: „Der 'Stern' behauptet, er wolle damit das Thema Sexismus in der Politik aufgreifen. Ich sehe einen ganz anderen Grund: Hier soll ein Hoffnungsträger der FDP mutwillig beschädigt werden. Die 'Stern'-Chefredaktion sollte sich die Frage stellen, ob sie das Blatt auf ein Niveau bringen will, dass man es nicht mehr empfehlen kann.“

Dann fügte der Fraktionsvorsitzende der Liberalen im Landtag von Schleswig-Holstein hinzu: „Hier wurde eine Geschichte zu einem Skandal aufgeblasen, der keiner ist.“ Kubicki warf dem Magazin einen „Tabubruch“ vor und will wegen der Affäre persönliche Kontakte zu Journalistinnen einschränken: „Bislang waren abendliche Gespräche ob beim Essen oder nach einem Parteitag an der Hotelbar ein durch Vertraulichkeit geschützter Bereich.“

In Zukunft aber werde er keine Journalistinnen mehr als Wahlkampfbegleitung in seinem Fahrzeug mitnehmen. „Und ich werde künftig Situationen wie Gespräche an der Hotelbar meiden, wenn Journalistinnen beteiligt sind. Denn natürlich rutscht einem da schon mal eine lockere und nicht gelungene Bemerkung heraus. Jetzt muss ich damit rechnen, dass das gegen mich verwendet wird.“

Brüderle nahm bislang keine Stellung zu den Vorwürfen der betreffenden „Stern“-Journalistin. In einem Interview mit dem „Focus“, das am Samstag vorab veröffentlicht wurde, sagte er auf Nachfrage bloß: „Kein Kommentar.“

Die Journalistin Laura Himmelreich schilderte in einem Porträt über Brüderle unter anderem eine Situation vor gut einem Jahr, bei welcher der 67-Jährige auf ihre Brüste geschaut und gesagt haben soll: „Sie können ein Dirndl auch ausfüllen.“ Mitte des Monats hatte schon eine Autorin von „Spiegel Online“ über Diskriminierung durch Mitglieder der Piratenpartei berichtet.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sprach sich für „professionelle Distanz“ zwischen Politikern und Journalisten aus. Im Gespräch mit der „Leipziger Volkszeitung“ sagte er, angesichts der Debatte um Sexismus im Alltag gebe es neben dem Verzicht auf Heuchelei nur einen Grundsatz, „den sich Politiker – und vermutlich nicht nur die – auferlegen müssen: nämlich professionelle Distanz wahren!“.

Auf die Frage, ob ihm FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle leidtue, sagte Steinmeier: „Wenn ihm Unrecht geschieht, tut er mir leid. Ob das der Fall ist, weiß er nur selbst.“ Wer in Spitzenpositionen der Politik einrücke, müsse „wissen, dass sie in der ersten Reihe stehen und sich deshalb einer neuen öffentlichen Durchleuchtung unterziehen müssen“, sagte Steinmeier. „Herr Brüderle ist ja nicht der Erste, der das erlebt.“

Er glaube, dass die Nähe zwischen Medien und Politik nicht wirklich größer geworden sei. „Mein Eindruck ist, dass in den alten Bonner Verhältnissen die persönlichen Beziehungen zwischen Politik und Presse eher dichter waren als heute“, sagte Steinmeier weiter. Heute seien die Bedingungen gänzlich andere. „Der Konkurrenzdruck ist unendlich gewachsen, der kurzfristige Verwertungsaspekt einer Information viel wichtiger geworden als alles andere.“ Die Distanz habe insgesamt eher zugenommen.

Viel Gezwitscher im Internet
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

168 Kommentare zu "Sexismus-Debatte: Kubicki wirft „Stern“ Tabubruch vor"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Kubicki Sie haben absolut Recht .

    2.) wenn sich die Dame belästigt fühlte , hätte sie direkt schlagfertig
    antworten sollen, falls dazu nicht in der Lage – schlimmstenfalls am nächsten Tag´-

    aber jetzt nach einem Jahr durchsichtiges billiges Manöver , auf einer Stufe
    mit den aberwitzigen Vorwürfen gegen DKS ( strauss-kahn) seitens der illegall eingereisten „Dame „ aus der Drogenszene, fehlt halt nur noch der Vorwurf der versuchten Vergewaltigung.
    Wenn alle Versuche unsere Demokratie mittels ( manipulierter ? ) Demoskopien
    Durch eine „Jurnalistokratie“ zu ersetzen fehlgeschlagen sind , muss halt die Sexualsphäre her um Effekte zu erzielten ( vergl Clinton/Lewinsky)



  • Mir geht dieser dubiose FDP Politoligarch mit seinen Aussagen seit langem aufn Keks, ebenso empörtes Sexrumgeschmarri.

    An exotischen Stränden tummeln sich Maennlein und brave Weiblein mit ihren lovers.
    Zuhus im Kirchenvorstand.... Protestantisches Bürgertum und christliche Scheinheiligkeit, tolle Paarung.

  • GNTM, germanys next Top Model ist auch sexistisch. Und der Bohlen auch.
    Den Bachelor darf man auch nicht vergessen. Und und und
    Deswegen gucke ich kaum noch fern und hole mir meine Infos im ( pornographisierten ) Internet, etwa beim HB, aber auch bei anderen GEZ freien Medien. Denn die Öffentlich-Rechtlichen haben es trotz Zuständigkeit nicht geschafft, in zwanzig Jahren Gender Mainstreaming in Deutschland eine Debatte wie den Aufschrei zu verhindern. Statt dessen haben sie seelenruhig zugeschaut, wie mit der Pornographisierung des Internets sich auch unsere Gesellschaft pornographisierte. Und nun stehen wir da, und im Jahre 2013, auf dem supioptimalen Höhepunkt des technischen Fortschritts wird deutlich, dass Viele damit eigentlich ein Riesenproblem haben. Und dass Sexismus nix ist, was sich Frauen hysterisch zusammenphantasieren, sondern Alltag. Dass dieser Alltag für die Betroffenen zur Hölle werden kann.
    Ich freue mich, dass im Puff Europas und Heimat des weltweiten Pornokönigs Thylmann, des Mega-Schmitzs und des Bushido und der Top-Klum und von Aufsichtsräten, die sich auf firmenkosten Prostituierte bestellen, nun endlich diese längst überfällige Diskussion beleuchtet, wie die Rezipienten des Sexualverhaltens heutiger Männer, also etwa die Frauen unter # Aufschrei auf Twitter, das dann so sehen. Denn die hat bislang ja noch keiner gefragt. Genauswenig wie damals die Dame von Deep Throat, der beim Französisch Total, wie es ja so schön heißt, ich glaube in diesem Streifen erstmals auf Lainwand, eine Knarre an den Kopf gehalten wurde, weil sie anders nicht dazu zu bewegen war. Dieser Film war ja sozusagen die Geburtsstunde der Salonfähigkeit des Pornos, so in den Sechzigern, da war der Brüderle bestimmt auch scho im Kino, damals, in Deep Throat.
    Ja, was unsere Sexualnormen angeht, da spielen die Medien echt eine Riesenrolle.

  • Ja er war Kokser. Das weiß ich nicht aus 1. Semester Psychologie, da lernt man Grundlagen, keine biographischen Details. Nicht einmal über Freud.
    Ich habe die Uni übrigens schon verlassen.
    Würde gerne mit Ihnen über Ihre Ansicht diskutieren, aber es demotiviert mich, als zu Jung um was zu sagen zu haben abgestempelt zu werden.
    Ich kann meine Sicht durchaus schlüssig belegen, aber verspüre angesichts des fehlenden Respekts Ihres Posts keinerlei Lust, mein Wissen mit Ihnen zu teilen.
    Ach, übrigens, wie ist denn Ihre Qualifikation?
    Und was halten Sie von Metakommunikation ( Kommunikation über Kommunikation)? Lesen Sie dazu den ersten Teil meines Posts.

  • Freud war Kokainist, oder etwa nicht? Und seine Lehre war doch äusserst männlich orientiert oder wie war das mit dem Penisneid.
    Ich rate Ihnen doch nochmals seine Werke etwas gründlicher durchzunehmen, wie zB die Hierarchie des weiblichen Orgasmus, da kommt einem nämlich als Frau das grosse Kotzen. Viel sexuelles, weibliches Elend kommt nämlich genau von Freud. In diesem Teil seiner Lehre hat er Kardinalschnitzer begangen (nicht nur da). Freud's grosser Verdienst war die ehrliche Aufzeichnung seiner Fehler und somit konnten Lacan etc. die nötigen Korrekturen anbringen.
    Psychologie im ersten Semester?

  • 27.01.2013, 18:15 Uhr @hiram

    Genau ...
    Sie haben wohl RECHT.
    Niveaulose Schlampe trifft niveaulosen Gangster aus der Politik!

    Sie sind eindeutig so ein schäbiger Wasserträger aus dieser Verbrecher Bagage von CDU SPD GRÜNE FDP CSU LINKE!

    Sie werden Zeitnah dem Teufel begegnen …

  • Deutschland gehört den Deutschen!
    Deutschland gehört den Steuerzahlern!
    Deutschland gehört nicht den Steuerräubern von CDU SPD GRÜNE FDP CSU LINKE oder den Parasiten des Islam!
    Die Irren von CDU SPD GRÜNE FDP CSU LINKE und des Islam gehören nicht zu Deutschland!

    Gefahren Warnung des CIA!
    Der CIA-Chef Hayden bringt in einer Studie von 2008 das Problem auf den Punkt! Bürgerkrieg bis 2020! Damals konnte er noch nicht ahnen, wie schnell, gründlich u. nachhaltig CDU GRÜNE SPD FDP LINKE CSU Deutschland ruinieren u. i. d. Bürgerkrieg zwingen werden!
    Der kündigt sich an, wie die totale Finanz- u. Warenwirtschaftskrise, DOCH KEINER SIEHT DIE BEDROHUNG.
    Massenarbeitslosigkeit, Werteverfall, Islamisierung, steigende Steuern, Abgaben, Korruption u. die vielen anderen Probleme werden sich in einem Bürgerkrieg entladen. Linke geg. Rechte, Arme geg. Reiche, Ausländer geg.n Inländer. Migrationsbewegungen ohne Integrationswille werden sich rechtsfreie ethnisch weitgehend homogene Räume erkämpfen. Die Bundeswehr bereitet sich auf Einsätze im Inland vor. Das Verteidigungsministerium gründet flächendeckend “Landeskommandos” für “zivil-militärische Zusammenarbeit” In Schwarzenbach am Wald wurden Kampfeinsätze im Inland erprobt. An der Übung waren auch zivile Rettungs- u.Sanitätsdienste beteiligt.

    Auf diese Studie reagierten die Polit-Gangster von CDU SPD GRÜNE FDP CSU LINKE sofort, u. bestellten Spezialfahrzeuge, UNIMOGS, zur Räumung von Straßensperren! Allein Hessen bestellte für 10 Millionen €!

    Es wird Krieg geben!!!
    +++
    "Es wird Kriege geben“ Europa vor großer Zerreißprobe
    http://www.n-tv.de/politik/Europa-vor-grosser-Zerreissprobe-article9908691.html

    http://www.readers-edition.de/2010/10/22/cia-prophezeit-buergerkrieg-in-deutschland/

    http://www.webdesign-luene.de/aktuelles/2009/11/29/burgerkrieg-in-deutschland/

  • Hat eigentlich einer von Euch hoch honorigen, renommierten, weltoffenen, gebildeten Kritikern des #Aufschrei schon mal davon gehört, dass die permanente Schuldzuweisung als Konfliktlösung ein Hinweis auf eine dissoziale Persönlichkeit ( früher sagte man psychopathisch) ist?

    Ich bin überrascht ob der vielen potenziellen Dissozialen in Deutschland!

    Denn tatsächlich werden von Euch Männern hier entweder die Tatsachen verdreht, nach dem Motto, Frauen sind ja auch sexistisch, oder Ihr droht den Frauen damit, sie aus Angst vor Falschbeschuldigung zu meiden.

    Keine Spur davon, die zigtaunden Frauen auch nur ansatzweise ernstzunehmen.
    Liebe Männer, vor einigen Jahren, gab es durchaus eine Disskussion um sexuelle Belästigung Eures Geschlechts. En Gros habt Ihr Euch damals sehr bedeckt zu diesem Themenkomplex gehalten, woher dieser plötzliche Sinneswandel?
    Und wie geht Ihr damit um, dass eben aufgrund des jetzt diskutierten Alltagssexismus Frauen, die eine selbstbestimmte, größtenteils nicht mit Struktur und Inhalten der Pornographie übereinstimmende, Sexualität leben wollen, viele von Euch eben deshalb heute schon meiden, weil sie Eure permanente Übergriffigkeit beim Besten Willen nicht mehr weglächeln können? Und dafür teilweise sogar auf Ihre Karriere verzichten müssen, weil Ihr solchen Zicken ja nicht nur hier im Forum glasklar Ansage macht, wer hier was zu sagen hat, und dass die, die nicht so sind wie Ihr schlechter sind und entsprechend schlechter gestellt zu sein haben?

    Schon pervers, was aus den Lehren Freuds, auf die wir eigentlich stolz sein sollten, durch den Kokainhunger mancher Mächtiger Typen geworden ist.
    Und wie Horden pseodogebildeter Typen sich emotionalisieren lassen. Aus psychologischer Sicht liefert Ihr hier den Beweis Eurer Dummheit. Die aber ist in der westlichen Kultur laut Stanfordforschung tief verankert.

  • Der Spiegel für Bildleser liefert, was die Journaille benötigt, um dem linken Mainstream ein paar Groschen für sein Schundblättchen abzulocken, der sonst eher naserümpfend einen weiten Bogen um den Stern macht. Reflexartig springen die Kampfemanzen der Grünen der minderbemittelten Schreiberin zur Seite, ein Tollhaus.

  • das Problem: Dem Stern bricht - wie anderen linksorientierten Blättern - die Auflage weg! Da geht es dann um die Jobs. Deshalb sollte man mit dem Stern Mitleid haben.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%