Sonnenenergie Solarförderung wird gekürzt

Nun ist es offiziell: Wie berichtet werden die Förderungen für Solarenergie gekürzt. Die Vergütung für neue Anlagen sogar um fast 30 Prozent. Umweltschützer und Unternehmen sind erzürnt.
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Besonders für solche Großanlagen fließt weniger Förderung. Quelle: dapd

Besonders für solche Großanlagen fließt weniger Förderung.

(Foto: dapd)

BerlinNach langem Streit haben Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und  Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) heute eine gemeinsame Position zur Kürzung der Solarförderung und zur Energieeffizienz-Richtlinie der EU vorgelegt. Die Vergütung für Solarstrom soll demnach bereits ab 9. März erneut deutlich gekürzt werden. Für mehr Energieeffizienz will sich die Bundesregierung für konkrete Zielvorgaben einsetzen, die aber flexibel erreicht werden können.

Die Betreiber einer Solaranlage erhalten für ihren Strom über 20 Jahre eine garantierte Einspeisevergütung. Finanziert wird dies über eine Umlage auf alle Stromverbraucher. Röttgen sagte, die Bundesregierung werde Zubaumenge und Kosten der Solarstrom-Förderung nun „wirksam begrenzen“.

Im Vergleich zum Jahr 2009 werden die Vergütungssätze demnach halbiert. Konkret sollen die Fördersätze für Anlagen, die ab dem 9. März neu installiert werden - je nach Größe -, um 20,2 Prozent bis 29 Prozent sinken. Zudem soll die Förderung ab 1. Mai monatlich weiter um 0,15 Cent pro Kilowattstunde sinken.

Außerdem soll bei Neuanlagen nur noch 90 Prozent des erzeugten Stroms nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz vergütet werden, bei kleinen Dachanlagen sogar nur 85 Prozent. Den Rest sollen die Erzeuger selbst verbrauchen oder vermarkten. Besitzer von Altanlagen sollen zudem verpflichtet werden, durch staatlich geförderte Umrüstungen zu mehr Netzstabilität beizutragen.

Die Solarunternehmen reagierten wütend. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für uns“, sagte etwa First-Solar-Manager David Wortmann er Nachrichtenagentur Reuters. First Solar hat sich wie Phoenix Solar auf den Bau großer Solaranlagen auf freien Flächen spezialisiert. Vor allem diese Firmen sehen ihre Felle davonschwimmen, weil die Regierung bei Freiflächenanlagen besonders stark kürzt. Dieser Markt werde „abgewürgt“, konstatierte Phoenix-Solar-Chef Andreas Hänel und kritisierte die erneute Änderung der Rahmenbedingungen nach nur wenigen Wochen. „Verlässlichkeit und Vertrauensschutz scheinen in der Politik keine Bedeutung mehr zu haben.“

Jahrelang haben die Solarfirmen von der staatlichen Förderung der Erneuerbaren Energien besonders profitiert, nun fürchten sie um Arbeitsplätze und die Technologieführerschaft. „Die Umsetzung der radikalen Kürzungen haben existenzielle Auswirkungen auf die Solarindustrie in Deutschland“, erklärte SMA -Chef Pierre-Pascal Urbon. Davon werde auch sein Konzern mit 5.000 Beschäftigten betroffen sein.

First Solar hatte bereits Anfang des Monats für 1.200 Mitarbeiter in den beiden Werken in Frankfurt/Oder Kurzarbeit beantragt. Erst im Herbst hatte die Tochter des größten amerikanischen Solar-Modulherstellers das zweite Werk in Betrieb genommen. Inwieweit der deutsche Standort nun wackelt, wollte Wortmann nicht sagen.

Gefahr für die Energiewende befürchtet
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19 Kommentare zu "Sonnenenergie: Kürzung der Solarförderung beschlossen"

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  • Vielleiecht sollten sich ja einfach mehr Kunden bei den neuen konzernfreien Energieanbietern versorgen lassen wie http://www.buergergas.de oder anderen beim BnE organisierten unternehmen http://www.neue-energieanbieter.de/

  • Wenn die Energiewende demokratisch gewollt ist, sollte doch die Mehrheit der Stromkunden auch völlig ohne Subventionen sowohl Solarstrom als auch Solarzellen kaufen. Warum stellen wir das nicht auf die Probe? Hat die Politik etwa Angst davor, daß sich unter den Bürgern noch einige "ewig gestrige" befinden, die billigen Kohlestrom und Atomstrom bevorzugen? Weiss der Staat besser über unser Geld zu verfügen als wir selbst?

  • In keinem anderen Wirtschaftszweig hätte man es gewagt, den Unternehmen per Beschluss sämtliche Zukunftsperspektiven zu nehmen und gleichzeitig sogar den kompletten Auftragsbestand zu vernichten.

    Bisher hatten wir in Deutschland das Prinzip des Bestandsschutzes. Bei der Photovoltaik macht man eine Ausnahme: Verträge, die zwischen den Solarunternehmen und ihren Kunden auf Basis der geltenden Gesetze abgeschlossen wurden, sind plötzlich bedeutungslos, weil über Nacht und ohne angemessene Frist einfach willkürlich die Rechtsgrundlagen entzogen werden.

    Wie soll man als Unternehmer in Deutschland noch planen können? Rösler verfolgt offensichtlich eine Politik der Destabilisierung der deutschen Wirtschaft. Das kann nicht im Interesse des deutschen Volkes sein.

    Ich glaube nicht, dass man mit einer solchen Politk noch Unternehmen für den Standort Deutschland begeistern kann. Der "Wirtschaftsminister" hat sich zum "Arbeitsplatzvernichtungsminister" gemausert.

  • Was will man von einem Mediziner und einem Rechtsanwalt erwarten?

    DAS IST DER PREIS FÜR DEN ATOMAUSSTIEG!!

    Ein abgekartetes Spiel mit den Energieriesen.

    Solarstrom kostet jeden Haushalt ca. 70 EUR pro Jahr.

    Hat sich schon mal wer die Rund 15 Milliarden Gewinn der Energieriesen durch 40,1 Millionen Haushalte geteilt? Da würde der Strom pro Jahr sogar um 376 EUR billiger werden.

    Ich bin für ein Gemeinnütziges EVU, das den kompletten Ökostrom zum Selbstkostenpreis verkauft.

    PV-Anlagen erzeugen ja auch nach 20 Jahren noch gut Strom und Wind, Wasser, Biomasse und KWK ergeben einen guten Durchschnittspreis incl. Transportkosten und Verwaltung.

  • (Anfang Teil2)

    Hier liegt der Verdacht nahe, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird. Eine weitere Welle an Unternehmenszusammenbrüchen und damit der Wegfall von vielen Arbeitsplätzen wird die Folge sein. Just zu dem Zeitpunkt, an dem die Photovoltaik im Begriff ist, auf die eigenen Beine zu kommen, will ihr ein Minister die Beine brechen.
    Hat denn Minister Rösler der Öffentlichkeit tatsächlich mal vorgerechnet, wie hoch die Belastung für den Stromkunden durch die neuen Anlagen ist? Nein, denn die liegt nach Berechnungen durch die halbstaatliche Agentur für Erneuerbare Energien (www.unendlich-viel-energie.de) unter einem Zehntel (!!) Cent, also <0,01 Euro! Die vergleichsweise große Belastung rührt in der Tat aus der Vergangenheit, aber daran wird auch die sofortige Einstellung sämtlicher Förderungen nichts mehr ändern.
    Woher also dieser rösler'sche Rumpelstilzchen-Tanz? Eine rhetorische Frage...? Warten wir es ab. Nach seinem Verschwinden in der politischen Versenkung werden wir Herrn Rösler bald in einer hervorragend dotierten Frühstücksdirektorenposition wiederfinden, sponsored by RWE, EON und Co. Wetten werden noch angenommen :-).
    Beispiele gibt es ja genug für diese typisch deutsche Art der indirekten Korruption.

  • Auf dem Weg in seinen politischen Tod will Rösler schnell nochmal die Energiewende mit in den Abgrund reißen. Nichts anderes verfolgen seine Pläne offenbar.
    Nochmal kurz zur Erinnerung. Von 2004 bis zur letzten Kürzung Anfang 2012 wurde die Förderung für kleine und mittlere Anlagen um ca. 57% gekürzt. Die letzte Kürzung zum Jahresanfang betrug 15%. Geplant war eine weitere Senkung zur Jahresmitte um 12-15%. Nach den neuesten Plänen, passend zur 5. Jahreszeit, soll die Kürzung aber auf 20% (Dachanlagen), bzw. auf 30% (Freiflächenanlagen) hochgeschraubt werden. Eine weitere de-facto Kürzung ist die Regelung, nur noch 90% des Stromertrags zu vergüten. Summa summarum kämen wir dann allein von 2011 nach 2012 auf eine Kürzung von guten 30-45%. Und schließlich soll das ganze auch noch auf den 1. April vorgezogen werden, womit der Aprilscherz eine ganz neue Bedeutung bekommen würde.
    Wer den Markt derzeit verfolgt, der kann beobachten, wie ein gnadenloser Preiskampf von chinesischer Seite angezettelt wurde, dem viele Hersteller in Europa zum Opfer fallen werden. Es ist offenkundig, dass die gehandelten Preise deutlich unter den tatsächlichen Herstellungskosten liegen. Ansonsten würde sich die US-Regierung auch nicht anschicken, in wenigen Wochen einen Strafzoll auf chinesische Module einzuführen. Ein historischer Akt, denn damit riskieren die USA, einen schweren Handelskrieg mit den Chinesen loszutreten. Für die USA aber ist die Photovoltaik eine Frage der nationalen Sicherheit. Kein Wunder, will man doch von der einen Abhängigkeit (in arabisches Öl) nicht in die nächste Abhängigkeit (in chinesische Module) fallen.
    Wenn also keinerlei Marge mehr für die Modulhersteller drin ist, wo soll dann der Raum herkommen, um auf die Schnelle eine weitere drastische Kürzung bei den Förderungen aufzufangen?
    Hier liegt der Verdacht nahe, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird. (Ende Teil1)

  • Die einzig richtige Antwort auf den Kahlschlag der FDP Patronen und CDU Handlanger des Bürgers lautet: Wir sind das Volk und wir wählen das nächste mal Anders. Das bedeutet für die FDP nicht mehr anwesend, also auch keine Grundlegenden Denkfehler in der Politik.
    Mit wieviel Euro wird "Griechenland" (besser gesagt die Banken) gefördert? Mit wieviel Euro wird die Umstellung der Energiepolitik gefördert ... was ist nun besser?
    Je nach Standpunkt... das eine oder das andere.
    Schade das wir Deutschen das eine Bezahlen und dann unsere Arbeitsplätze dafür aufgeben müssen. Denn das wird geschehen. Ich bin auch dafür HARZ IV abzuschaffen und Suppenküchen anzuschaffen. Ist viel günstiger, ausserdem kann man die Armensupppen (denn an Armen wird es mehr geben) bei Notwendigkeit mit Wasser strecken und das kostet nix... also nicht mehr.

  • Wie in Griechenland muss die deutsche Solarindustrie durch Lohnkürzungen wieder wettbewerbsfähig gegen die Konkurrenz aus Asien, vor allem aus China, werden.
    Was man von den Griechen verlangt hat (interne Abwertung ist das Zauberwort) wird man wohl auch von den Deutschen verlangen können. Gleicher Lohn und gleiche Sozialleistungen für alle in der Währungsunion! Das hat doch unsere Angela lautstark verlangt. In Griechenland gibt es kein Hartz IV, also weg mit Hartz IV in Germany, wie in Griechenland sollen auch hier Volkssuppen organisiert werden.
    Dann wir die deutsche Solarindustrie wieder aufblühen, wie die griechische Wirtschaft auch.

  • Jeder weiß, dass es Rösler nicht um eine Kostenbremse für kleine Leute geht. Für die großen Stromerzeuger ist die dezentrale Energieerzeugung mehr als ein Dorn im Auge. Für diese Lobby sieht er sich als Erfüllungsgehilfe. Mit zunehmenden Energiekosten im konventionellen Bereich wird eine EEG Vergütung ohne Inflation zunehmend kostendämpfend wirken. Es ist grotesk 8 Jahre teuer zu fördern und jetzt bei geringen Kosten den Zubau zu reduzieren.

  • Es ist erschreckend, bei all diesen Tun der 3% Partei,wo ist die Unterstützung und die Förderung der Mittelständler, die nicht mal richtig für den Eigenbedarf eine Förderung bekommen und einer zukünftigen Wettbewerbssitutation ausgesetzt sind mit den immer höher werdenden Energiekosten umzugehen.
    Damit ist die komplette Basis für die Partei flötten gegangen, aber zukünftig kann Herr Rösler dann in den Keisverbänden versuchen Politik zu machen

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