SPD-Generalsekretärin Barley schlägt Steinmeier als Bundespräsidenten vor

Die Mehrheit der Bundesbürger spricht sich in Umfragen für Steinmeier als Präsidentschaftskandidaten aus. Rückenwind bekommt er auch von der SPD-Generalsekretärin. Damit rückt die Partei von einem anderen Ziel ab.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier vor Beginn der wöchentlichen Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt. Quelle: dpa
Kabinettssitzung

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier vor Beginn der wöchentlichen Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt.

(Foto: dpa)

BerlinSPD-Generalsekretärin Katarina Barley hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsidenten vorgeschlagen. „Steinmeier wäre ein hervorragendes Staatsoberhaupt“, sagte Barley der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagausgabe). Nur Kanzlerin Angela Merkel wolle „noch nicht so recht“. Dabei liege diese Lösung auf der Hand. Die Mehrheit der Bundesbürger spreche sich in Umfragen für Steinmeier als Präsidentschaftskandidaten aus.

Mit dem Vorschlag eines aktiven SPD-Politikers wie Steinmeier rücken die Sozialdemokraten von dem Ziel eines überparteilichen Kandidaten wieder ab. „Es gibt bisher noch keine Festlegungen. Wir führen Gespräche in alle Richtungen“, betonte Barley allerdings. Mit der Wahl sollten „keine parteitaktischen Spielchen“ verbunden werden. Dafür sei das Amt zu wichtig und die Lage zu ernst.

Wer zieht ins Schloss Bellevue?
Norbert Lammert
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Seit 2005 ist der CDU-Mann aus Bochum Präsident des Bundestages, der Umzug ins Schloss Bellevue wäre ein naheliegender Karriereschritt. Der 67-Jährige gilt als wortmächtig und intellektuell brillant, was er andere auch gerne spüren lässt.

Volker Bouffier
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Früher eher dem rechten Flügel der CDU zugeordnet, führt der 64-jährige Volker Bouffier seit 2014 relativ geräuschlos und erfolgreich die schwarz-grüne Landesregierung in Hessen. Ein Signal für Schwarz-Grün auch im Bund also.

Ursula von der Leyen
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Ihr Name fällt immer, wenn es um Spitzenämter geht, auch als künftige Kanzlerin ist die CDU-Frau im Gespräch. Schon 2010 war die amtierende Verteidigungsministerin als mögliche Kandidatin für das Präsidenten-Amt im Gespräch.

Frank-Walter Steinmeier
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Beinahe so etwas wie der natürliche Kandidat für das höchste Amt im Staate. Der 60-Jährige ist beliebt bei den Bürgern, angesehen über Parteigrenzen hinweg und diplomatisch erfahren. Aber hat ein SPD-Mann diesmal überhaupt eine Chance?

Martin Schulz
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Der Präsident des Europaparlaments wird immer wieder genannt, wenn die SPD nach Kandidaten für Spitzenämter sucht. Doch abgesehen von der Schwierigkeit, eine Mehrheit zu finden: Kanzlerin Angela Merkel gilt nicht als Fan des 60-Jährigen.

Annegret Kramp-Karrenbauer
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Die 53-jährige CDU-Ministerpräsidentin aus dem Saarland genießt Ansehen auch bei der SPD und den Grünen. Sie ist linker und jünger als andere CDU-Kandidaten, und sie ist eine Frau.  

Winfried Kretschmann
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Der grüne Ministerpräsident aus Baden-Württemberg ist nicht nur in seiner Heimat populär. Sein landesväterlicher Habitus könnte auch für die Rolle des Bundespräsidenten passen. Wenn sich Union und SPD nicht einigen können, wäre der 68-Jährige ein Kompromiss.

Die Union wollte den SPD-Vorstoß zunächst nicht kommentieren. Gewählt wird der Nachfolger von Joachim Gauck am 12. Februar von der Bundesversammlung, die aus Vertretern des Bundestages und der Länder besteht. Vor einer Woche gab es Berichte, die große Koalition strebe einen gemeinsamen Kandidaten an.

  • rtr
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