SPD-Chef im Feuer Gabriels Baustellen

Der Wirtschaftsminister kämpft an vielen Fronten. Die Siegeschancen sind bescheiden. Dennoch gibt sich der SPD-Chef kämpferisch. In Sachen Ministererlaubnis startet Gabriel den Gegenangriff. Doch das könnte sich rächen.
Besuch bei Nordex Energy in Rostock. Quelle: dpa
Sigmar Gabriel (links)

Besuch bei Nordex Energy in Rostock.

(Foto: dpa)

SchwerinEs ist Montagnachmittag, als Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel beim Rundgang durch die Rotorblattfertigung des Windanlagenbauers Nordex in Rostock eine interessante Bemerkung macht: „Ich habe einen ruhenden Arbeitsvertrag beim Bildungswerk der niedersächsischen Volkshochschulen“, sagt der SPD-Chef ungefragt. Soll heißen: Politik ist nicht das ganze Leben. Wenn alle Stricke reißen, gibt es eine Notlösung.

Nun deutet nichts darauf hin, dass der Vizekanzler ernsthaft erwägt, den Arbeitgeber zu wechseln. Tatsächlich ist er aber weder um seinen Ministerjob noch um den Posten des Parteichefs zu beneiden. Die Liste der Baustellen ist lang. Sie reicht von seiner umstrittenen Ministererlaubnis für eine Übernahme der Tengelmann-Supermärkte durch Edeka bis zu den schlechten Aussichten seiner Partei bei den anstehenden Landtagswahlen und der Bundestagswahl 2017. 

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