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Social Media Wie du mit wenigen Instagram-Fans Geld verdienst

Wer Influencer werden will, braucht neuerdings nicht mehr Masse, sondern Nische. Zwei Instagram-Profis und ein Unternehmer erzählen, wie du trotz geringer Follower-Zahl erfolgreich sein kannst.
  • Anna Franziska Veyhelmann
17.12.2018 - 13:18 Uhr Kommentieren
Instagram-Profil von Max Leo
Instagram-Profil von Max Leo

„Anfangs hatte ich keinen Plan.“ (Screenshot: @maxleo)

Dieser Artikel ist am 17. Dezember 2018 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Modelposen in Hipster-Outfits, moderne Coffeeshop-Stillleben und ein einheitlicher Filter auf jedem Foto: Max Leo hat sich seine Follower-Base auf Instagram über sein Hobby, die Fotografie, aufgebaut. „Die Sachen kamen irgendwie ganz gut an und dann habe ich immer weiter gemacht. Erst mit Fotos von anderen – dann mit Fotos, auf denen ich selbst zu sehen bin. Anfangs hatte ich keinen Plan, wohin das führt.“

Micro-Influencer werden: wenige Instagram-Fans, viel Geld

Gestartet ist Max ins Insta-Leben mit einem Account, auf dem er schöne Fotos anderer Nutzer gepostet hat. Mit der Zeit entwickelte er dort eine echte Fanbase und hat auf diesem Profil mittlerweile über 200.000 Follower. Irgendwann begann er dann, Fotos von sich selbst zu posten – mit einem zweiten Profil.

Als er dort ungefähr 10.000 Follower hatte, meldete sich Daniel Wellington bei ihm und fragte eine Kooperation an: Die Uhrenmarke wurde selbst über Instagram populär und ist mittlerweile bei großen Juwelier-Ketten wie Christ vertreten.

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    Die Anforderungen an Max: mehrere Posts, auf denen er sichtbar die Uhr trägt und die Marke auf dem Foto verlinkt. Was er genau damit verdient, will Max nicht sagen. Nur so viel: Wo andere kellnern, verdient er neben seinem Studium mit Kooperationen wie dieser genug, um sich sein Leben zu finanzieren. Dafür investiert er täglich zwischen ein und vier Stunden in Instagram.

    Ab wann ist man Micro-Influencer?

    Mittlerweile erlebt Instagram einen Wandel: Bis vor einiger Zeit waren den Unternehmen hohe Follower-Zahlen wichtig, um eine hohe Werbe-Reichweite zu garantieren. Laut des US-Magazins „Forbes“ kann ein Konto mit über einer Million Anhängern auch jetzt noch über 50.000 Dollar für einen einzelnen gesponserten Beitrag verdienen.

    Viele Unternehmen achten aber immer mehr auf das sogenannte Engagement. Das ist ein Vorteil für viele „Micro-Influencer“ – also solche, die mit ihren Followern nicht die Hunderttausender-Marke knacken.

    Verena Bender, Social Media Expertin in der PR-Agentur „position“ in Köln, sagt: „Inhalte, Interaktion mit der eigenen Community und Glaubwürdigkeit der Influencer sollte an erster Stelle stehen. Unternehmen, die sich wirklich mit der Materie Instagram beschäftigen, fallen heute nicht mehr nur auf blanke Zahlen rein.“

    Immer mehr Unternehmen überlegen sich also folgendes: Welcher Influencer spricht meine Zielgruppe am meisten an und repräsentiert mein Produkt am glaubhaftesten? Denn keiner Marke nutzt ein Influencer mit zig Tausenden Followern etwas, wenn er bei der Zielgruppe nicht ankommt, die ein Unternehmen erreichen will.

    Es ist wichtig, dass die Follower Max Leo Glauben schenken, wenn er ihnen erzählt, wie cool seine neue Uhr ist. Nur so steigert sich der Verkauf, nur so machen die Unternehmen Gewinne.

    Micro-Influencer haben ein Verkaufsargument: Authentizität

    Diese Logik garantiert den Erfolg der Marke und somit der Kooperation. Und manchmal, sagt Max Leo, sei zusätzlich noch etwas anderes wichtig: Das Unternehmen muss dich als Person mögen. Da spielen dann auch viele oder wenige Follower keine Rolle.

    So punktet Max beispielsweise durch seine direkte und offene Art – nicht nur gegenüber seinen Followern, sondern auch im Gespräch mit Sponsoren: „Ich mache super gerne sponsored Posts, aber ich lasse mir da nichts vorschreiben. Also Ehrlichkeit, Authentizität und auch die Frage, ob ich’s selbst wirklich kaufen würde – das steht bei mir an erster Stelle.“

    Seine Authentizität erlangt Max Leo bei seinen Followern durch seine Inszenierung als Privatperson. Er spricht mit seinen Followern wie mit guten Freunden, dadurch wirkt er nahbar und greifbar. Als Influencer erzählt er scheinbar ohne Vorbehalte, was ihn bewegt: Egal, ob es um sein Uni-Leben inklusive Lernstress geht oder wie er sich während der Einnahme eines Akne-Medikaments gefühlt hat – seine Follower dürfen daran teilhaben.

    Die professionelle Distanz, die man aus klassischen Medien gewohnt ist, fehlt hier in der Regel. Das wirkt ehrlich und echt. So kann man ihn beispielsweise bei einem Tagesausflug nach Amsterdam begleiten. Dort stattet er verschiedenen Stores einen Besuch ab, auch zwei seiner Kooperationspartner: Abercrombie & Fitch und Urban Outfitters.

    Diese Authentizität gegenüber den Followern hält auch Philipp Röder, Gesellschafter der Sportmarke Feflogx Sportswear, für einen der wichtigsten Faktoren: „Influencer mit 100.000 Followern, die jeden Tag ein anderes Produkt posten – das ist nicht glaubwürdig, nicht authentisch. Denen glauben die Follower dann irgendwann nicht mehr, dass sie unseren Sport-BH oder Hoodie auch wirklich brauchen.“

    Micro-Influencer Beispiele: ab 5.000 Instagram-Followern geht’s los

    Deswegen sucht das Sportklamotten-Unternehmen unter anderem gezielt nach Micro-Influencern ab 5.000 bis 10.000 Followern und kooperiert zum Beispiel mit Kampfsportlern wie Serge Michel oder Nordin Asrih, frei nach der Formel: gezielte Follower-Ansprache = gezielter Verkauf.

    Die Vorteile am „Gramer“-Dasein: Von den Unternehmen erhalten Influencer Produkte wie etwa Kleidung, Schmuck, Kosmetik, Reisen. Das hört sich erstmal super an und ist mittlerweile sogar eine Art Berufsziel für viele geworden.

    Verena Bender sieht das kritisch: „Immer mehr Menschen möchten ihr Dasein als Influencer ausbauen, aber viele verkennen leider, dass dieser Job – wenn er langfristig zu Erfolg führen soll – mit sehr viel harter Arbeit verbunden ist. Wenn der ,Ruhm‘ wirklich nachhaltig sein soll, dann funktioniert das nur mit einem Konzept.“

    Dass es durchaus Vorteile hat, wenn man an diesem Punkt angekommen ist, bestätigt Max Leo: „Na klar ist es schön, Produkte wie Klamotten von Abercrombie & Fitch zu erhalten oder auf Events von Dyson und anderen Firmen eingeladen zu sein. Diese dann häufig mit Freunden und auf Instagram schließlich mit der ganzen Welt zu teilen, hat auch was Soziales. Und ich schätze mich glücklich, dass ich so viele Möglichkeiten von den Unternehmen dazu bekomme.“

    Haben Micro-Influencer das perfekte Leben?

    Das Paradoxe daran: Der Influencer wird als authentisch wahrgenommen, obwohl er in der Regel ein perfektes Selbstbild von sich inszeniert. Modelposen, Designerklamotten, Traumreiseziele – eine makellose Welt? Influencer werden zur Projektionsfläche für eigene Wünsche, da sich ihr Alltag abhebt von dem der meisten Menschen.

    Sie erleben und besitzen Dinge, von denen viele träumen. Vor allem Nischen-Influencer, die spezielle Themen besetzen, vermitteln dieses Wir-Gefühl. Gewollt oder ungewollt vermitteln sie Werte und Tugenden. Follower vertrauen darauf und lassen sich dadurch inspirieren.

    Das gilt für Lifestyle-Themen wie für Lebensentscheidungen, und somit letztendlich auch für Kaufentscheidungen. Eine Beurteilung, inwieweit diese Influencer mehr wandelndes Werbemittel als Privatperson sind, bleibt jedem selbst überlassen.

    Mehr: Influencerin Reif kassiert Schlappe im Prozess um Schleichwerbung

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