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Simonis wirft die Brocken hin Suche nach dem "Feigling"

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Sympathieträgerin Simonis politisch am Ende

Im Landtagswahlkampf hatte die Nord-SPD noch ganz auf die Popularität von Heide Simonis gesetzt: Die Ministerpräsidentin lag mit ihren Sympathiewerten in den Umfragen weit vor ihrem Herausforderer Peter Harry Carstensen. Seit 1993 war Simonis im Amt, zunächst an der Spitze einer SPD- Alleinregierung. 1996 musste sie die „grüne Kröte“ schlucken, wie sie es damals nannte - sie war auf eine Koalition mit den Grünen angewiesen.

Die einst als „Sparkommissarin“ gefeierte Simonis, die ihr Vorgänger Björn Engholm 1988 aus dem Bundestag als Finanzministerin nach Kiel holte, muss sich ankreiden lassen, dass die Landesfinanzen immer mehr aus dem Ruder liefen. Schleswig-Holstein ist das Flächenland mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung. Auf Bundesebene ist Simonis mit Initiativen öfters gescheitert. Ihre Vorstellungen über eine höhere Mehrwert- oder Erbschaftsteuer stießen bei der Bundesregierung ebenso auf Ablehnung wie ein Alleingang zur „Entbeamtung“ bei Lehrern.

Simonis ist gebürtige Bonnerin und legte 1967 in Kiel ihr Examen als Diplom-Volkswirtin ab. Sie lebt mit Ehemann Udo Simonis in Kiel. Wenn man sie zuletzt auf das Leben nach der Politik ansprach, nannte sie als mögliche Arbeitsfelder die Entwicklungshilfe, UNICEF, die Welthungerhilfe oder Politikberatung in anderen Ländern. Dass die 61-Jährige mit Hilfe des Südschleswigschen Wählerverbandes SSW, einer dänisch orientierten Regionalpartei, ihre rot-grüne Koalition retten wollte, brachte ihr zuletzt bundesweit ein verheerendes Echo ein. Die Regierungschefin focht das nicht an. Noch vor der Wahl hatte sie erklärt: „Ich würde es mir gerne ersparen, wie Kurt Biedenkopf vom Stuhl gekratzt und rausgetragen zu werden.“ Eigentlich wollte sie erst zum Ende der neuen Wahlperiode ihre Nachfolge auf den Weg bringen.

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