Spähangriff auf Schröder „Die USA sehen uns nicht als Freunde“

Dass US-Spähangriffe auf deutsche Kanzler wohl gängige Praxis waren, alarmiert die Politik. Die SPD schäumt, tut sich aber mit Gegenmaßnahmen schwer. Die Grünen dagegen haben eine konkrete Idee, was jetzt zu tun ist.
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Selbst in den USA regt sich Unmut über die Praktiken der NSA. Quelle: Reuters

Selbst in den USA regt sich Unmut über die Praktiken der NSA.

(Foto: Reuters)

BerlinDer innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, hat als Konsequenz aus den US-Abhörmaßnahmen gegen den früheren Kanzler Gerhard Schröder (SPD) eine massive Stärkung der deutschen Spionageabwehr gefordert. „Wir müssen unser Fähigkeiten ausbauen, Spionage gegen unsere Regierung und unsere Industrie abzuwehren – und zwar gegen Russland, China und leider auch die USA“, sagte Beck Handelsblatt Online. „Hier sich weiter blind und taub zu stellen, wäre naiv.“

Deutschland sei ein souveräner Staat, der Angriffe auf seine souveräne Entscheidungsbildung „selbstbewusst nachrichtendienstlich abwehren“ müsse. „Wer immer noch meint, dass sich deutsche Geheimdienste mit der Beobachtung der Linkspartei oder jeder trotzkistischen Kleinstgruppe die Zeit vertreiben können, ist ein Träumer.“ Die Deutschen müssten aufhören, „darüber zu jammern, dass die NSA sie nicht lieb hat“, fügte Beck hinzu. „Wir müssen akzeptieren, dass die USA uns nicht als Freunde sieht, denen man vorbehaltlos vertraut – auch wenn man im Detail mal Differenzen hat.“

Nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks und der „Süddeutschen Zeitung“ stand Bundeskanzler Schröder spätestens seit 2002 – wegen seiner ablehnenden Haltung zum Irak-Krieg – auf einer Liste der überwachten Personen und Institutionen.

Aus der SPD kam angesichts des Spähangriffs auf Schröder scharfe Kritik an den USA. „Abhören ist unter politischen Freunden nicht akzeptabel. Das gilt nicht nur für Kanzlertelefone sondern generell“, sagte Parteivize Ralf Stegner Handelsblatt Online. Der jüngste Fall zeige, dass die NSA-Affäre noch lange nicht aufgeklärt sei. Der Ex-US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden sei jedenfalls im Wesentlichen bestätigt worden. „Da ist viel zu tun, um das deutsch-amerikanische Verhältnis wieder zu normalisieren.“

„Transatlantische Beziehungen nicht weiter aushöhlen“
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23 Kommentare zu "Spähangriff auf Schröder: „Die USA sehen uns nicht als Freunde“"

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  • @ compact-magazin_com,
    "Wer regiert eigentlich die Welt?"
    Da gab es in der Nacht (04. auf den 05.02.) einen Bericht auf Phoenix (TV) "Geld regiert die Welt". Wer diese Zusammenhänge verinnerlicht hat, der kann nur noch fassungslos staunen.

  • Die einzigen Freunde der USA sind wohl die, fuer welche alles Neuland ist. Der kritische Rest hat zu "performen" oder aber die Konsequenzen zu tragen. Die Demokratie des Staerkeren halt.

  • @SANTOS

    Herr Santos Sie sollten weniger Bild lesen!

    Upps darf man hier noch posten?
    Oder steht morgen die amerikanische Gestapo vor der Tür?
    Jedenfalls werde ich in Zukunft nur noch mit Bargeld bezahlen - solange man das in der EUDSSR noch kann.

  • Sind Politiker nur Marionetten der Geheimdienste?

    Wer regiert eigentlich die Welt?

    Sind es die Politikdarsteller oder sind es die Geheimdienste bzw. Geheimgesellschaften ( Die Bilderberger )?

    Falls jemand sich den Allmachtbestrebungen aus Washington widersetzt, dann ganz bestimmt nicht die vom CIA handverlesene deutschen Politikmarionetten.

    Das ist absolut lächerlich!

    Die USA überwachten 35 Staats- und Regierungschefs!

    Die USA achten keine Gesetze und respektieren niemanden!

    Es ist eine außer Kontrolle geratene Mafia von Schurken, die Regierungsposten übernommen hat.

    Persönliche Freiheiten werden weltweit unter dem Vorwand der selbst initiierten Terrorlüge abgeschafft!

    Wie lange lassen wir uns das noch gefallen?

  • Die USA verfügt nicht über die Intelligenz aus den gewonnenen Informationen auch logische Schlüsse zu ziehen.
    Sie haben auch mit dem Nachrichtendiest keinen einzigen Krieg gewonnen.
    Technologisch im Mittelfeld, aber das Geld wird in anderen Ländern verdient.
    Autoindustrie ziemlich platt.
    Elektronik wird in anderen Ländern hergestellt.
    Städte pleite. Schulden ohne Ende.
    Wirtschaftsspionage: statt Lizenzen zu kaufen, lieber klauen. Aber auch das bekommen sie nicht gebacken.
    Wenn wir in Europa 2 - 3 Intelligente Politiker hätten die
    Eier in der Hose haben, würden Technologie fördern, dann wäre die USA in einigen Jahren ganz klein.
    Europa fährt sich gegen die Wand - vor lauter Dummschwätzer.
    Wahrscheinlich lebt die NSA von dem Geschäftsmodell Erpressung.
    Amerika ist ein schönes Land, es leben nur zu viele dumme Amis dort.

  • Die Denkweise und Machtstrukturen, die jenseits des Atlantik vorzuherrschen scheinen, erinnern mich in fataler Weise an das alte Römische Reich. Die Europäer sind allesamt Vasallenstaaten, lediglich UK profitiert und hält still... Und je nach Bedarf werden wir gerupft, sei es durch eine Finanzkrise oder einen Krieg, an dem wir uns beteiligen dürfen.

  • Die Naivität Deutschlands ist einfach immens! Man sollte einfach mal anfangen die NSA Standorte in Deutschland zu schliessen, oder arbeiten wir etwa zusammen? Was wollen wir tun, sollen wir den USA den Krieg erklären? Unsere Freunde in Russland und China sind ja um so vieles besser? Nee, dann lieber mit den Amis gut verstehen! Schade, dass der kalte Krieg vorbei ist. Die Welt damals war schöner!

  • wie sollen sie den deutschen weicheiern, die alles zerreden und naiv an das gute in der welt glauben denn trauen?
    diese gesellschaft hat kein selbstbewußtsein und keine werte. deshalb ist ihnen nicht zu trauen.

  • Selbst Kissinger sagt, dass Amerika keine Freunde hat, nur " INTERESSEN " Wenn man wüßte wo gewisse Pateispenden, nicht nur die Bekannten, herkommen so könnte man verstehen wenn gewisse Politiker allzugerne von " Unsere Freunde" reden. Für F.J. Strauß war Lockheed bestimmt ein Freund....

  • Wie wäre es den wenn der Gas-Gerd den Snowden persönlich nach Deutschland ins Exil chauffiert? Aber Gerd, nicht soviel trinken, ich glaube nicht dass der Snowden, wie Frau Käsmann, für Dich den Kopf hinhält, wenn Du besoffen über eine rote Ampel bretterst.

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