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SPD Juso-Chef Kühnert will Unternehmen wie BMW vergemeinschaften

Der Sozialdemokrat löst mit Thesen zu Unternehmen und Immobilienbesitz heftige Kritik aus – auch in der eigenen Partei.
02.05.2019 Update: 02.05.2019 - 04:46 Uhr 7 Kommentare
Für Kühnert sei entscheidend, dass die Verteilung der Profite demokratisch kontrolliert werden. Quelle: dpa
Kevin Kühnert

Für Kühnert sei entscheidend, dass die Verteilung der Profite demokratisch kontrolliert werden.

(Foto: dpa)

Hamburg/Berlin Juso-Chef Kevin Kühnert möchte große Firmen eigenen Worten zufolge kollektivieren. In einem „Zeit“-Interview sagte er, er wolle eine Kollektivierung von Unternehmen wie BMW „auf demokratischem Wege“ erreichen. Ohne Kollektivierung sei „eine Überwindung des Kapitalismus nicht denkbar“.

Am Beispiel des Autobauers führte er weiter aus: „Mir ist weniger wichtig, ob am Ende auf dem Klingelschild von BMW „staatlicher Automobilbetrieb“ steht oder „genossenschaftlicher Automobilbetrieb“ oder ob das Kollektiv entscheidet, dass es BMW in dieser Form nicht mehr braucht.“ Entscheidend sei, dass die Verteilung der Profite demokratisch kontrolliert werde. „Das schließt aus, dass es einen kapitalistischen Eigentümer dieses Betriebes gibt.“

Außerdem will Kühnert den Besitz von Immobilien in Deutschland beschränken. „Ich finde nicht, dass es ein legitimes Geschäftsmodell ist, mit dem Wohnraum anderer Menschen seinen Lebensunterhalt zu bestreiten“, sagte er. „Konsequent zu Ende gedacht, sollte jeder maximal den Wohnraum besitzen, in dem er selbst wohnt.“ Noch besser seien genossenschaftliche Lösungen, im Optimalfall gebe es überhaupt keine privaten Vermietungen mehr, sagte der Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation.

Kritik folgte umgehend nach Bekanntwerden der Aussagen Kühnerts. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte der „Bild“-Zeitung: „Zum Glück haben wir den Sozialismus überwunden, bei dem zwar alle gleich, aber alle gleich arm waren. Die Forderung, Betriebe wie BMW zu kollektivieren, zeigt das rückwärtsgewandte und verschrobene Retro-Weltbild eines verirrten Fantasten. Das kann ich alles gar nicht ernst nehmen.“

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    „Die SPD muss dringend ihr Verhältnis zum Eigentum klären und Herr Kühnert das Godesberger Programm statt Karl Marx lesen. Wir Freien Demokraten werden die Soziale Marktwirtschaft gegen solche sozialistischen Auswüchse verteidigen“, sagte FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg ebenfalls der „Bild“.

    CDU-Vize Thomas Strobl sagte: „30 Jahre nach dem Niedergang der DDR wollen die Linken wieder den demokratischen Sozialismus.“ Erst spreche Grünen-Chef Habeck von Enteignungen, „jetzt kommen diese Stimmen auch aus der SPD und von der kommunistischen Linken sowieso“.

    Auch CSU-Generalsekretär Markus Blume hatte den Juso-Chef scharf kritisiert. „Kühnert soll in die Linkspartei eintreten. Mit solchen Leuten ist kein Staat zu machen und kann eine Regierung nicht funktionieren“, erklärte er der Deutschen Presse-Agentur.

    Die systemverändernden Sozialismus-Fantasien des Juso-Vorsitzenden seien ein schwerer Rückfall der SPD in klassenkämpferische Zeiten. „Die SPD-Spitze muss sich deutlich von solchen Hirngespinsten distanzieren.“ Mit solchen Vorstößen mache sich die SPD lächerlich und verunsichere gleichzeitig diejenigen, die Wohnraum schaffen wollten.

    Auch aus der SPD kam deutliche Kritik. „Was für ein grober Unfug. Was hat der geraucht? Legal kann es nicht gewesen sein“, twitterte Johannes Kahrs, Sprecher des Seeheimer Kreises der SPD.

    • dpa
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    7 Kommentare zu "SPD: Juso-Chef Kühnert will Unternehmen wie BMW vergemeinschaften"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wie kann der juso-chef Kühnert von Kapitalismus sprechen, wenn wir doch eine soziale Marktwirtschaft haben? In Deutschland zahlt man sehr hohe Steuern. Die Firmen unterstützen die sozialen Projekte der Bundesregierung mit ihren Steuern. Die Flüchtlinge, ganz Europa ja die ganze Welt profitieren davon. Will Herr Kühnert dies aufs Spiel setzen?
      Von Deutschland als einen kapitalistischen Staat zu sprechen, halte ich für absolut falsch. Deutschland unterstützt sehr freundlich internationale Projekte sehr sozial.
      Herr Kühnert möge doch in Zukunft mit einem Trabi fahren und auf den Fahrdienst der Bundesregierung verzichten.

    • Ich kann mich den Aussagen hier nur anschließen: Wo bleibt der Verfassungsschutz und stoppt diesen Irren? Bei ähnlichen Äußerungen der AfD wäre das schon längst passiert. Ansonsten hoffe ich, daß dies der Wähler bei der nächsten Bundestagswahl tut. Wer solche Thesen als Partei duldet, hat nichts (mehr) im Bundfestag verloren.

    • Da hat jemand offensichtlich aus den Resultaten des "real existierenden Sozialismus" absolut nichts gelernt.

    • Man muss anerkennen und auch akzeptieren das man in Deutschland seine Meinung offen aussprechen darf und auch soll. Das gilt für alle politischen Richtungen. Das beste aber ist das immer noch der Wähler entscheidet wer letztendlich in der Politik die Richtung angibt und Gesetze machten darf. Ich vertraue also auf den Menschenverstand und nicht auf die Polemik von welcher Seite auch immer.

    • Hallo Verfassungsschutz! Wie wäre es bei solchen Äußerungen des Vorsitzenden mal mit der Einstufung der JUSOs als verfassungsfeindliche Organisation? Übertrieben: Interview mit Ulrich de Fabio: Schon die Berliner Volksbegehrensfantasien sind klar verfassungswidrig. und das geht noch weit darüber hinaus. https://t.co/NnijyEbjGT

    • Ist es nicht Wert zu kommentieren – nur Ergänzung „Kevin Kühnert“ in WIKI eingeben; erstaunlich wem Teile unserer (jungen) Gesellschaft folgen(?)

    • Nun wenigstens ist Hr. Kühnert so ehrlich, dass er vor der Wahl die Richtung der SPD preis gibt die da lautet: Enteignung aller Vermieter und der Industrie. Neue DDR 2,0 mit Elend für alle, Aber Nein nicht für alle die Parteibonzen sind natürlich vom Elend ausgenommen und leben in Saus und Braus.
      Wer die AfD beobachten läßt schlägt den Gaul müßte aber den Esel treffen. Herr Maaßen hatte Recht mit der Aussage man müßte Teile der SPD vom Verfassungsschutz überwachen lassen.
      Die Planwirtschaft und der Sozialismus/Kommunismus stehen der Demokratie diametral Gegenüber. Dies hat der Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek in seinem Buch "Der Weg zur Knechtschaft" beeindruckend beschrieben.
      Wie gut der Staat und die SPD als Manager sind zeigt der Bau des Berliner Flughafens, Pleiten und Pannen am laufenden Band.
      Die Linksparteien überbieten sich mit ihren diktatorischen Enteignungsforderungen.
      Übrigens zur Demokratie gehören auch unveräußerliche Rechte, Minderheitenrechte. Ohne die Rechte wäre die Demokratie nur eine andere Form der Diktatur in der 50,1% über 49,9% herrschen könnten,

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