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„Snake“ Russische Hackergruppe soll Bundesnetz angegriffen haben

Russische Hacker sollen hinter dem Angriff auf das Bundesnetz stecken – und über Computer einer Fachhochschule in das Netz eingedrungen sein.
Update: 01.03.2018 - 19:48 Uhr 5 Kommentare
Eine russische Hackergruppe soll laut Kreisen das Bundesnetz angegriffen haben. Quelle: AFP
Bundeskanzleramt

Eine russische Hackergruppe soll laut Kreisen das Bundesnetz angegriffen haben.

(Foto: AFP)

BerlinDie Sicherheitsbehörden hatten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur erst von etwa Mitte Januar an sichere Hinweise auf die Hintergründe des Cyber-Angriffs auf das Datennetzwerk des Bundes. Die Hacker-Attacke sei mutmaßlich bereits seit Ende 2016 im Gange und sehr langfristig angelegt gewesen, hieß es am Donnerstag in Sicherheitskreisen weiter.

Erst kürzlich sei von den IT-Sicherheitsexperten beobachtet worden, dass die Angreifer im Auswärtigen Amt erstmals ein Dokument abgesaugt hätten, das von einiger Bedeutung gewesen sei. Es habe einen Zusammenhang mit Russland und Osteuropa gehabt.

Die deutschen Sicherheitsbehörden hatten demnach ursprünglich vor, die Attacke noch etwa eine Woche lang zu beobachten und zu analysieren, um sie dann abzuschalten. Dafür habe es bereits Pläne gegeben. Ausschlaggebend für ein rasches Eingreifen der Behörden wäre demnach gewesen, ob die Täter erneut auf relevanteres Datenmaterial zugegriffen hätten.

Die Behörden wurden nach den dpa-Informationen am 19. Dezember von einem ausländischen Partnerdienst darauf hingewiesen, dass das Netzwerk Opfer einer Hackerattacke geworden sei. Zuerst hatte das rbb-Inforadio über dieses Detail berichtet. Der Hinweis sei jedoch nicht spezifisch gewesen, so dass es bis etwa Mitte Januar gedauert habe, bis die Attacke tatsächlich habe verifiziert werden können.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hält den Hackerangriff auf die Kommunikationsnetze des Bundes für einen „ernstzunehmenden Vorgang“. Es handele sich um eine „technisch anspruchsvollen und von langer Hand geplanten Angriff“, sagte de Maizière am Donnerstag in Berlin.

Nach einer Sitzung des Bundestagsgremiums zur Kontrolle der Geheimdienste wurde bekannt, dass der Angriff mutmaßlich russischer Hacker noch läuft. Den Cyber-Spionen werden von Computerexperten auch Verbindungen zu russischen Geheimdiensten nachgesagt.

Im aktuellen Verfassungsschutzbericht für 2016 heißt es, dass die Kampagne seit dem Jahr 2005 mit einer „sehr komplexen und qualitativ hochwertigen Schadsoftware“ aktiv sei. Die Software sei „darauf ausgelegt, in großen Netzwerken von Behörden, Firmen und Forschungseinrichtungen zu agieren“.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen drang die „Snake“-Gruppe nach den Erkenntnissen der Ermittler zunächst über Computer einer Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in das Netzwerk des Bundes ein. Von dort hätten sich die Hacker sehr langsam und vorsichtig in andere Bereiche des Netzes vorgearbeitet. Demnach wurden im Netz Spuren der Hacker entdeckt, die darauf hindeuten, dass die Spione bereits seit Ende 2016 in dem Netz aktiv waren.

Das Verteidigungsministerium war nach dpa-Informationen nur mittelbar von der Attacke betroffen: Aktivitäten der Angreifer seien auf dem Computer eines Verbindungsmannes des Auswärtigen Amts im Wehrressort entdeckt worden. Der Computer dieses Mitarbeiters sei mit dem Internetsystem des Auswärtigen Amts verbunden gewesen.

Regierung will Vorgang unter Kontrolle halten

Für eine Bewertung des Schadens sei es noch zu früh. Die Bundesregierung versuche, den Vorgang unter Kontrolle zu halten. Das Parlamentsgremium werde sich demnächst erneut mit dem Thema befassen.

Der stellvertretende Vorsitzende der Runde, Konstantin von Notz (Grüne), sagte, es möge gute Gründe geben, warum der Bund bestimmte Informationen über den Vorgang in den vergangenen Wochen „sehr eng gehalten“ habe. Es sei aber inakzeptabel, dass das Kontrollgremium erst über die Medien von alldem erfahre. Das sei ein „handfestes Problem“ und müsse ebenfalls aufgeklärt werden.

André Hahn, der für die Linke in dem Kontrollgremium sitzt, beklagte, er habe den Eindruck, dass Regierung und Sicherheitsbehörden den Vorgang versuchten herunterzuspielen. „Ich befürchte, dass in den nächsten Wochen noch einiges ans Licht kommen wird“, sagte er. „Ich befürchte, das wird sich auswachsen in den nächsten Tagen.“

Nach Angaben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesinnenministerium, Ole Schröder (CDU), lief der Hacker-Angriff unter voller Kontrolle der deutschen Behörden. „Es handelt sich um eine äußerst erfolgreiche Operation der Sicherheitsbehörden des Bundes: Es ist in exzellenter Zusammenarbeit gelungen, einen Hackerangriff auf das Netz des Bundes zu isolieren und unter Kontrolle zu bringen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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  • dpa
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5 Kommentare zu "„Snake“: Russische Hackergruppe soll Bundesnetz angegriffen haben"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Gemach ,Frau Maurer, es ist Snake die angreift. Nächstes Jahr weiß Herr Maidan mehr.
    Frau Stephanie Maurer
    01.03.2018, 19:01 Uhr

  • "Die Bundesregierung versuche, den Vorgang unter Kontrolle zu halten" Das kann heiter werden. Stehen unsere Regierungsvertreter nicht für den personifizierten Kontrollverlust auf allen Ebenen...?

  • Die Russen waren es mal wieder, kann es sein, dass die berliner Nichtsnutze ohnehin aus Bad Aibling von ihren Freunden abgehört werden ? Ach ich vergas, das geht gar nicht, so die Tarantel.

  • Was sagt eigentlich die AfD zu der ganzen Sache? Oder genauer: Wie würde die AfD sich verhalten, sollte sie nach Neuwahlen mit in der Regierung sitzen?

    Sollten die AfDler dann ähnlich begeisterten Jubel in Richtung Putin klatschen, wie ihre Anhänger es in diesem Forum tun, dann kann man nur sagen: Gute Nacht Deutschland. Dann kiregt Deutschland das gleiche Problem, wie es jetzt die USA mit dem Russland-Kumpel Trump hat.

  • Was sagt eigentlich die AfD zu der ganzen Sache? Oder genauer: Wie würde die AfD sich verhalten, sollte sie nach Neuwahlen mit in der Regierung sitzen?

    Sollten die AfDler dann ähnlich begeisterten Jubel in Richtung klatschen, wie ihre Anhänger es in diesem Forum tun, dann kann man nur sagen: Gute Nacht Deutschland. Dann kiregt Deutschland das gleiche Problem, wie es jetzt die USA mit dem Russland-Kumpel Trump hat.