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SicherheitGut 200 Milliarden Schaden durch Cyber-Angriffe – Verstärkt aus Russland und China

Der Verfassungsschutz warnt, dass immer mehr Staaten Cyber-Attacken für sich nutzen. Die Bitkom stellt unterdessen fest, dass die Angreifer immer professioneller werden. 31.08.2022 - 15:21 Uhr Artikel anhören

Die Attacken kommen vor allem aus Russland und China.

Foto: imago/photothek

Berlin. Immer mehr Cyber-Attacken auf deutsche Unternehmen kommen dem Digitalverband Bitkom zufolge aus Russland und China. „Die Angreifer werden immer professioneller und sind häufiger im organisierten Verbrechen zu finden, wobei die Abgrenzung zwischen kriminellen Banden und staatlich gesteuerten Gruppen zunehmend schwerfällt“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg am Mittwoch in Berlin. In einer Umfrage unter mehr als 1000 Firmen aus allen Branchen sind organisierte Gruppen mittlerweile auf Rang eins zu finden. „Gerade Attacken aus Russland und China sind zuletzt sprunghaft angestiegen.“

Geschätzt ist den Unternehmen ein Schaden von 203 Milliarden Euro entstanden. Sie wurden zu Beginn des Jahres zu ihren Fällen in den vergangenen zwölf Monaten befragt. In der Umfrage ein Jahr zuvor lag der Schaden noch auf dem Rekordwert von 223 Milliarden Euro.

„Das ist kein Grund zur Entwarnung“, so Berg. Vor allem Betreiber kritischer Infrastruktur seien zunehmend im Fokus. Vor einigen Jahren sei der jährliche Schaden zudem erst halb so hoch gewesen.

84 Prozent der Firmen gaben an, von Cyber-Angriffen – Spionage, Sabotage oder Diebstahl – betroffen gewesen zu sein. Neun Prozent waren wahrscheinlich betroffen. Bei 61 Prozent der Betriebe wurden sensible Daten entwendet.

„Man kann sich natürlich schützen“, so Berg. Unternehmen müssten dafür aber investieren. Große Konzerne seien hier deutlich weiter als der Mittelstand. Keinesfalls sollten Lösegelder gezahlt werden. Auch dann kämen gestohlene Daten meist nicht vollständig zurück.

China und Russland als Hauptakteure

Der Vize-Präsident des Verfassungsschutzes, Sinan Selen, sagte, Staaten würden Cyber-Angriffe zunehmend für ihre eigenen Operationen nutzen. Der Bitkom-Umfrage zufolge gaben 43 Prozent der betroffenen Firmen an, mindestens eine Attacke sei aus China gekommen. Im Jahr davor waren dies erst 30 Prozent.

36 Prozent machten Russland als Urheber aus. Hier waren es zuvor 23 Prozent. Bei Anbietern kritischer Infrastruktur sagten 49 Prozent der Firmen, die Attacken hätten stark zugenommen. Für 38 Prozent haben sie eher zugenommen.

Besserung ist nicht in Sicht: 42 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem starken Anstieg der Angriffe, 36 Prozent mit einem eher starken Zuwachs. Und es geht immer mehr ums Eingemachte: 45 Prozent der Unternehmen meinen, Cyber-Attacken könnte ihre geschäftliche Existenz bedrohen. In der vorherigen Umfrage lag dieser Wert nur bei neun Prozent.

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Auch der Arbeitsmarkt besorgt die Betriebe. 72 Prozent sehen einen Mangel an IT-Experten, 58 Prozent beklagen eine zunehmende Fluktuation.

rtr
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