Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Sondierungsgespräche der Grünen Jamaika braucht Trittins Segen

Nach einigem Gezerre ist klar: Jürgen Trittin, der Führer des linken Grünen-Flügels, wird doch dabei sein bei den Gesprächen über eine mögliche Koalition. Klar ist auch, dass er Jamaika verhindern kann – wenn er will.
27.09.2017 - 16:08 Uhr 11 Kommentare
Verhindert der Anführer des linken Flügels die Jamaika-Koalition? Quelle: dpa
Jürgen Trittin

Verhindert der Anführer des linken Flügels die Jamaika-Koalition?

(Foto: dpa)

Berlin Noch im August lehnte sich die grüne Spitzenkandidatin Katrin Göring Eckardt weit aus dem Fenster: „Herr Trittin wird in möglichen Koalitionsverhandlungen keine Rolle spielen“, sagte sie damals. Viele ihrer Parteifreunde vom Realo-Flügel hielten das schon im Sommer für gewagt, seit dem Wahlabend lief dann der parteiinterne Kampf um diese Personalie.

Was die Vorgespräche angeht ist nun allerdings klar, dass sich Göring-Eckardt verkalkuliert hat: Neben ihr und Cem Özdemir, Parteichefin Simone Peter und Fraktionschef Toni Hofreiter sowie Bundesgeschäftsführer Michael Kellner und Fraktionsgeschäftsführerin Britta Haßelmann werden auf Realo-Seite der schwäbische Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei den Sondierungsgesprächen mitverhandeln – und für die linken Grünen selbstverständlich auch Jürgen Trittin.

Denn der hat nicht nur immensen Einfluss auf „seinen“ linken Flügel, sondern als Einziger auch jede Menge Regierungs- und Verhandlungserfahrung und sei außerdem „ein verdammt schlauer Kopf“, sagen auch Realos anerkennend. Dazu kommen noch einige jüngere Parteimitglieder, so dass die insgesamt 14-köpfige Sondierungstruppe exakt halbe-halbe auf Realos und Linke aufgeteilt ist.  

„Wir gehen in ganz, ganz schwierige Gespräche“

Die Grünen seien geschlossen durch den Wahlkampf gekommen, das müsse sich jetzt auch in der Sondierung widerspiegeln, meint ein Bundestagsabgeordneter vom linken Flügel. Er warnt zugleich, das Gleichgewicht in der Sondierungsrunde noch einmal zu verschieben, wenn die Teams – etwa auf Verlangen Merkels – noch schrumpfen sollten. „Dann wäre eine Sondierung nichts wert.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Unklar ist aber, ob die linken Grünen wirklich mitziehen bei den von allen versprochenen „ernsthaften Gesprächen“ – deshalb wollte Göring-Eckardt Trittin ja nicht dabei haben. Denn „Jürgen Trittins Verhinderungspotenzial ist nach wie vor enorm“, stöhnte ein führender Realo schon am Wahlabend. Selbst linke Grüne rätseln wieder einmal, was den früheren Parteichef, Minister und Fraktionschef Trittin umtreibt. Ansehen könne man es ihm – ähnlich wie bei Joschka Fischer, Reinhard Bütikofer und Fritz Kuhn – nie, so erzählt ein Grüner. Trittin, so heißt es, fürchte ernsthaft um die Existenz der Grünen – und zwar sowohl in einer Jamaika-Koalition als auch in der Opposition.  

    Die Basis, vor allem die vielen jungen Mitglieder, und auch Nachwuchs-Abgeordnete wollen indes auf jeden Fall regieren. Das hört man auf beiden Flügelseiten. „Dafür sind wir schließlich gewählt worden“, heißt es. Auch dem linken Flügel ist klar: Selbst in einer Jamaika-Koalition, in der sie vermutlich zu mehr Kompromissen bereit sein müssen als einst bei Rot-Grün, können sie mehr grüne Inhalte durchsetzen als in der Opposition: „Das ist es ja, was uns antreibt“, sagt eine linke Grünen-Bundestagsabgeordnete. „Dabei geht es aber nicht nur um Klimaschutz: Grünen-Positionen müssen sich in der ganzen Themenbreite wiederfinden“, fordert Christian Kühn, Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik der Grünen-Bundestagsfraktion.

    Ministerämter erhoffen sich die Grünen drei an der Zahl
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Sondierungsgespräche der Grünen - Jamaika braucht Trittins Segen
    11 Kommentare zu "Sondierungsgespräche der Grünen: Jamaika braucht Trittins Segen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Zumindest im Vorfeld erscheint Göring-Eckardt, als Außenminister, als eine gute Besetzung. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Bau ist wohl auch bei den Grünen bestens ausgehoben. Aber nicht Hofreiter oder Özdemir. Dann sogar eher Trittin. Simone Peter ist auch sympathisch.

    • Da man dem Ex Marxist Trittin kluges strategisches Denken kaum absprechen kann, ist davon auszugehen, daß dieser einer Jamaika Koalition seinen Segen geben wird, jedoch zugleich die passende Gelegenheit nutzen dürfte, um die Jamaika Koalition dann aufzukündigen, wenn die Umfrageergebnisse dies nahelegen.
      Trittin - darüber kann nicht der geringste Zweifel bestehen - strebt nach wie vor, eine rot rot grüne Koalition als Voraussetzung für den von ihm angestrebten Umbau Deutschlands an. Wenn sich die Grünen jetzt einer Jamaika Koalition verweigern, dürfte das von Trittin eigentlich angestrebte Endziel aber nicht so einfach zu erreichen sein.

    • Als Trittin im Bundestag mit großen weiten Augen und fahrigen Bewegungen seine Reden hielt , wusste jeder wen er da reden hört. Ein Linker verhasster Mensch der von Gleichgesinnten gewählt wird , die dieses Land verachten und umbauen wollen. "Die Deutschen müssen verdünnt werden" Wenn die AFD das sagen würde, vielleicht die Türken müssen verdünnt werden. Mein Gott was wäre hier los.

      So einer wird Deutschland weiter formen .

    • Wenn Trittin mit im Verhandlungsteam ist, wird Jamaika sowieso scheitern; Gott sei Dank.

    • Herr Tritt-ihn hat mehr im Kopfs als die restlichen Staatsfeinde von den Grünen,
      das macht ihn gefährlich, wobei die Gier von dem Türken stärker sein sollte als
      der Geist von Tritt-ihn.

    • Wenn ich den Mann sehe, so unsympathisch kann mir alle AfD-Politiker sein. Der hat doch wohl in Deutschland schon genug angerichtet. Wenn der auch nur noch etwas zu sagen hat, sollten die anderen Parteien die Koalitionsverhandlungen sofort beenden.

    • 68er Gegenbewegung findet gerade statt

    • Die Grünen fahren das von ihnen gehasste Land mit größter Lust gegen die Wand. Eigentlich ist jedes Verhandeln zwecklos, denn es würde den Grünen "Systembekämpfern" nur zusätzliche Ergüsse schenken.
      Es gibt auch die AFD und was ist wohl besser, um das Land zu retten? Gleich oder erst nach vier verlorenen Jahren mit ihnen koalieren?

    • Ach die sind so machtgeil das klappt schon. 2021 dann wieder Groko

    • Da Trittin voraussichtlich nicht mit Minister werden wird, liegt es nahe, dass er
      gegen eine Beteiligung der Gruenen an einer Regierung sein wird. Ich hoffe, er
      hat genuegend Verantwortungsbewusstsein, diese Regung zu ueberspringen.

    Alle Kommentare lesen
    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%