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Shell-Studie 2019 Klima, Demokratie, Rassismus: Diese Themen bewegen die Jugend am meisten

Laut einer aktuellen Shell-Studie wollen sich Jugendliche in Politik und Gesellschaft einbringen. Umweltverschmutzung macht den jungen Menschen am meisten Angst.
2 Kommentare
Es hat nichts mit Panikmache zu tun, wenn große Teile der Gesellschaft, die Wissenschaft, Umweltverbände oder die Grünen darauf pochen, dass es so nicht weitergehen darf. Quelle: AFP
Fridays-for-Future-Demonstration

Es hat nichts mit Panikmache zu tun, wenn große Teile der Gesellschaft, die Wissenschaft, Umweltverbände oder die Grünen darauf pochen, dass es so nicht weitergehen darf.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Die Jugend in Deutschland ist politisch aktiv, will sich in der Gesellschaft einbringen und die Zukunft gestalten. Zu dem Ergebnis kommt die aktuelle Shell-Jugendstudie, die an diesem Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey greift die Studie positiv auf und versteht sie als Auftrag an die Politik: „Die aktuelle Shell-Jugendstudie zeigt, dass junge Menschen sich einbringen wollen und dass viele auf die Demokratie, eine offene Gesellschaft und ein geeintes Europa setzen. Dieses Vertrauen dürfen wir nicht verspielen.“

Bereits im Jahr 2015 hätten viele Jugendliche ein größeres Engagement für politische und gesellschaftliche Themen gezeigt, sagte Mathias Albert von der Universität Bielefeld, der die Studie leitete. „Dieses Engagement verstärken sie inzwischen durch ein zunehmendes Umwelt- und Klimabewusstsein. Obwohl die Jugendlichen optimistisch in ihre persönliche und die gesellschaftliche Zukunft blicken, sehen sie doch, dass es Zeit ist zu handeln“, so Albert. Die Botschaft junger Leute an die ältere Generation sei: „Wir bleiben zuversichtlich, aber hört auf uns, und achtet jetzt auf unsere Zukunft.“

Die Shell-Studie untersucht auch Sorgen und Ängste von Jugendlichen. Vor allem bei höher gebildeten Heranwachsenden haben Umweltängste an Bedeutung gewonnen. Im Vergleich zum Jahr 2002 hat der Wert umweltbewussten Lebens deutlich zugenommen. 71 Prozent bejahen ihn 2019, sieben Jahre zuvor waren es noch 60 Prozent.

Außerdem spielen Fragen rund um Migration eine Rolle: Die Jugendlichen gaben an, Angst vor Ausländerfeindlichkeit und – aber auf niedrigerem Niveau und tendenziell eher bei niedriger Gebildeten – Angst vor Zuwanderung zu haben. Es zeigt sich auch, dass Jugendliche zum Teil empfänglich für bestimmte rechtspopulistische Parolen sind.

Die Jugendlichen bringen sich verstärkt in Debatten ein, artikulieren ihre Wünsche nicht mehr nur innerhalb ihrer Bezugsgruppe, sondern auch gegenüber Vertretern der Politik, der Gesellschaft und auch Arbeitgebern. Die seit Monaten anhaltenden Proteste der Fridays-for-Future-Bewegung dürften dieses gesteigerte Interesse an gesellschaftlicher Teilhabe untermauern.

Stabiles Politikinteresse

Wie die Studie zeigt, bleibt das Interesse der Jugend an Politik stabil. Politischem Engagement messen die Jugendlichen eine hohe Bedeutung zu, allen voran die Mädchen. Dabei lässt sich vor allem ein Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und Partizipation ausmachen: Wer einen höheren Bildungsabschluss aufweist, dem ist politische Teilhabe wichtiger.

Insgesamt sind die Befragten mit der Demokratie zufrieden – das gaben drei Viertel an. Zudem stehen insgesamt 50 Prozent der Jugendlichen der EU positiv gegenüber. Aber: Zwei Drittel kritisieren gleichzeitig, dass sich Politiker zu wenig um ihre Belange kümmerten. Die Studienautoren sagen, dass dies „als Ursache für Politikverdrossenheit gesehen werden kann“.

Die Studie stellt weiterhin einen Zusammenhang zwischen Bildung und sozialer Herkunft fest. „Bei Jugendlichen aus bildungsfernen Elternhäusern ist es nur halb so wahrscheinlich, dass sie das Abitur erreichen wie bei Jugendlichen aus gebildeten Elternhäusern“, so die Studienautoren. Dennoch loben sie die Bildungspolitik der vergangenen Jahre, weil mehr Jugendliche aus bildungsfernen Schichten das Abitur absolviert haben.

Mehr: Die FDP will den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Schulen ermöglichen.

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2 Kommentare zu "Shell-Studie 2019: Klima, Demokratie, Rassismus: Diese Themen bewegen die Jugend am meisten"

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  • Es ist irritierend, die Realitätssicht der Jugendlichen.
    Furcht vor Verschmutzung der Umwelt,
    obwohl sie in der wohl saubersten Umwelt seit 80 Jahren leben.
    Das läßt nichts Gutes für die Zukunft erwarten.

  • Eigentlich sollte die (welche) Jugend darüber nachdenken, dass dieses Geld, was sie persönlich ausgeben, zunächst einmal verdient werden muss.
    Von wem bloss?
    Die (welche) Jugendlichen sollten als Pflichtübung einen GRUNDKURS in Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft belegen.
    Gilt im übrigen auch für die Mehrheit unserer Abgeordneten.