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SPD-Frauenvorsitzende Verbot von Doppelspitzen sende „schwieriges Signal“

Gleichberechtigung fordern, aber es in den eigenen Reihen nicht so genau nehmen? Die Vorsitzende der SPD-Frauen, Elke Ferner, erinnert an die eigenen Parteigrundsätze. Sie will Doppelspitzen in der SPD – trotz Gegenwind.
09.12.2015 - 09:48 Uhr
Bisher verbietet die SPD Doppelspitzen. Frauenvorsitzende Elke Ferner will das ändern. Quelle: dapd
Satzungsänderung nötog

Bisher verbietet die SPD Doppelspitzen. Frauenvorsitzende Elke Ferner will das ändern.

(Foto: dapd)

Berlin Im Streit über Doppelspitzen bei den Sozialdemokraten warnt die Vorsitzende der SPD-Frauen, Elke Ferner, ihre Partei vor einem unglaubwürdigen Kurs. Die SPD verlange überall mehr Partnerschaftlichkeit zwischen Frauen und Männern und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sagte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Und ausgerechnet wir, die wir das politisch fordern, verbieten das in der eigenen Partei“, beklagte Ferner. „Das ist unglaubwürdig. Und das schadet der SPD.“ Deshalb sei es wichtig, Doppelspitzen zu erlauben.

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) will beim SPD-Bundesparteitag an diesem Freitag eine Satzungsänderung durchsetzen. Dadurch sollen Doppelspitzen aus Mann und Frau auf allen Parteiebenen künftig möglich sein - bis zur Bundesebene. Eine Pflicht, Führungsduos zu wählen, ist damit aber ausdrücklich nicht vorgesehen. „Eigentlich kann man gar nicht gegen diesen Vorschlag sein, weil niemand zu etwas gezwungen wird“, sagte Ferner.

Die Antragskommission für den Parteitag hat sich allerdings gegen den Vorschlag positioniert und empfiehlt den Delegierten, den Vorstoß abzulehnen. Über den Antrag wird zu einer wenig aufmerksamkeitsträchtigen Zeit beraten - am späten Freitagabend. Hinter den Kulissen hatten sich Landes- und Bezirksvorsitzende der SPD klar gegen die Initiative gestellt. Sie wollen ihre Macht nur ungern teilen.

Ferner fände ein Nein zu dem Vorstoß für die Partei problematisch. „Wenn der Antrag abgelehnt wird, sendet die SPD damit ein schwieriges Signal nach außen“, mahnte sie. „Denn das heißt, dass wir das, was wir für die Gesellschaft fordern, bei uns selbst nicht wollen.“

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